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Christian Lee
Christian Lee, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 375
Erfahrung:  Facharzt für Allgemeinmedizin (12 Jahre Praxis) & Spezialist für Infektiologie (10 Jahre)
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Christian Lee ist jetzt online.

Hallo, ich habe seit ca 2,5 Jahren eine Gangst rung, zig

Kundenfrage

Hallo,

ich habe seit ca 2,5 Jahren eine Gangstörung, zig Untersuchungen haben nichts gebracht, außer einen B12 Mangel, der behoben wurde und die Gangstörungen etwas verbesserte. Jetzt wurde ein Kupfermangel festgestellt, der Wert beträgt 550. Kann das die Gangstörung mit verursachen?
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Christian Lee hat geantwortet vor 7 Jahren.
Hallo,
falls die Verbesserung der Gangstörung wirklich auf die Korrektur des B12-Mangels zurückzuführen ist, dann müssen Sie nicht noch weitere Ursachen suchen.

Fraglich ist eventuell ob der Mangel wirklich genügend behoben wurde? Das Problem besteht darin, dass die Normalwerte (sog. Referenzwerte) für den minimalen B12-Spiegel im But sehr oft viel zu tief angegeben werden weil sie sich nur auf die normale Blutbildung beziehen. Ihr Problem war aber ein neurologisches Problem und bezüglich Neurologie haben sich bei B12 noch keine anerkannten Normalwerte durchgesetzt. Dies rührt daher dass es verschiedene Umstände zu berücksichtigen gibt die es unmöglich machen einen klar-verbindlichen Minimlwert zu definieren der dann für alle Menschen gültig wäre. Wenn ein solcher definiert werden müsste, dann müsste man den Wert auf etwa 400 festlegen, obschon für die meisten Menschen schon ein Wert von vielleicht 220 durchaus genügen würden.

Wollte man den möglchen B12-Mangel bei einem Wert von unter 400 korrekt abklären, so müsste ausser der B12-Bestimmung auch zunächst das sog. Holotranscobalamin bestimmt werden und wenn dies ausserhalb eines gewissen Bereiches liegt zusätzlich das Homozystein. Erst mit diesen drei Messwerten könnte man dann mit Sicherheit sagen dass der B12-Spiegel genügend oder eben ungenügend ist.

In der Praxis ist dieses, zwar optimale aber relativ teure, Vorgehen meist nicht praktikabel. So wird man einfach die Zahl der B12-Injektionen, nicht näher als 2-3 Wochen hintereinander, genügend gross machen. Mindestens 10 Injektionen der hochkonzentrierten Form sind in jedem Fall zu empfehlen. Allenfalls Wiederholung der ganzen Serie.

Auch muss bedacht werden dass neurologische, durch B12-Mangel verursachte Symptome oft nicht mehr vollständig rückgängig gemacht werden können, vor allem wenn sie schon längere Zeit bestanden haben.

Allerdings wurde Kupfermangel auch als mögliche Ursache einer Gangstörung beschrieben [Publikation in der Zeitschrift: Akta Neurologica 2007; 34(3): 166-169].
Nicht klar ist was der Wert '500' bedeutet. Es gibt verschiedene Einheiten und weitere Zusammenhänge müssen beachtet werden.

mit freundlichen Grüssen, ChristXXXXX XXXXX
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falls diese Info hilfreich war, danke XXXXX XXXXX für die Honorierung mit "Akzeptieren"
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

Hallo,

 

vielen Dank für Ihre Antwort. der Kupferwert lag bei 500 mikrogramm pro liter im Serum.

Mein Homocysteinwert lag damals bei 12... Ich glaube er sollte unter 10... sein. Von den ersten Symptomen bis zur ersten B12 Gabe in Tablettenform ist ca ein halbes Jahr vergangen. Die erste Injektion erfolgte nach etwa 9 Monaten.

Ich habe ein Jahr lang die Injektionen wöchentlich bekommen, weil die neurolog. Symptome nicht weggegangen sind. Heutw weiß ich, dass das viel zu viel war. Mein Eisen ist auch im Keller und ich habe gelesen, dass das mit B12 Injektionen zusammenhängen kann. Ist es auch möglich, dass das den Kupferspiegel und andere Spurenelement beeinflusst haben kann?

