So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an drhippokrates.
drhippokrates
drhippokrates, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 1990
Erfahrung:  Mehrjährige klinische Erfahrung in Innere Medizin, Neurologie und Psychiatrie
28345046
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Medizin hier ein
drhippokrates ist jetzt online.

Ich hatte Depressionen und habe ADHS und wurde 6 Jahre lang

Kundenfrage

Ich hatte Depressionen und habe ADHS und wurde 6 Jahre lang mit Antidepressiva und Stimulantien behandelt. W?hrend dieser Zeit war ich ziemlich d?nn (BMI 19), da mir st?ndig schlecht war und ich nicht bemerkt habe wenn ich hungrig war. Das Antidepressivum habe ich vor 1 Jahr abgesetzt, und habe jetzt von Ritalin auf Focalin umgestellt (Ritalin hat bei mir zu Herzrasen gef?hrt). Jetzt ist auch mein Appetit wieder da und ich bin ziemlich verunsichert, da ich als Teenie auch Essst?rungen hatte... und leider sind die ersten Anzeichen wieder da. Ich bef?rchte ich habe es mir in der Appetitlosigkeit recht bequem gemacht, obwohl ich h?ufig sehr hungrig war und mich deshalb nicht konzentrieren konnte. Wie soll ich mit meinem neuen Appetit umgehen? Meine ?rztin hat mir zu kalorienarmen Produkten geraten bis sich mein K?rper wieder eingespielt hat, damit ich nicht in Panik gerate und wieder in alte Verhaltensmuster zur?ckfalle. Allerdings habe ich Angst dass rationale Kontrolle des Essens die anfangende Essst?rung eher f?rdert. Was denken sie?
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.
Waren Sie jemals in Behandlung für Anorexie ? Tatsächlich ist ja essgestörtes / anorektisches Verhalten quasi auch eine Art Selbstmedikation hinsichtlich der emotionalen Schwankungen bzw. Impulskontrollprobleme bei ADHS. Methylphenidat bzw. Focalin ist dann häufig wie eine Art Wahrheitspille. Zwar hilft es, aber die sich angesammelten emotionalen Probleme (bzw. auch "quasi-Traumata" im lebenslangen Kontext) treten deutlicher zu Tage. Ich selber arbeite ja in einer Klinik für ADHS UND Essstörungen. Manchmal macht es wirklich Sinn, stationär das Essverhalten zu stabilisieren. Etwa 30 Prozent der Anorexie-Patientinnen unserer Klinik mit chronischem Verlauf (sog. multi-impulsiver Typ) haben ganz ähnliche Probelme. Allerdings weiss ich nicht, ob sie das so ambulant ohne eine Ernährungsfachkraft (Ökotrophologin) allein über gezügeltes Essverhalten schaffen. Wichtiger wären regelmässige Mahlzeiten (um die 1800-2100 kcal) verteilt auf 5 Mahlzeiten.
drhippokrates und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Guten Abend,

Vielen Dank XXXXX XXXXX Antwort. Wenn ich sie richtig verstehe, würden sie auch erstmal gezügeltes Essen vorschlagen, um dann wenn ich sicherer bin, auf "Essen nach Bauchgefühl" umzusteigen?
zu der stationären Therapie und dem ADHS:
Ich habe auch das Gefühl, dass einiges mit dem Focalin klarer ist... Zwar hatte ich das schon ein bisschen mit dem Ritalin, aber anscheinend reagiere ich recht stark auf das l-methylphenidat (unter anderem mit "Watte im Kopf"-Gefühl) so dass ich das ganz gut verdrängen konnte. Ich war mit 16-20 wegen Essstörungen (zuerst Anorexie, dann Bulimie) in Behandlung.
Ich kann verstehen dass sie denken, dass ich während der letzten Jahre Essstörungen hatte. Vielleicht haben sie da auch recht... Aber (vielleicht betrüge ich mich da) ich glaube nicht wirklich, dass ich während der letzten Jahre anorektisch war, für mich ist ein Hauptteil der Essstörung ein verzerrtes Körperbild und das ständige übers Essen nachdenken. Das hatte ich alles nicht, ich habe auch darauf geachtet, nicht untergewichtig (BMI < 19) zu werden (Schokolade sei dank). Ich habe auch teilweise sehr unter der Übelkeit die von Trevilor verursacht wurde, gelitten.
Allerdings bin ich erst ein wenig aus dem Tritt geraten, als ich wieder angefangen habe Sport zu machen und dann fast keine Stimulanzien mehr genommen habe weil ich weniger gebraucht habe und weil ich so starke Herz-Kreislauf Nebenwirkungen hatte dass ich vorher keinen Sport machen konnte. Das wäre vielleicht noch OK gewesen, aber dann kam das nächste: ich habe vor einigen Wochen geheiratet und die Schneiderin hat das Kleid zu eng geändert (ich weiss dass Diäten gefährlich sind wenn man Essstörungen hatte, ich hatte es extra 2 Grössen grösser gekauft), und ich hätte in der kurzen Zeit kein anderes Kleid mehr bekommen... Dann war ich in den USA, wo ich auf Focalin umgestellt wurde, Jetlag hatte und es ständig auf einer Konferenz zu essen gab...
Momentan fühle ich mich unsicher, denke übers Essen, Kalorien und Sport nach und fühle mich unwohl in meinem Körper. Aber ich esse 3-5 halbwegs vernünftige Mahlzeiten, mache nicht übermässig viel Sport (2-3 x pro Woche) und hatte keine Fressanfälle, Diätpläne, habe nicht gebrochen oder Abführmittel genommen. Bis jetzt ist es also "nur" die gedankliche Ebene.
Ich hätte darum Angst unter anderen mit womöglich schlimmeren Essstörungen noch weiter angesteckt zu werden, wo ich doch Essen u.ä. wieder vergessen können und unbewusst regeln möchte.

Trotzdem danke!