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Christian Lee
Christian Lee, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 375
Erfahrung:  Facharzt für Allgemeinmedizin (12 Jahre Praxis) & Spezialist für Infektiologie (10 Jahre)
32376790
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Christian Lee ist jetzt online.

Bei mir ist zuf llig nach einer Blutprobe wegen Bandscheibenvorf lle eine

Kundenfrage

Bei mir ist zufällig nach einer Blutprobe wegen Bandscheibenvorfälle
eine Borrelioseerkrankung festgestellt worden.
Seit 14 Tagen nehme ich Doxycyclin.
Zusätzlich soll nun noch eine Gehirnwasserentnahme in der Wirbelsäule
entnommen werden.
Halten Sie dies unbedingt für notwendig ?
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Christian Lee hat geantwortet vor 7 Jahren.
Guten Abend,
das wäre ich auch zurückhaltend! Immerhin ist die Lumbalpunktion nicht ganz risikolos und der Aussagewert der Liquoruntersuchung bei Verdacht auf diese Infektion ist in vielen Fällen leider sehr unbefriedigend.

Aber zunächst eine Frage:
eine Borrelien-Infektion verursacht ja keine Bandscheibenvorfälle. Da bestehen überhaupt keine Zusammenhänge. Haben Sie denn Beschwerden die auf eine Nervenkompression durch protrudierte Bandscheiben hervorgerufen werden? Dazu müssten die Symptome genau passen, also die Region in der die ausstrahlenden Schmerzen wahrgenommen werden und/oder Zeichen von Muskellähmungen. Wäre dies der Fall, dann können Sie die Borrelien vergessen.

Das Problem der Borreliendiagnostik, genauer der Diagnostik von Infektionen mit dem Bakterium 'Borrelia burgdorferi' (durch Zeckenstich übertragen), liegt in den nach wie vor ungenügend genauen bzw. sicheren Labormethoden. Die Interpretation der serologischen Laborbefunde ist nicht einfach und wahrscheinlich die häufigste Labor-Fehldiagnose die es überhaupt gibt! Natürlich gibt es Tests welche meist etwas sicherere Aussagen ermöglichen, aber selbst diese müssen mit Zurückhaltung interpretiert werden und können ebenfalls zu falschen Schlüssen führen.

Aus dem Liquor (Rückenmarksflüssigkeit) kann bei Verdacht auf einen Befall des Zentralnervensystems (Hirnhaut/Hirn) ebenfalls eine serologische Diagnostik (Infektionsserologie) gemacht werden, aber auch diese ist oftmals nicht sicher zu interpretieren. Daneben kann auch ein direkter Nachweis der Borrelien selbst mittels einer neueren molekularen Methode (PCR) aus dem Liquor versucht werden. Die Empfindlichkeit dieser Methode ist aber sehr dürftig und ein negativer Befund schliesst eine sogl. Neuroborreliose noch keineswegs aus (u.a. Problem des sog. 'sampling error').

Experte:  Christian Lee hat geantwortet vor 7 Jahren.
Guten Abend,
das wäre ich auch zurückhaltend! Immerhin ist die Lumbalpunktion nicht ganz risikolos und der Aussagewert der Liquoruntersuchung bei Verdacht auf diese Infektion ist in vielen Fällen leider sehr unbefriedigend.

Aber zunächst eine Frage:
eine Borrelien-Infektion verursacht ja keine Bandscheibenvorfälle. Da bestehen überhaupt keine Zusammenhänge. Haben Sie denn Beschwerden die auf eine Nervenkompression durch protrudierte Bandscheiben hervorgerufen werden? Dazu müssten die Symptome genau passen, also die Region in der die ausstrahlenden Schmerzen wahrgenommen werden und/oder Zeichen von Muskellähmungen. Wäre dies der Fall, dann können Sie die Borrelien vergessen.

Das Problem der Borreliendiagnostik, genauer der Diagnostik von Infektionen mit dem Bakterium 'Borrelia burgdorferi' (durch Zeckenstich übertragen), liegt in den nach wie vor ungenügend genauen bzw. sicheren Labormethoden. Die Interpretation der serologischen Laborbefunde ist nicht einfach und wahrscheinlich die häufigste Labor-Fehldiagnose die es überhaupt gibt! Natürlich gibt es Tests welche meist etwas sicherere Aussagen ermöglichen, aber selbst diese müssen mit Zurückhaltung interpretiert werden und können ebenfalls zu falschen Schlüssen führen.

