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Christian Lee
Christian Lee, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 375
Erfahrung:  Facharzt für Allgemeinmedizin (12 Jahre Praxis) & Spezialist für Infektiologie (10 Jahre)
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Christian Lee ist jetzt online.

Guten Tag. Mein Freund leidet unter starken R ckenschmerzen

Kundenfrage

Guten Tag.
Mein Freund leidet unter starken Rückenschmerzen seit letzten Oktober. Erst war verdacht auf einen Bandscheibenvorfall, von dem aber nach ca. 1 Monat auf dem MRI nichts mehr zu sehen war. Dennoch waren die Schmerzen stark. Mit Verdacht auf Rheuma, ging er zum Rheumatologen, worauf der nichts fand und ihm Physiotherapie oder eine Anästhesiespritze vorschlug. Mein Freund entschied sich für die Physiotherapie. Seit 3 Monaten ist er nun in der Physiotherapie, aber es hat sich nichts verändert. Das Gefühl ist, als wäre etwas eingeklemmt in der unteren Rückenpartie eher auf der linken Seite. Meistens strahlt es bis in die Pobacke runter. Der Schmerz ist dauernd auch im liegen, aber auch bei gewissen Bewegungen (wie zu grosse Schritte) besonders stark. Wir wissen nicht genau wie wir weitermachen wollen. Er hat noch ziemlich Probleme mit den Füssen (Entzündungen in den Fersen). Sollte er mal zum Ostheopat? oder Orthopäd? beim Giro war er schon. Danke XXXXX XXXXX Feedback.
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Christian Lee hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Nachmittag,
der Rheumatologe fand 'nichts', die Physiotherapie hat über 3 Monate hat nichts verändert und trotzdem hat der Freund vom Rücken gegen das Gesäss hin ausstrahlende Schmerzen.

Was hat denn der Rheumatologe als Ursache der Schmerzen angesehen? Hat er zumindest eine Verdachtsdiagnose geäussert, was es denn sein könnte?

Auch der Physiotherapeut muss doch "irgendetwas was nicht stimmte" gefunden haben, sonst hätte er ja wohl gar nicht gewusst welche Therapien (und wo überhaupt) er machen muss. Hat er nie etwas verlauten lassen wo eigentlich die Wurzel des Problems liegt?

Verwunderlich ist auch dass offensichtlich auch der Chiropraktor entweder keinen krankhaften Zustand gefunden hat oder einfach nicht beheben konnte und deswegen nichts dazu gesagt hat.

Da eine Nerven(wurzel)kompression durch eine Bandscheibe mittels MRI ausgeschlossen wurde ist die Diskushernie ebenfalls kein Thema mehr.

Im Bewusstsein dass aus der Ferne manches anders aussehen mag als in Kenntnis der gesamten Krankengeschichte mit allen Befunden wage ich hier zu vermuten dass - wieder einmal - bloss nach der klassischen Nerven(wurzel-)kompression gesucht wurde, sicher auch nach röntgenologisch sichtbaren Knochen- und Gelenkproblemen, dass aber der Zustand der Muskulatur ausser Acht gelassen wurde.

Erfahrungs-Tatsache ist nun zweifelsfrei dass viele solcher Schmerzzustände, ob akut oder bereits chronifiziert, sehr häufig auf rein funktionelle Störungen von Bereichen der Skelettmuskulatur zurückzuführen sind. Im Volksmund spricht man von 'Verspannungen', im Fachjargon von 'pathologischem Hypertonus' der betroffenen Muskulatur. Im Fall Ihres Freundes ist gut vorstellbar dass die li.-seitige Lumbal- bzw. Lumbosakrale Muskulatur krampfartig verspannt und damit dauer- und druckschmerzhhaft ist. Dies müsste aber mindestens der Physiotherapeut bemerkt haben! Dazu ist vorstellbar dass seine Therapien, die durchaus fachgerecht durchgeführt wurden, einfach zu wenig oder nicht wirksam waren. Da kann ihm kein wohl Vorwurf gemacht werden.

Manchmal können solche Zustände nur mit invasiveren Interventionen, wie Infiltrationen eines Lokalanästhetikums (Lidocain 0.25% ist ausreichend) direkt in die betroffene Muskulatur, behoben werden. Alternativ gibt es das Verfahren des sog. "dry-needling", bei der die selben Punkte behandelt werden aber durch blosse Stimulation mit einer Nadel, allerdings eine recht schmerzhafte Prozedur. Oftmals führen Manualtherapeuten oder Chiropraktoren diese Behandlungsart durch.

Die "Entzündungen" in den Füssen dürften ohne weiteres mit dem oben erwähnten in Zusammenang stehen. Wurde denn eine wirkliche Entzündung gefunden oder ist diese 'Diagnose' einfach wegen der sonst nicht erklärbaren Schmerzen entstanden? Meiner Erfahrung nach sind auch hier sehr oft muskuläre Hypertensionen im Hintergrund (der Unterschenkelmuskel!) und wenn diese mit Lidocain infiltriert werden so sind oftmals auch die Schmerzen in den Füssen schlagartig verschwunden. Aber, selbstverständlich gibt es auch wirkliche Entzündungen im Bereiche der Fersen, die dann natürlich anders behandelt würden. Das Zusammenfallen dieser Art von Problem mit den Rückenproblemen bei Ihrem Freund spricht allerdings stark für eine gemeinsame Ursache.

Nota bene werden oftmals in die Beine/Füsse ausstrahlende Schmerzen voreilig als radikuläre "Bandscheiben-bedingte" Schmerzen interpretiert. Dazu müsste aber der klinische Befund passen und auch im MRI wäre die plausible Erklärung zu erwarten.

Es ist eben nicht alles durch Nervenkompression bedingt was sich als in die Beine ausstrahlende Schmerzen manifestiert.

Meine Empfehlung:
Suchen eines Arztes der Erfahrungen mit diesen Infiltrationstherapien oder allenfalls auch mit dry-needling hat. Bin mir fast sicher dass damit das Problem lösbar wäre.
Vermeiden würde ich hingegen Quacksalber, von denen es bald so viele wie Sand am Meer gibt...

mit freundl. Gruss, ChristXXXXX XXXXX
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falls diese Info hilfreich war, danke XXXXX XXXXX für die Honorierung mit "Akzeptieren"

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