So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an drhippokrates.
drhippokrates
drhippokrates, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 1990
Erfahrung:  Mehrjährige klinische Erfahrung in Innere Medizin, Neurologie und Psychiatrie
28345046
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Medizin hier ein
drhippokrates ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, meine Frau ist 60 Jahre alt

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,
meine Frau ist 60 Jahre alt und leidet ca. 20 Jahren an endogener Depression. In dieser Zeit war jeweils ca. 6 Wochen in klinischer Behandlung. Sie nimmt täglich Citalopram gegen diese Krankheit ein. Allerdings trinkt sie auch regelmäßig Alkohol (Wein, Bier). Die Mengen kann ich jedoch nicht kontollieren. Außerdem leugnet sie es auch immer ab. In letzter Zeit häufen sich jedoch, nach Einnahme von Alkohol vermute ich, plötzliche sehr starke Aggressionen, die sich gegen jedermann richten kann. Vielleit ist auch im Kern etwas an ihrer Argumentation daran. Die betroffenen Menschen fühlen sich aber wie vor den Kopf gestossen und sehr getroffen. Vielleicht ist es etwas übertrieben, aber ich empfinde es fast wie eine Hasskanpanie, wenn sie sich jemanden vorknüpft. Der Betroffene meint, dass das sehr tief steckt und kann das verständlicherweise nicht nachvollziehen. Wenn sie es noch ein paar mal macht, werden sich vertraute Bekannte und Verwandt von ihr abwenden und sie meiden müssen. Am liebsten würde ich sie mit zu ihrer Ärztin (Psychologien) mitnehmen, damit diese ihr die Gefahr der Wirkung von Antidepressiva und Alkohol bewusst machen kann. Aber sie trinkt ja nicht, behauptet sie, selbst wenn sie im trunkenen Zustand vor aller Augen umfallen würde.
Haben Sie mir in diesem Falle eine wirkungsvollen pranktisch durchzuführenden Rat?
Wolfgang
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Tag !

Um ehrlich zu sein : NEIN.
Grundsätzlich könnte der Hausarzt oder die Nervenärztin schon herausbekommen, ob hinter der Zuspitzung des Verhaltens ein ernsthafteres Alkoholproblem steht. Ich vermute es fast. Es gibt im Routinelabor, spezieller aber noch in einem speziellen Blutwert (CDT) deutliche Hinweise auf einen schädlichen übermässigen Alkoholkonsum. Nur : Dazu müsste die Ärztin es erstmal erfahren bzw. den Verdacht hegen (und auch bereit sein, das weiter abzuklären).

Citalopram selber hat nun keine direkten negativen Wechselwirkungen mit normalen / moderaten Alkoholmengen eines Glas Wein (oder auch 2 oder 3). Ich vermute aber aus ihrer Schilderung, dass es dabei nicht bleibt und sie eben (typischerweise) ihr Alkoholproblem selber gar nicht wahrnimmt. Hier wäre es hilfreich, ihr die Alkoholmengen durch leere Flaschen deutlich zu machen, statt es zu verheimlichen. Ich sehe ihr Problem also weniger als Problem der Depression und auch nicht als Problem der Wechselwirkung des Alkohols mit dem Medikament. Es ist ein Suchtproblem.

Beratung für Angehörige von Suchtkranken bieteten auch örtliche Suchtberatungsstellen. Sie sollten aber nach Möglichkeit auch die Ärztin auf ihre Sorgen hinweisen.

Überzeugen werden sie ihre Frau vermutlich nicht können. Überreden auch nicht. Wohl aber bei dem nächsten "Ausfall" ggf. den Rettungsdienst alarmieren und sie in eine Klinik bringen lassen.

Ähnliche Fragen in der Kategorie Medizin