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drhippokrates
drhippokrates, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 1990
Erfahrung:  Mehrjährige klinische Erfahrung in Innere Medizin, Neurologie und Psychiatrie
28345046
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drhippokrates ist jetzt online.

Ich m chte einen Ver nderungsantrag beim Versorgungsamt stellen

Kundenfrage

Ich möchte einen Veränderungsantrag beim Versorgungsamt stellen wegen Erhöhung des GdB auf 50 (bisher 30 wg. chronischer Schlafstörung und hypofunktioneller Stimmstörung nach Schilddrüsen OP).
Ich war gerade 6 Wochen in einer psychiartrischen/psychosomatischen Fachklinik (Diagnosen lt. Abschlussbericht: Dysthymia seit mind. 3 Jahren, generalisierte Angststörung, ansatzweise soziale Phobie, intermittierender Tinnitus)
Ich denke, dass das Versorgungsamt meinen behandelnden Psychiater an meinem Heimatort zu einer Stellungnahme auffordern wird. Ich glaube aber, das Erstellen von solchen Gutachten ist nicht seine starke Seite, weil es dabei, so mein VDK-Berater, auch darauf ankommt, dass nicht nur die Diagnose sondern auch die Auswirkungen auf das tägliche Leben beschrieben werden.
Können Sie mir Hinweise geben worauf man bei einem solchen Gutachten achten müsste?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Tag !
Das Versorgungsamt wird sich eher den Abschlussbericht der Psychosomatischen Klinik anschauen. Ich denke nicht, dass eine neue Stellungnahme angefordert wird.
Wichtiger als "Diagnosen" sind aber dem Versorgungsamt Einschränkungen im Alltag, die SIE beschreiben. Das hat der VDK-Berater völlig richtig gesagt. Nur sollten SIE eben eine solche Eingabe machen. Wie sie vielleicht wissen, werden ja Diagnosen bzw. Funktionseinschränkungen beim GdB nicht addiert, sondern zusammengezogen. Das bedeutet, dass auch bei neu hinzugekommenen "Diagnosen" solange der GdB eher gleich bleibt, wie nicht in einem völlig anderen Bereich neue Beschwerden (etwa eine Lähmung im Bein) hinzukommt.
Da ich selber in einer Psychosomatischen Reha-Klinik arbeite, kenne ich die Enttäuschung der Patienten, wenn das Versorgungsamt nicht "erhöht". Eher aussichtsreich für den Alltag ist ein Gleichstellungantrag, der sie auch mit einem GdB von 30 Schwerbehinderten mit GdB 50 gleichstellt.

Für den Antrag müssten sie darlegen können, dass sich gegenüber dem Vorbefund eine Verschlechterung in ihrem Alltag ergeben hat (das wird echt schwer, weil sie ja gerade in der Klinik waren). Beispielsweise : Wegen der Generalisierten Angststörung verlasse ich nicht mehr das Haus, auch im Haus muss ich von meiner Tochter xy versorgt werden, ständig befürchte ich.... So in der Art.

Gute Besserung und viel Erfolg
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Das Änderungsformular des Versorgungsamtes sieht keine detaillierte Stellungnahme von mir vor, sollte ich trotzdem ein Blatt dazulegen?<br />Ein Gleichstellungsantrag hilft mir nicht, ich benötige GdB 50 um als beamtete Lehrerin eine Stundenermäßigung zu bekommen, die ich aufgrund der Stimmprobleme dringend benötige. Dieses Grundproblem(Superiorparese) ist auch verantwortlich für die weiteren Probleme, die durch denn ständigen Stress entstanden sind. Die Schlafstörung besteht unabhängig schon seit 16 Jahren.<br />Das Versorgungsamt berücksichtigt aber berufliche Beeinträchtigungen nicht speziell. Bei mir wirkt sich das aber auf den kompletten Alltag aus.<br />Meinen Sie, ich sollte wegen des Klinikaufenthaltes noch warten mit einer Antragstellung?<br />Ist es vielleicht sinnvoll zu erwähnen, dass wegen der weiter bestehenden Belastungen durch Schlaf- und Stimmproblem mit einem weiterbestehen der psychischen Probleme zu rechnen ist?
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 6 Jahren.
Ah ja, der Grund ist berechtigt für einen Verschlimmerungsantrag :

Zunächst ein Tip gegen die Schlafstörung (das müssen sie dem Versorgungsamt nicht mitteilen, wenn es klappt). Probieren sie mal das Schlafhormon Melatonin (Circadin 2mg) 30 min vor dem Schlafen und reduzieren sie Bildschirmtätigkeiten ab 22 Uhr. Gerade hochsensible Menschen haben häufig Verschiebungen des Schlaf-Wacht-Rhythmus, die man erst regulieren muss. Antidepressiva bzw. Medikamente verschlimmbessern das Problem. Dann noch ein Tip für eine Therapie bzw. Selbsthilfeoption (www.emoflex.de. Dort findet auch ein Workshop zu Burnout statt). Das Emoflex-Verfahren ist bei Stress und Hochsensibilität bzw. "Depressionen" sehr wirksam und schnell einsetzbar.

