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docapplepie
docapplepie, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 203
Erfahrung:  Facharzt Neurologie und Psychiatrie, Schwerpunkt Gerontotherapie (Altersmedizin), Notfallmedizin
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Unsere Mutti scheint unter einer Art Pers nlichkeitsst rung

Kundenfrage

Unsere Mutti scheint unter einer Art Persönlichkeitsstörung oder ähnlichem zu leiden, vielleicht kann uns jemand einen tipp geben, ob und wie wir ihr helfen könnten: Sie war schon immer sehr egozentrisch und von sich überzeugt. Nun kommt aber auch eine sehr unangenehme Überheblichkeit und meist sehr lautstarke Meinungsäußerung hinzu.
Sie ist nicht fähig, die Meinungen anderer (auch nicht von Familienangehörigen) anzuhören oder zu tolieren. Sie hat keinerlei Freunde. Generell scheint ihr ein normaler sozialer Umgang mit anderen große Schwierigkeiten zu bereiten.
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  docapplepie hat geantwortet vor 7 Jahren.
Hallo!
Leider schreiben Sie das Alter Ihrer Mutter nicht und auch nicht, ob andere Erkrankungen bzw. ggf. Alkoholkonsum vorliegt. Das sollten Sie noch ergänzen, damit eine fundierte Antwort möglich wird. Danke. MfG P.T.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

 

Hallo docapplepie,

 

vielen Dank XXXXX XXXXX für Ihre Antwort.

 

Hier weitere Details: unsere Mutter ist 57 Jahre alt. Sie leidet seit Ihrer Jugend unter schlimmer Schuppenflechte. Alkohol trinkt sie - wenn überhaupt - dann nur sehr selten (zu besonderen Anlässen).

Im Allgemeinen scheint sie mit ihrem Leben sehr unzufrieden. In ihren Augen ist die ganze Gesellschaft schlecht, sie selbst ist nicht (noch nicht einmal ansatzweise) kritikfähig. Jede auch noch so harmlose Kritik verletzt sie aufs Tiefste. Sie ist äußerst nachtragend . Daher ist momentan kein vernünftiges Gespräch möglich. Gespräche führt sie eigentlich alleine, denn die Meinungen anderer interessieren sie nicht bzw. sind gar nicht erwünscht.

Bis zur Wende war sie in Leitungsfunktionen tätig, seitdem selbständig.

Die Familie ist verzweifelt, wir wissen nicht, wie wir mit ihr umgehen sollen bzw. wie wir ihr helfen können. Ihre lautstarken Äußerungen sind vor allem in der Öffentlichkeit sehr peinlich - sie kennt diesbezüglich keinerlei Zurückhaltung.

 

Über einen Ratschlag wären wir Ihnen sehr dankbar!

 

 

 

Experte:  docapplepie hat geantwortet vor 7 Jahren.
Hallo!
Es scheint, als gebe es eine Art "Wesenszuspitzung" von bereits seit dem Erwachsenwerden vorhandenen, aber noch kompensierten, Wesenszügen. Dafür spricht, dass Ihre Mutter ja offenbar in der Lage war, sich bis in Leitungspositionen "durchzubeißen", dafür brauchten Frauen dieses Alters immer eine gewisse Kraft und Egozentrismus. Berufliche Erfolge wie auch privates Standing können auch einfach nur "Ersatzbefriedigung" sein, wenn sonst eigentlich Wünsche nicht befriedigt werden. Es wird sehr schwierig werden, Ihrer Mutter zu helfen, denn sie hat sich offenbar in den letzten Jahren in eine sehr feste Ich-Position manövriert, die zu verlassen ein erhebliches Unsicherheitsgefühl verursachen würde. Sie wird das nicht ohne Not tun - und da Sie selbst eher vorsichtig klingen, glaube ich, wird das noch schwieriger. Ich würde Ihnen vorschlagen, dass Sie selbst das "Peinlich-Gefühl" ablegen, wenn Ihre Mutter in der Öffentlichkeit "lautstark" war. Peinlich-Gefühl ist Schwäche - und wenn Sie Ihrer Mutter helfen wollen, dann können Sie keine Schwäche gebrauchen - bleiben Sie in solchen (natürlich unangenehmen) Momenten SEHR COOL. Im nächsten Schritt sollten Sie einmal bei jeder dieser Situationen KLAR und KURZ Ihrer Mutter ansagen, was da jetzt nicht angemessen war. KEIN STREIT, keine Belehrungen, niemals "das sagt man nicht" (wer ist "man", wird Ihre Mutter fragen), sondern nur ein Satz wie "dieser Spruch hat die Dame dort jetzt sicher verletzt und ist allen anderen hier sehr unangenehm, da Du das aber offenbar nicht bremsen willst, werden wir uns zurückziehen" - und dass dann auch tun, also sich SO SCHNELL wie möglich aus der Situation herausnehmen. Weggehen, aufstehen und sich verabschieden, einfach Ihre Mutter wirklich allein lassen. Aber eben nicht kommentarlos, sondern mit EINER klaren Ansage. Ganz wichtig - keine Diskussion, keine Vorwürfe oder Beleidigungen, nur eine klare Ansage, dass da eben was nicht gut gelaufen ist und Sie das nicht mittragen. Ziel ist, den Leidensdruck auf Ihre Mutter kurzfristig zu erhöhen, sie wirklich erkennbar (und mit Ansage in Bezug auf ihr Verhalten) allein zu lassen. Im nächsten Schritt werden Sie erkennen, ob die Mutter etwas ändern "kann" - was sie tun wird, wenn sie sich durch ihr Verhalten echt allein fühlt - oder ob sie nicht mehr anders kann. Wenn Sie nicht mehr anders kann, sollten Sie an eine Hirnfunktionsstörung denken, etwa im Sinn einer speziellen Demenzform, und versuchen, Sie zu einem Nervenarzt zu bringen. Wenn Sie sich ändern kann, sollten Sie ihr eine Psychotherapie nahelegen, denn dann ist es offenbar ein psychisches Problem und das kann auch mit 57 Jahren noch erfolgreich bearbeitet werden. Aber erst müssen Sie mit klarem Verhalten die Kooperationsbereitschaft erzielen - und das kann durchaus einige Zeit dauern! MfG P.T.

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