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Christian Lee
Christian Lee, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 375
Erfahrung:  Facharzt für Allgemeinmedizin (12 Jahre Praxis) & Spezialist für Infektiologie (10 Jahre)
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Christian Lee ist jetzt online.

hallo! was k nnen diese Symtome bedeuten fast t glicher durchfall,

Kundenfrage

hallo! was können diese Symtome bedeuten?: fast täglicher durchfall, sehr oft kopfschmerzen, ständige rückenschmerzen, extreme muskelverspannungen, immer wiederkehrender Pilz auf der Zunge, keine Gewichtsabnahme (egal, was ich versuche).. bin ständig müde..
Bin sehr verzweifelt. Mein Hausarzt kann nichts finden, weder im Blut, Urin oder Stuhl.. Alles in Ordnung. Aber das kann doch nicht nomal sein, oder?
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Christian Lee hat geantwortet vor 7 Jahren.
Guten Abend,
nein, normal kann das ja niemals sein. Das meinte doch hoffentlich auch Ihr Hausarzt, oder? "Alles in Ordnung" bedeutet in der Medizin eher: (noch) nichts auffallendes gefunden. Es muss also weiter gesucht werden bis die Ursache gefunden wird, da besteht kein Zweifel.

Die von Ihnen beschriebenen Symptome zählen zwar alle zu den sog. 'unspezifischen' Symptomen, also Symptome die sehr oft bei vielen verschiedenen Krankheiten auftreten und deshalb nicht so einfach Wegweiser zu einer bestimmten Diagnose sind.

Eine gewisse Ausnahme in Ihrer Liste ist der wiederkehrende Pilzbefall der Zunge. Zunächst muss aber klar sein ob diese Pilzinfektion überhaupt gesichert nachgewiesen wurde. Dazu braucht es einen mikrobiologischen Abstrich und bereits in einer Färbung sieht man unter dem Mikroskop die Pilzelemente, inklusive Pilzfäden. Falls nur in der Kultur Pilze gewachsen sind, und möglicherweise nur in geringer Zahl, so ist damit eine eigentliche Pilzinfektion der Zungen noch nicht bewiesen weil Pilze, meist Hefepilze der Gattung Candida, in geringer Menge (fast) überall vorhanden sind. Erst wenn sie zahlenmässig sehr stark vertreten sind, nur sichtbar in der Kultur oder der Mikroskopie, darf von einer Pilzinfektion gesprochen werden. Ein Belag auf der Zunge wird übrigens sehr häufig als 'Pilzinfektion' fehldiagnostiziert und mit irgendwelchen alternativen Medikamenten 'erfolgreich' behandelt. Weshalb nun dieses Herumreiten auf einer Pilzinfektion (Mykose, bzw. Candida-Mykose oder Soor-Mykose) der Zunge?

Dieses Bild kommt im Säuglingsalter, in den ersten Lebensmonaten, relativ häufig vor und ist auf das noch nicht vollständig ausgereifte Immunsystem zurückzuführen. Später verschwinden diese Soormykosen der Zunge und treten höchstens bei Schwächung des Immunsystems auf, bzw. auch in sehr hohem Alter, dabei wiederum bedingt durch die ungenügende Immunabwehr. Ursachen für eine 'ungenügende Leistung' des Immunsystems gibt es viele, nicht selten steckt z.B. ein Diabetes mellitus dahinter.

In der Annahme dass Ihre Krankheitssymptome schon länger dauern und keine Besserungstendenz sicht- und spürbar ist, wäre u.a. das nachfolgende Procedere zu empfehlen:
Falls die Pilzinfektion der Zunge gesichert und nicht bloss vermutet ist, müssen die verschiedenen Bereiche des Immunsystems labormässig gezielt abgeklärt werden (nicht immer ganz einfach). Dazu bzw. vorher muss eine umfassende Ganzkörperuntersuchung, sog. internistischer Status, gemacht werden, inklusive technischer Mittel wie Oberbauch-Ultraschall (Leber, Milz, Bauchlymphknoten) und Lungenröntgenbilder in zwei Ebenen. Bei Unklarheiten allenfalls ein CT oder MRT der Leber/MIlzregion. Falls irgendwo vergrösserte Lymphknoten tastbar sind sollten Biopsien gemacht oder einer davon gleich ganz zur Untersuchung herausgenommen werden. Zur Blutuntersuchung gehört unbedingt auch ein sogenanntes Differenzialblutbild mit präziser Beschreibung der weissen Blutkörperchen. Bei geringer Erfahrung der Praxisassistentinen oder bei deren Unsicherheit sollte der Blutausstrich zusätzlich einem Hämatologen zur Beurteilung geschickt werden. Zur chemischen Blutuntersuchung gehören auch eine Eiweiss-Elektrophorese und eine Immunelektrophorese. Auch Hormonuntersuchungen (z.B. Schilddrüsenhormone) gehören dazu und natürlich vieles andere mehr.

Betreffend Durchfall sei noch angemerkt, dass die Suche nach verursachenden Parasiten im Stuhlgang manchmal erst in einer von mehreren untersuchten Stuhlproben positiv wird. Generell werden mindestens drei negative Stuhlproben, gewonnen in Abständen von jeweils mindestens drei Tagen, verlangt um von der wahrscheinlichen Abwesenheit gewisser Darmparasiten zu sprechen. Eine einzige negative Stuhluntersuchung hat nur einen Aussagewert von vielleicht etwa 60% (je nach Art des vermuteten Parasiten). Falls diese mikrobiologische Stuhluntersuchungen ohne Resultat enden, so ist zweifellos eine Darmspiegelung und vielleicht auch eine Magen-Dünndarmspiegelung angezeigt!

Im weiteren müssten evtl., je nach den Befunden und Ihrer Vorgeschichte (Zustand nach Tropenreisen z.B.), nach speziellen Infektionserregern gefahndet werden. Eine ganze Reihe könnte prinzipiell in Frage kommen. Immer gehört auch ein HIV-Test dazu. Die Suche eines vermuteten Erregers muss je nach dessen wahrscheinlichem 'Aufenthaltsort' (Biologie) im Blut, Urin, Stuhl oder wo auch immer gemacht werden.

Eventuell wäre der Hausarzt froh mit einem Infektiologen zusammenarbeiten zu können. Fragen Sie ihn doch danach!

Genaueres kann ich Ihnen hier leider nicht raten aber ich denke die obigen Massnahmen, ergänzt durch gezielte weitere Untersuchungen, werden dem Arzt helfen das Problem aufzudecken und Ihnen eine gezielte Therapie anzubieten.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und grüsse Sie freundlich, ChristXXXXX XXXXX
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falls diese Info hilfreich war, danke XXXXX XXXXX für die Honorierung mit "Akzeptieren"

Verändert von ChristXXXXX XXXXX am 26.06.2010 um 19:14 Uhr EST

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