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Christian Lee
Christian Lee, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 375
Erfahrung:  Facharzt für Allgemeinmedizin (12 Jahre Praxis) & Spezialist für Infektiologie (10 Jahre)
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Christian Lee ist jetzt online.

Hallo, ich habe folgende frage Mein Bruder wurde vor paar

Kundenfrage

Hallo, ich habe folgende frage: Mein Bruder wurde vor paar Minuten von einem Mann angegriffen und am arm gebissen. Der Mann war Sinti, ist unbekannt und ist verschwunden. Aus der Wunde kam kaum Blut raus, die Wunde sollte aber ziemlich tief sein. Ich, selber Arzt, hab meinen Bruden berate, sich d´gegen Tetanus impfen zu lassen. Was für eine HIV- oder Hepatitis B u. C-Gefahr besteht. Was kann man prophylaktisch oder therapeutisch unternehmen - Immunoglobulingabe?? was würde sinn machen.
bedanke XXXXX XXXXX voraus

Dr. Kiril Charov
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Christian Lee hat geantwortet vor 7 Jahren.
Hallo Herr Kollege,
falls der Bruder gegen HBV geimpft ist und der Antikörpertiter nachgewiesen wurde, kann eine Infektion mit diesem infektiösesten Virus der obigen Liste ausgeschlossen werden.

Ansonsten bzw. im übrigen wären die folgenden Möglichkeiten zu evaluieren:

1. Abnahme eines Nullserums (kann sich als sehr wertvoll erweisen)

2. kombiniert aktive + passive Impfung gegen HBV, ähnlich wie beim Neugeborenen einer HBV-Ag positiven Mutter. Als Aktivimpfung wäre natürlich die Kombination mit HAV zu empfehlen, sofern nicht bereits aktiv geimpft gegen HAV. Zur Passivimpfung gibt es die bekannten Immunglobulinpräparate.

3. Gegen HCV gibt es leider keine prophylaktische Möglichkeiten. Hingegen empfehlen sich zwei oder drei Serologien im Verlauf, abgesehen vom Nullserum:
- ca. 3 Wochen nach Verletzung
- ca. 3 und 6 Monate nach Verletzung
falls die letzte Kontrolle negativ war, kann HCV definitiv vergessen werden (bei neg. nach 3 Monaten bereits äusserst unwahrscheinlich). Die Infektiosität von HCV ist im übrigen sehr viel geringer als diejenige von HBV (ähnlich HIV).

Im Falle einer Ansteckung natürlich Bestimmung von viral load und Genotyp. Dann unverzüglich Ribavirin+Interferon nach guidelines

4. für HIV stellt sich wirklich die Frage ob nicht eine Postexpositionsprophylaxe sinnvoll wäre. Ich denke dass die Voraussetzungen hier eigentlich klar gegeben sind. Die Prophylaxe sollte sofort beginnen, optimal innert 2 Stunden!

Trotz erfolgreichen Möglichkeiten den Infektionsverlauf zu beieinflussen ist und bleibt (vorerst) HIV eine lebenslange Infektion die lebenslange Suppressionstherapie erfordert. Wie erwähnt ist die Infektiosität zum Glück weniger hoch als bei HBV, aber natürlich nicht Null.
Auch hier sind serologische Kontrollen ähnlich obiger HCV-Empfehlung angebracht. Weil für HIV auch das Virus selbst mit relativ hoher Sensitivität nachweisbar ist, wäre das Kontrollschema (immer kombiniert Ag/Ak testen) vielleicht so optimal:
- Nullserum
- 10 Tage
- 3 Wochen etc.

mit freundlichem Gruss, ChristXXXXX XXXXX
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falls diese Info hilfreich war danke XXXXX XXXXX für die Bestätigug mit "Akzeptieren"