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Dr. med. N. Gabriel
Dr. med. N. Gabriel, Fachärztin
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 338
Erfahrung:  Fachärztin für Gynäkologie, breites Wissen Allgemeinmedizin und Psychiatrie
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Dr. med. N. Gabriel ist jetzt online.

Meine Frau ist vor acht Tagen an einem Tumor auf den Eierst cken

Kundenfrage

Meine Frau ist vor acht Tagen an einem Tumor auf den Eierstöcken operiert worden.
DerTumor hat sich als bösartig erwiesen. Der behandelnde Arzt sagt, daß alles
ausgeräumt sei, er empfiehlt aber eine Chemo. Ich habe das Path. Gutachten vor-
liegen und möchte um Rat bitten, ob bei diesem Stand eine Chemo nötig ist.
Bitte um Antwort.
A. Hünseler
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.
Guten Tag !

Wie Sie vielleicht wisse, werden bösartige Tumore wie das Ovarialkarzinom nach vorgegebenen Leitlinienempfehlungen behandelt. Dabei richtet sich die Behandlung auch nach dem sog. Staging, d.h. der Ausbreitung des Tumors.

Eine Chemotherapie beim Ovarialkarzinom zielt u.a. darauf, etwaige frühe Absiedelungen (Metastasen) zu erfassen und zu behandeln, da dieser Tumor leider dafür sehr berüchtigt ist.

Welche Befürchtung verbinden Sie denn mit der Chemotherapie ?

Experte:  Dr. med. N. Gabriel hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Herr Hünseler,
gerne möchte ich Ihnen auch weiterhelfen.
Wenn Sie uns die Zusammenfassung des pathologischen Berichts einmal abschreiben könnten, sowie die Zusammenfassung des CT-Befundes von vor der Operation, dann könnte ich Ihnen ggf. einige statistische Daten mitteilen, wie viel Vorteil eine Chemotherapie Ihrer Frau bringen kann. Einige Fragen würden bei der Therapieempfehlung noch weiterhelfen: Wo ist Ihre Frau operiert worden (von wem) und welche Organe wurden alle entfernt? Wie alt ist Ihre Frau und bestehen Vorerkrankungen wie zum Beispiel Herzkrankheit?
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

 

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Wenn Sie mir eine Faxnummer mitteilen würden, könnte ich Ihnen

den Bericht über den Path.Befund übersenden, zumal dort auch weitere Angaben

zur Person usw. enthalten sind.

 

Vielen Dank XXXXX XXXXX

A.Hünseler

Experte:  Dr. med. N. Gabriel hat geantwortet vor 7 Jahren.
Meine Faxnummer lautet: 02104-5051506
Dr. med. N. Gabriel, Fachärztin
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 338
Erfahrung: Fachärztin für Gynäkologie, breites Wissen Allgemeinmedizin und Psychiatrie
Dr. med. N. Gabriel und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  Dr. med. N. Gabriel hat geantwortet vor 7 Jahren.
Bei Ihrer Frau besteht ein Adenokarzinom des Eierstocks im Stadium IIIC. Am aller Wichtigsten bei der Therapie ist eine sehr sorgfältige Therapie mit Entfernung aller sichtbaren Tumoranteile. Wichtig ist hierbei vor allem, dass nicht nur die befallenen Organe entfernt werden, sondern auch das Bauchfell (parietale Peritoneum), wenn es hier Hinweise auf einen Tumorbefall gibt.
Ich konnte der Histologie nicht entnehmen, dass die Gebärmutter entfernt wurde und gehe davon aus, dass die bereits fehlte, ansonsten muss diese selbstverständlich auch noch entfernt werden. Außerdem konnte ich dem Bericht nicht entnehmen, dass eine systematische Lymphknotenentfernung durchgeführt wurde. Es wurde jeweils 5 pelvine LK entfernt. Für eine systematische pelvine Lymphknotenentfernung sollten mindestens 25 LK entfernt werden. Außerdem sollte auch eine paraaortale LK-Entfernung erfolgen (d.h. die LK neben der Bauchaorta bis hin zu den Nierenarterien). Dies scheint nciht gemacht worden zu sein. Um Ihrer Frau einen maximalen Therapievorteil zu verschaffen, sollte ggf. nochmals nachoperiert werden. Studien haben gezeigt, dass eine OP durch einen spezialisierten Operateur in einem Zentrum einen deutlichen Überlebensvorteil im Vergleich zu einer OP in einem kleinen Krankenhaus bietet. Daher würde ich Ihnen raten, die Klinik in Großhadern/München aufzusuchen.

Zum Thema Chemotherapie: Studien konnten zeigen, dass durch die Gabe von 6 Zyklen Carboplatin und Taxol ein Überlebensvorteil entsteht. Dies ist zwar eine relativ aggressive Chemotherapie, aber nur dadurch können die im Körper verstreuten Krebszellen abgetötet werden. Heutzutage gibt es sehr gute Medikamente, die gegen die schlimmmen Nebenwirkungen der Chemotherapie einigermaßen gut helfen. Besonders die Übelkeit lässt sich bei den meisten Patientinnen gut in Griff kriegen. Neuere Studienergebnisse haben zudem gezeigt, dass der Ersatz des Zytostatikums Taxol durch Taxotere etwas weniger Nebenwirkungen hat, dafür aber genauso wirksam ist.

Leider muss ich Ihnen aber mitteilen, dass die Erkrankung Ihrer Frau in dem Stadium nur noch minimale Heilungschancen hat. Sämtliche Therapie zielt darauf ab, das Leben zu verlängern und jeder muss für sich ganz individuell entscheiden, ob er dies möchte oder nicht. Eine Entscheidung, die niemand ihrer Frau abnehmen kann. Wenn sich Ihre Frau gegen eine Chemotherapie entscheidet, muss dies akzeptiert werden. Sowohl von Ihnen als natürlich auch für die behandelnden Ärzte.

Ich wünsche Ihnen für die kommende Zeit ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen, damit Sie Ihrer Frau gut zur Seite stehen können.