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drhippokrates
drhippokrates, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 1990
Erfahrung:  Mehrjährige klinische Erfahrung in Innere Medizin, Neurologie und Psychiatrie
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drhippokrates ist jetzt online.

Guten Tag! wir sind seit fast 20 Jahren verheiratet und

Kundenfrage

Guten Tag!

wir sind seit fast 20 Jahren verheiratet und haben seit Jahren schwerste Paarkonflikte.
Unser Suche nach externer Hilfe war bisher nicht erfolgreich. Von der Beratungsstelle der Jugendämter, resp. Kirchen bis zu Therapeuten, die wir über therapie.de gefunden haben, die entweder teure Wunderheiler waren (Geld bar auf die Hand) bis zu systemischen Therapeuten, die sogar im Doppel auftraten, fühlten wir uns nirgends so aufgehoben, dass wir wirklich eine Therapie beginnen konnten.

Wir haben schulpflichtige Kinder. Meine Frau - wie ich erst Jahre später erfuhr - ist durch eine unaufgearbeitete sadistische Vergewaltigung schwer traumatisiert und neigt zu spontanen Ausbrüchen von vernichtender Aggressivität, die uns, die Kinder und mich schwer bedrücken.

Frage: Welcher Fachbereich und welche Therapieform ist bei der beschriebenen Symptomatik ratsam. Wir haben noch einen Kennenlerntermin bei einem sytemischen Therapeuten (für Selbstzahler), ich befürchte aber, dass jeder misslungene Therapieversuch es noch schwerer macht, endlich Hilfe zu finden.

Viele Grüsse, noch anonym...
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.
Guten Tag !

Sekten- bzw. Opfer von sadistischer Gewalterfahrung haben tatsächlich häufig ganz spezielle und lang anhaltende Probleme in der Nähe-Distanzregulation, der Impulssteuerung und eben damit auch der Emotionsregulation in Beziehungen. Wenn in der Paartherapie die ja lang anhaltende und damit chronifizierte Traumatisierung nicht aufgegriffen werden kann, scheitern Therapiebemühungen häufig. Viele seriöse Paartherapeuten beginnen daher gar keine Therapie, bevor die Traumatherapie nicht zu einer ausreichenden Stabiilsierung geführt hat. Das ist aber wiederum auch problematisch, weil ja eine Traumatherapie bei dieser Problematik lang anhaltend sein kann.

Es fällt mir schwer, so pauschal eine Empfehlung zu geben. Ich könnte nur beschreiben, wie ich vorgehen würde. Das wäre in der Tat auch ungewöhnlich und nicht über Reden, sondern eher über die Verarbeitung von Traumata über innere Bilder (siehe www.emoflex.de). In Hinblick auf Paartherapie wäre dabei wichtig, dass ihre Frau quasi viele ihrer non-verbalen Ausdrucksmöglichkeiten auch wiederum als Trigger erlebt bzw. ständig scannt, ob Gefahr besteht. Sie wiederum werden kaum wissen, wie sie sich "richtig" verhalten können.

Hat ihre Frau eine laufende Therapie ? War sie schon einmal stationär in Behandlung ?
drhippokrates und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Hallo,

vielen dank XXXXX XXXXX Antwort. Nein, es gibt keine laufende Therapie und bisher auch keine stationäre Behandlung. Ihre Versuche vor Jahren die Problematik in Einzeltherapie aufzuarbeiten hat sie abgebrochen. Von der Seite wurde zudem eine Borderline-Störung diagnostiziert.

Viele Grüsse
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.
Das Problem bei derartigen Störungen ist, dass ihre Frau in einem dauernden Alarmzustand ist. Sie sieht dadurch viele Dinge als Bedrohung und reagiert auch so. Alles Neue wird speziell eben als "ungewiss" zugeordnet. Daher ist Therapie auch so verdammt schwer. Wie gesagt, ich bin dann eher über eine Therapie mit inneren Bildern, weil die weit mehr Distanzierung ermöglichen. Und sie es selber besser steuern kann.

So würde ich beispielsweise sie fragen wollen, wie ein Leben ohne alle Bedrohungen verlaufen wäre bzw. sich heute anfühlen würde. Sowas wie artgerechte Haltung eines Tieres. Dann nicht in Worten, sondern in Bildern : Welche Farbe hätte der Raum eines solchen Lebensraums ? Wie wäre die Temperatur ? Welcher Fußboden wäre passend ? Wie würde sie sich fühlen, wenn sie jetzt darin wäre ?

Weitergehend dann ? Wie verändert es sich, wenn andere in diesen Raum treten und ihr "Handlungspielraum" nehmen ?

Also nicht nach Schuld, Ursachen etc. suchen. Auch nicht viel reden. Eher traumaverarbeitend über Bilder und eine Form der Rechts-Links-Aktivierung, die sonst auch im Traum abläuft. Damit umschifft man viele Probleme, die sonst bei derartigen Traumafolgeproblemen auftreten.