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Christian Lee
Christian Lee, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 375
Erfahrung:  Facharzt für Allgemeinmedizin (12 Jahre Praxis) & Spezialist für Infektiologie (10 Jahre)
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Christian Lee ist jetzt online.

Hallo, im November wurde ich wegen einer Diverkulitis operiert.

Kundenfrage

Hallo,

im November wurde ich wegen einer Diverkulitis operiert. Wenige Tage nach der laproskopisch durch geführten Op riss die Darmnaht. Es folgte eine zweite Operation mit großem Schnitt und Anlage eines Stoma. Wegen einer Wundheilungsstörung folgte eine VAK-Versorgung bis Ende Februar. An Ostern ließ ich nun das Stoma zurück verlegen. Seit einigen Tagen schwillt der Bauch bei Belastung rechts wo das Stoma war an und wird hart. Meist wird der Bauch nach kurzer Zeit wieder weich. Die Stuhlhäufigkeit betrug schnell nach der letzten Op nur noch ein bis zweimal täglich und der Stuhl war auch geformt. Seit Kurzem jedoch ist der Stuhl wieder breiig und ich muss sechs bis acht Mal täglich die Toilette aufsuchen.

Vor zwei Tagen wurde ein Ultraschall gemacht. Ein Narbenbruch soll nicht vorliegen. Allerdings fand man links neben der Blase einen Hohlraum der mit Flüssigkeit gefüllt sein soll. Der Arzt meine über/durch den Hohlraum führe die Darmnaht. Nun bin ich doch etwas unruhig. Der Arzt meinte man solle die Flüssigkeitansammlung beobachten. Zu den eigentlichen Beschwerden sagte er jedoch nichts.

Ich hoffe es kann mir jemand weiter helfen.

Viele Grüße
Sigrid W.
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Christian Lee hat geantwortet vor 7 Jahren.
Liebe Frau W.,
die Tatsache dass sich die Schwellung erstens im Bereiche des vorherigen Stomas ausbildet und zweitens nur bei 'Belastung' (pressen wahrscheinlich) auftritt spricht eindeutig für eine Bauchwandhernie bzw. Narbenhernie in diesem Fall. Die Ultraschalluntersuchung jedoch soll eine solche nicht nachgewiesen (=ausgeschlossen?) haben. Da stellt sich wohl zunächst die Frage ob die Sonografie korrekt duchgeführt wurde: mussten Sie pressen während der Untersuchung bzw. war die Schwellung während der Untersuchung vorhanden oder vielleicht doch nicht?

Falls es nicht gelang die Sonografie bei gleichzeitig bestehender Vorwölbung durchzuführen kann eine Hernie (Narbenbruch) keineswegs ausgeschlossen werden!

Die Bedeutung des ominösen, flüssigkeitsgefüllten Hohlraumes neben der Blase ist sehr diskussionswürdig. Da müsste sich der untersuchende Arzt (Ultraschaller) mit den Chirurgen die Sie operiert haben in Verbindung setzten und die Natur dieses Hohlraumes diskutieren bzw. klären! Dies scheint mir unabdingbar und da empfehle ich Ihnen, oder vielleicht besser Ihrem Hausarzt, Druck zu machen und Klärung zu verlangen. Die Aussage, "durch den Hohlraum führe die Darmnaht", wäre vereinbar mit einem Abszess im Bereiche der Anastomosennaht, einer Situation die ja unbedingt einer Klärung bedürfte bevor evtl. noch grösseres Unheil angerichtet würde.

Nicht gerade vertrauensbildend ist die Nicht-Beantwortung Ihrer Fragen zur Ursache der Durchfällle. Dies ist absolut unentschuldbar! Falls der Arzt keine Ahnung hat über mögliche Ursachen der Durchfälle oder wie diese abgeklärt werden können, so soll er Sie bitte schön an einen Gastroenterologen überweisen und nicht einfach Sie mit Ignorieren Ihrer Fragen kaltstellen.

Leider kann ich Ihnen aufgrund der vorliegenden Informationen alleine keine weitergehenden Empfehlungen geben. Da müssen sich Ihre Ärzte aufraffen!

mit freundlichem Gruss, ChristXXXXX XXXXX
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falls diese Info hilfreich war, danke XXXXX XXXXX für die Honorierung mit "Akzeptieren"
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Herr Dr. Lee,

vielen Danke für Ihre Antwort.

Das Ultraschall wurde während meiner derzeitigen Reha durch geführt, heute, da die Entlassung bevorsteht wiederholt. Die Schwellung war nicht vorhanden beim Schallen.

Heute war ein anderer Arzt tätig. Er meinte es sei eher nicht normal gewesen das der Stuhl schon wieder so regelmässig und geformt auftrat. Eher sei der jetzige Zustand normal. Er meinte die Flüssigkeitsansammlung solle halt einfach beobachtet werden, so lange kein Fieber auftrete sei es nicht schlimm, könne sich zurück bilden. Und die Schwellung bzw. Verhärtung unter Belastung (kurze Spaziergänge, Gymnastik nach Op und angeordnetes Ergometertraining) sei auch kein Grund sich Sorgen zu machen.

Mein Vertrauen in die Ärzte hier in der Reha-Klinik ist doch etwas belastet. Ich hoffe bis Dienstag hält sich alles wie bis jetzt. Ich denke bei Schmerzen oder Fieber wird man auch hier tätig werden. Dann fahre ich ja nach Hause und werde noch am Nachmittag meinen Hausarzt aufsuchen.

Viele Grüße
Sigrid W.

Experte:  Christian Lee hat geantwortet vor 7 Jahren.
Die Sache mit der Vorwölbung, zweifellos eine Narbenhernie, ist sicher nicht gefährlich solange es keine Einklemmungserscheinungen gibt. Allerdings besteht oft die Gefahr dass sich solche Hernien mit der Zeit vergrössern. Sie und könnte jedenfalls später mit einem Netz verschlossen werden.

Wenn der Durchfall weg ist, unso besser. Es könnte sich übrigens am ehesten um eine Darminfektion mit einem pathogenen Stamm von Clostridium difficile handeln. Dies tritt zwar meist innert 6 Wochen nach einer Antibiotikatherapie auf, kann im Spital aber auch anderswie (als Spitalinfektion) erworben werden. Oder wurde in den letzten 2 Monaten eine Antibiotikatherapie durchgeführt?

Ein solcher Durchfall ist übrigens nicht immer harmlos. Abgeklärt wird mit Stuhluntersuchungen mit denen diese Bakterien, eben Clostridium difficile, bzw. deren Giftstoffe (C.difficile - Toxine) nachgewiesen werden können. Bei positivem Nachweis müssten diese Bakterien ihrerseits mit einem speziellen Antibiotikum eliminiert werden.

So hoffe ich mit Ihnen dass alles noch gut ausgeht!

mit freundlichem Gruss, ChristXXXXX XXXXX
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