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docapplepie
docapplepie, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 203
Erfahrung:  Facharzt Neurologie und Psychiatrie, Schwerpunkt Gerontotherapie (Altersmedizin), Notfallmedizin
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Was f r Medikamente kann man bei ADHS im Erwachsenenalter geben.

Kundenfrage

Was für Medikamente kann man bei ADHS im Erwachsenenalter geben. Mein Sohn hat Ritalin genommen aber einen zu hohen Blutdruck gehabt. Nun haben wir Venlafaxin probiert er ist aber immer noch unkonzentriert und unter Strom. Er ist 26 Jahre alt und kommt jetzt in das 2. Ausbildungsjahr. Das Berufsbildungswerk besteht darauf das er ein Medikament nimmt. Der Arzt (Allgemeinmediziner) möchte ihm ein Medikament geben was eigentlich nicht für ADHS ist sondern für ganz andere Erkrankungen er hätte damit schon Erfolge gehabt. Leider weiß ich nicht mehr wie das Medikament heißt. Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.
G. Edinger-Mandel
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Dr. Duncan Klein hat geantwortet vor 7 Jahren.
Hallo und vielen Dank für Ihre Frage
Es gibt neuerdings Therapieansätze mit hochdosierten Omega-3 Fettsäuren, Zink, Magnesium und Eisen, diese sollen positiv auf die neuronale Aktivität wirken, sind sehr gut verträglich (Fischölkapseln z.B. Esprico oder Equazen IQ), bis auf den leichten Fischgeschmack evtl. Leider bezahlen die Krankenkassen die Therapie nicht und da ein Erfolg nur bei Langzeittherapie (3 Monate oder länger) beobachtet wird, ist die Therapie dadurch recht kostspielig. Zink, Mg und Eisenpräparate (auch mindestens 3 Monate nehmen!) sind günstig in der Drogerie erhältich.

Ansonsten gäbe es noch die klassischen ADHS-Medikamente ausser Ritalin, die unter Umständen besser vertragen werden (andere Dosis und Wirkspiegel) wie z.B. Concerta oder Medikinet
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sorry, aber Fischöl und die anderen Nahrungsergänzungsmittel wirken schlicht und ergreifend nicht (oder nur in Ergänzung ). Zink ist als ergänzende Medikation nicht schlecht.

Als Alternativen geeignet zu Methylphenidat wäre entweder Strattera (Atomoxetin), was aber von den Kassen auch nicht immer bezahlt wird. Ein sehr ungewöhnliches Medikament, was aber manchmal gut wirkt, wäre Memantine (eigentlich ein Alzheimer-Medikament). Als Axura oder Ebixa auf dem Markt. (Falls der Allgemeinmediziner zufällig Dr Wey heisst).

Grundsätzlich wäre aber zu hoher Blutdruck nicht unbedingt ein Grund auf Methylphenidat zu verzichten, sondern den Blutdruck gut einzustellen. Wir haben in der Klinik häufiger die Beobachtung, dass der RR eher unter Metyhlphenidat wieder sinkt, wenn die richtige Einstellung vorgenommen wurde. ggf. mit einem Betablocker oder eben einer Kombinationsbehandlung versuchen.

Wer behandelt ihn denn hinsichtlich des ADHS und in welchem BBW ist er ?
Experte:  Dr. Duncan Klein hat geantwortet vor 7 Jahren.
Vielen Dank XXXXX XXXXX für Ihren Beitrag. Leider muss ich ihnen wiedersprechen. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass wenigstens für Kinder und Jugendliche ein deutlich nachvollziehbarer Effekt durch hochdosierte Fischöltherapie bei ADHS erreicht werden kann. Natürlich kommt diese Therapie nicht für alle Patienten in Frage, und sollte in den meisten Fällen eher additiv eingesetzt werden.
Immerhin hat sich der Kunde um alternative medikamentöse Therapieansätze erkundigt.
Nichtsdesdotrotz verweise ich hier nur beispielhaft auf zwei Artikel in diesem Zusammenhang. Ich bitte Sie um eine genauere Rechereche bevor Sie Beiträge von Kollegen kritisieren, danke!

http://fab.calligrafix.com/uploads/953/CIRP_A_158286.pdf
http://pediatrics.aappublications.org/cgi/content/abstract/115/5/1360

Verändert von Dr. Duncan Klein am 17.07.2010 um 09:19 Uhr EST
Experte:  docapplepie hat geantwortet vor 7 Jahren.
Hallo !
Kurzer Kommentar meinerseits.
1. Venlafaxin steht eher im Ruf, den Blutdruck zu erhöhen als Methylphenidat. Insofern ist das wohl nur ein Teil-Argument. Was m.E. eher greift, ist dass man Venlafaxin eher auf Kasse verordnen kann, Methylphenidat gar nicht bei über 18jährigen.
2. Neben Memantine (Axura/Ebixa) kann auch Reboxetin (Solvex/ Edronax) gemeint sein; dieses Medikament ist dem Strattera (Atomexetin) sehr vergleichbar und ist ebenfalls ein Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer, allerdings als Antidepressivum zugelassen. Von daher sollte es dem Strattera vergleichbare Wirkungen bei milden bis moderaten AD(H)S haben - und wird auch entsprechend eingesetzt.
3. Nach alternativen Medikamenten wurde ja gerade nicht gefragt; auch in unserem Zentrum ist die Anwendung von Omega3 Fettsäuren bei AD(H)S von Erwachsenen definitiv nicht gebräuchlich, weil es KEINE bewiesene Wirkung gibt. Die angeführte Studie hat bei 117 Kindern einen schwachen Effekt gezeigt, eine Wiederholung ist bislang nicht publiziert (soviel zum Thema Literaturrecherche). Ob und inwieweit die Nahrungsergänzungsmittel helfen, wird tatsächlich auch bei Kindern noch kontrovers diskutiert, bei Erwachsenen ist hier noch nichts belegt!
Insofern: Wenn es bereits geholfen hat, würde ich eher der Ansicht von web4health folgen, Methylphenidat verordnen (privatzahlung) und falls wirklich nötig, den Blutdruck einstellen.MfG P. T.