Aber jetzt zur Argumentationsbasis :
Weil sie trotz Therapiebemühungen Schlafstörungen mit nicht erholsamen Schlaf haben, können sie morgens nicht ausgeschlafen sein. Sie haben nur eine begrenzte Ausdauer für Daueranforderungen, die aber in der Schule anfallen. Da findet sich vielleicht ein Beispiel von Sachen, die sie in der 5. oder 6. Stunde nicht mehr so schaffen, geschweige denn die Korrekturen und Vorbereitungen. Da haben sie Erschöpfungen bzw. ggf. auch Kopfschmerzen etc. Weil sie so dauerangespannt sind, können sie aber wiederum nicht Einschlafen.
Gerade weil sie eine Dysphonie mit der Stimmproblematik haben, wirkt sich dies jetzt doppelt aus. Einmal müssen sie weit mehr Anstrengung als andere Lehrer aufwenden, können es aber nicht durchgängig. Einerseits weil die Stimme versagt, andererseits, weil die Ausdauer für Anstrengung durch die Schlafproblematik bestehgt.
Ihr Berufsalltag ist ja nicht um 12 Uhr vorbei. Daher kann man den kompletten Alltag da mit einbeziehen.

Wenn die Stimmprobleme neu mit eingeführt werden, sehe ich Chancen. Ich würde also ein Blatt als Stellungnahme beifügen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Vielen Dank, XXXXX XXXXX sehr hilfreich, auch Ihre Tipps zum Schlafen - habe schon alles mögliche ausprobiert (Stilnox intermittierend, Trimipramin nicht vertragen, jetzt Valdoxan), aber keine wirkliche Besserung.
Meinen Sie ich sollte mit dem Antrag noch warten, bis ich wieder ein paar Wochen im Dienst war?
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 6 Jahren.
Valdoxan ist schon sehr ähnlich vom Ansatz wie Melatonin bzw. Circadin. Das es nicht hilft gegen ihre Beschwerden glaube ich gerne. Da müsste ich aber Bände zu schreiben. Da wäre ein Workshop in Gifhorn bzw. bei mir und Johannes Drischel schon sinniger.
Den Verschlimmerungsantrag würde ich kurz vor den Sommerferien oder so abgeben. Einmal sind dann die Entlassungsberichte fertig und könnten angefertigt werden. Und sie zeigen, dass sie wirklich es versucht haben und jetzt in der Praxisbelastung merken, dass Beruf und "der restliche Alltag" einfach mit den Behinderungen zu anstrengend für eine Fulltime-Tätigkeit sind.
drhippokrates, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 1990
Erfahrung: Mehrjährige klinische Erfahrung in Innere Medizin, Neurologie und Psychiatrie
drhippokrates und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Hallo, ich habe mir gerade noch einmal das Änderungsformular angesehen und bin zu dem Schluss gekommen, dass es evtl besser sein könnte, die Neufestsetzung wegen neu hinzugetretenen (psychischen) Behinderungen zu stellen, z.B. psychosoziale Behinderung o.ä. und das dann selbst zu begründen. Was meinen Sie
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 6 Jahren.
Da wäre ich skepisch, weil das ja schon mit in der bisherigen Festlegung des GdB "drin" war. Damit es dort zu einer Verschlimmerung bzw Höherfestlegung kommt, müssten schon ganz schwerwiegende Dinge passieren. Das Problem dabei ist leider, dass die Bestimmungen lange so sind, dass zusätzliche psychische Diagnosen keinen zusätzlichen Schweregrad darstellen müssen. Es muss schon qualitativ eine neue "Behinderung" sein. Nicht so sehr quantitativ mehr "vom Gleichen".
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Danke!
In meinem letzten Bescheid stand
Psychosomatische Störungen, Schlafstörung 20
Stimmstörung 20
Gesamt GdB 30

Da ist noch keine Angststörung, Depression oder soziale Phobie erwähnt. Ist das schon in den psychosomatische Störungen mit drun?
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 6 Jahren.
Mit Pech muss man davon ausgehen, dass unter Psychosomatischen Störungen auch Depressionen drin sind. Wenn man es erreichen könnte, speziell die Angstproblematik darzustellen und als schwerwiegend zu beschreiben, könnte es ggf. klappen. Die Zuteilung ist echt ungünstig, aber entspricht der derzeit gängigen Praxis.

Es dürfte schwer sein für psychische Probleme über einen GdB von 30 zu kommen. Dennoch ist es einen Versuch wert !
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Danke für Ihre Einschätzung,
kann ich Ihre neuen Antwort weiter oben mit "Bonus zahlen" honorieren?
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 6 Jahren.
Das könnten Sie, müssen sie aber nicht. Das ist gerne auch noch "inklusive"

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