Aus dem Liquor (Rückenmarksflüssigkeit) kann bei Verdacht auf einen Befall des Zentralnervensystems (Hirnhaut/Hirn) ebenfalls eine serologische Diagnostik (Infektionsserologie) gemacht werden, aber auch diese ist oftmals nicht sicher zu interpretieren. Daneben kann auch ein direkter Nachweis der Borrelien selbst mittels einer neueren molekularen Methode (PCR) aus dem Liquor versucht werden. Die Empfindlichkeit dieser Methode ist aber sehr dürftig und ein negativer Befund schliesst eine sogl. Neuroborreliose noch keineswegs aus (u.a. Problem des sog. 'sampling error').

Jedenfalls übersteigt in vielen ähnlichen Fällen das Risiko der Lumbalpunktion den Gewinn an diagnostischer Sicherheit bei weitem. Im Zweifelsfall könnte ein Therapiezyklus gemacht werden, Doxicyclin ist zur Behandlung der Neuroborreliose allerdings nicht geeignet. Es müsste Ceftriaxon (Rocephin) verabreicht werden, und zwar in täglich 1x Injektionen über 10 Tage.

Also zusammengefasst: Falls Sie Beschwerden haben die mit den Bandscheibenvorfällen erklärt wären, dann ist eine weitere Suche oder gar Therapie einer Borreliose nicht sinnvoll.
Falls die Symptome aber gut zu einer Neuroborreliose passen, wäre sicher eine Lumbalpunktion sinnvoll, trotz allfälliger Interpretationsschwierigkeiten.

mit freundlichem Gruss, ChristXXXXX XXXXX
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falls diese Info hilfreich war, danke XXXXX XXXXX für die Honorierung mit "Akzeptieren"

Verändert von ChristXXXXX XXXXX am 02.07.2010 um 22:19 Uhr EST
Christian Lee und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Ich habe nun schon einen Termin am 5. Juli im Krankenhaus.

Überwiesen von meinem Hausartzt.

Er hält es für eine erforderliche Untersuchung , um festzustellen ,

ob die Infektion auch schon im Gehirn angekommen ist ,

da ich auch zunehmend unter Gedächtnisverlust leide.

Wie also soll ich mich entscheiden ?

Experte:  Christian Lee hat geantwortet vor 7 Jahren.
Ohne exakte Kenntnis Ihrer Krankheitsgeschichte und all Ihrer bisherigen Befunde kann ich Ihnen leider keine Empfehlung geben. Jede Festlegung auf Ja/Nein wär unseriös, mit evtl. üblen Folgen.

Die für mich neue Information, dass noch andere neurologische Probleme vorhanden sind, lässt natürlich vieles in neuem Licht erscheinen.

Was ich einfach rüberbringen wollte:
eine 'vorgefallene' Bandscheiben die auf Nervenwurzeln drückt und mit dazu passenden, klaren klinischen Zeichen und Bildern (MRT, CT) assoziiert, bedarf keiner Lumbalpunktion (LP) ausser es bestünden Hinweise auf eine Entzündung/Infektion oder allenfalls auf einen 'speziellen' Tumor (sehr selten!)..

Wenn nun aber Ihr Gedächnisproblem auf eine Infektion zurückzuführen sein könnte, dann sieht die Sache natürlich anders aus. Wie schon erwähnt ist eine LP zwar nicht risikolos, wenn sie aber von versierten Ärzten durchgeführt wird, mit anschliesssend vorschriftsgemässer Lagerung (des Patienten), dann ist das Risiko gering und in diesem Fall würde der diagnostische Nutzen das Risiko wohl deutlich übersteigen.

Ich empfehle Ihnen also nochmals rückzufragen, sich aber allenfalls dann doch dem Procedere zu unterziehen. Etwas wichtiges verpassen möchten wir ja schliesslich auch nicht.

Ich hoffe mit Ihnen auf einen glücklichen Verlauf

und grüsse Sie freundlich, ChristXXXXX XXXXX
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falls diese Info hilfreich war, danke XXXXX XXXXX für die Honorierung mit "Akzeptieren"

Verändert von ChristXXXXX XXXXX am 03.07.2010 um 09:37 Uhr EST