 

Herzliche Grüße I.Wengert

Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

Hallo,

 

ich bin unsicher wie das hier weiter funktioniert. Muss ich die erste Frage erst bezahlen, damit ich auf meine Folgefrage auch eine Antwort erhalte?

Experte:  Christian Lee hat geantwortet vor 7 Jahren.
Hallo, nein das müssen Sie nicht. Ich hatte Ihnen zwar geantwortet aber irgendwie ist dies nicht beim Server angekommen. Sonderbar jedenfalls!

Da Vitamin B12 wasserlöslich ist und mit der Niere ausgeschieden werden kann, sind Vergiftungen bzw. Hypervitaminosen mit diesem Vitamin nie bekannt geworden. Was zuviel ist wird einfach gleich ausgeschieden. Es verhält sich also ähnlich wie das Vitamin C.

Wie der Zusammenhang mit Eisen sein soll, es sei denn dass die Korrektur einer echten VitaminB12-Anämie (Perniziosa) zur Neubildung roter Blutkörperchen natürlich auch viel Eisen benötigt, das dann eben nicht mehr im Serum 'herumschwimmt', sehe ich pathophysiologisch keinen Zusammenhang zwischen B12 und Eisen.

Ich denke eher dass Ihre tiefen Werte für B12 und für Eisen eventuell auf eine gemeinsame Ursache zurückzuführen sind. Die selbe Ursache könnte ja auch hinter dem leichtgradig erniedrigten Kupferspiegel stehen.

Ansonsten wird Kupfermangel ebenfalls als Ursache neurologischer Symptome ähnlich den B12-Mangelsymptomen beschrieben. Doch konne ich keine sicheren quantitativen Zuordnungen finden, trotz aufwändiger Recherchen. Das Thema ist noch sehr neu und die Erkenntnisse werden wohl auch noch nicht von allen Neurologen bzw. Universitäten widerspruchslos akzeptiert. Im Zweifelsfall würde jedoch einer Supplementation mit Kupfer nichts im Wege stehen.

Allerdings: wenn durch chronischen B12-Mangel bedingte neurologische Symptome längere Zeit bestehen, so sind sie oft (wenn überhaupt) nur noch teilweise durch Normalisierung des Spiegels wieder rückgängig zu machen!

mit freundlichem Gruss, ChristXXXXX XXXXX
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

Hallo,

 

vielen Dank für Ihre Antwort. Eine letzte Frage habe ich noch. Ich hab gelesen, dass ein erniedrigter Kupferspiegel auch ein Hinweis auf Morbus Wilson sein kann. Sollte das erst abgeklärt werden, bevor ich Kupfer einnehme? Sonst kann ich doch eher Schaden anrichten.

 

Herzliche Grüße I. Wengert

Experte:  Christian Lee hat geantwortet vor 7 Jahren.
Nein, das macht keinen Sinn. Bei Morbus Wilson geht es um eine Ausscheidungsstörung von Kupfer. Zwar könnten gewisse Symptome den B12-Mangelsymptomen gleichen, jedoch wäre der Morbus Wilson gut erkennbar durch eine absolut typische, ringformige Ablagerung in der Regenbogenhaut (Iris), dem sog. Kayser-Fleischer'schen Ring. Dies ist ein Symptom dass jeder Medizinstudent gelernt hat und zeitlebens weiss, aber kaum einer später je zu sehen bekommt... Selbs als Laie könnte man ihn, bei genügend starker Ausprägung, im Spiegel selbst erkennen.

Aber, das sei hier betont: Nahrungsergänzungs-Präparate die Kupfer enthalten dürfen natürlich keine hohen Dosen enthalten sondern nur die als ungefährlich erwiesenen täglich zuzuführenden Normaldosen. Niemals sollte es möglich sein mit einer empfohlenen Standarddosierung eine Vergiftung 'einzufangen'.

freundlicher Gruss und gute Besserung! ChristXXXXX XXXXX


Verändert von ChristXXXXX XXXXX am 07.07.2010 um 18:27 Uhr EST