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Doc4You
Doc4You, Dr. med. univ.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 251
Erfahrung:  Neurochirurgie, Wirbelsäulen Chirurgie, Intensivmedizin, Neurologie
38338851
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Ich leide am Kurzdarm-Syndrom (nurmehr 2.20 m D nndarm und 70

Kundenfrage

Ich leide am Kurzdarm-Syndrom (nurmehr 2.20 m Dünndarm und
70 cm weniger Dickdarm. Wie soll ich,alleinstehend, kochen.
Wie mit Öl und Ghee umgehen ?
Danke!
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Doc4You hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Abend,
habe Ihnen hier eine kleine zusammenstellung gemacht.


http://www.kurzdarmsyndrom-und-ernaehrung.de/patienten/ernaehrung.html

Praktisches Vorgehen der Ernährung


1. orale Ernährung
  • hochkalorische (50-60 kcal/kg/d), flüssigkeitsreiche, nährstoffreiche und ballaststoffarme Kost
    Ziel: leicht verdauliche Kost, leichte Vollkost
  • Begrenzung der langkettigen Fette und Ersatz durch mittelkettige Fette (bis max. 50% der Energiezufuhr); ausreichende Versorgung mit essentiellen Fettsäuren
  • Eiweißanteil ca. 20% der Energiezufuhr (1,5 - 2,0 g/kg/d), Milcheiweiß (Calcium!) erwünscht (Joghurt, Quark, Magerkäse)
  • Vollkornbackwaren und zartes Gemüse, zunächst Beginn mit Rohpresssäften; wenn dieses konventionell nicht möglich ist zusätzlich durch nährstoffdefinierte oder chemisch definierte Formeldiäten (als Trinknahrung oder per Sonde)
  • anfängliche Vitaminzusetzung (nach ausgedehnten Entfernung): oral täglich 100mg
  • häufige (6-9) kleinere Mahlzeiten und anfangs nur zwischen den Mahlzeiten trinken; Alkoholkarenz
Berücksichtigung individueller Unverträglichkeiten und Wünsche


2. Sondenernährung über den Magen-Darm-Trakt( enteral)
  • als Langzeiternährung empfohlen, wenn die orale Nahrungsaufnahme nicht mehr ausreichend ist
  • pumpengesteuerte (meist nächtliche) Zufuhr, an den Stoffwechsel angepasste, zunächst verdünnte nährstoffdefinierte Formeldiät bzm. Oligopeptiddiät (bei >75% Dünndarmverlust)
  • Errechnung des Energiegehalt, der Nährstoffzusammensetzung und der medikamentösen Nährstoffzufuhr nach den gleichen Grundsätzen wie bei der oraler Ernährung

3. Ernährung unter Umgehung des Magen- Darm-Trakts ( parenteral)
  • als Langzeiternährung empfehlenswert bei stark verkürztem Restdarm nicht immer nur unter 60 cm, wenn der Ernährungszustand unzureichend ist und auch unter Sondenernährung sich der Ernährungszustand nicht verbessert oder stabilisiert hat.
  • neben der parenteralen Ernährung stets versuchen gleichzeitig oral oder enteral Nahrung zuzuführen (soweit praktikabel) um die Regeneration und funktionelle Adaptation des Restdarms zu unterstützen. („Resorptionstraining“).

Bei jeder Form der Nahrungszufuhr müssen das Körpergewicht, die Plasmaproteine, die Serumelektrolyte, der Flüssigkeits-, Vitamin- und Spurenelementhaushalt sowie Stuhlvolumen und Harnausscheidung regelmäßig kontrolliert und überprüft werden!


Unmittelbar auf den Patienten abgestimmt:
  • grundsätzlich sollte unmittelbar nach der OP mit der oralen Nahrung begonnen werden, um die verbleibende Aufnahmekapazität maximal zu nutzen und die Stimulation der Anpassung des Restdarms zu fördern.
    Anpassung bei bis zu 50%iger Entnahme des Dünndarms noch möglich.
  • Nach einer Leerdarmentfernung wird die Nährstoffaufnahme meist gut vom Krummdarm übernommen.
    ist die Anpassung nicht ausreichend bzw. die Restdarmlänge zu gering muss zur Nährstoffdeckung (v.a. Wasser, Mineralstoffe, Spurenelemente) die orale mit der parenteralen Ernährung kombiniert werden. Zottentraining des Dünndarms und vorübergehende unterstützende Ernährung über einen speziellen Venenkatheter häufig erforderlich.
  • Dünndarmentfernung mit intaktem Dickdarm? Kaum Durchfall bei intaktem Krummdarm ( wegen der Gallensäurerückaufnahme) ? intakter Dickdarm formt nicht genutzte Kohlenhydrate bakteriell zu kurzkettigen Fettsäuren um und nimmt diese dann auf ( Energielieferant)
  • Bei Restdarmlänge von 50-70cm ausschließliche orale Ernährung noch möglich, allerdings bedarf es im Regelfalls ein spezielles Training des Dünndarms und einer unterstützenden Infusionstherapie zur Sicherstellung der Ernährung.
  • Ist der Krummdarm nicht intakt bzw. mit entnommen treten die Gallensäure- und salze in den Dickdarm über. Diese hemmen die Wasserrückaufnahme im Dickdarm und führen so zu galligen Durchfällen. Wurden mehr als 100cm Krummdarm entfernt treten auch vermehrt Fettstühle auf. Diese sind weißlich, sehr übel riechend und stellen eine große Belastung für den Patienten dar.
  • Dünndarmentfernung mit Dickdarmentfernung: weiterer großer Wasser- und Elektrolytverlust und starke Durchfälle ? schlecht therapierbar
  • Bei einer Restdarmlänge von 110-115cm ist die ausschließliche orale Ernährung noch möglich
  • Dickdarmentfernung & Ileozäkalklappenverkust : weiterer großer Wasser- und Elektrolytverlust & starke Durchfälle
  • Bei einer Dünndarmrestlänge von 30-50cm muss auf Dauer parenteral ernährt werden.
http://docs.google.com/viewer?a=v&q=cache:ieqWHE_iVX EJ:www.med.tu-muenchen.de/de/gesundheitsversorgung/kliniken/ernaehrungsmedizin/PDF/Kurzdarm.pdf+ern%C3%A4hrung+kurzdarmsyndrom&hl=de&gl=de&pid=bl&srcid=ADGEEShmqothAeCSBcYH-VQbE5m9SjaZoYj7_xh-wvyiF1msi6aLqTMIZqa1d50ChCl9cJih4lDQ6uY92_3NZh9ObZdTu9zqTpIa22h2fHP1QrZaXGoze_Hxm57muJYGxB7js1OWo80v&sig=AHIEtbTCuBK2j8zCbZbZfAE_LaApw1gjkg


Hoffe es hilft Ihnen ein wenig im Alltag.

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