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Christian Lee
Christian Lee, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 375
Erfahrung:  Facharzt für Allgemeinmedizin (12 Jahre Praxis) & Spezialist für Infektiologie (10 Jahre)
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Christian Lee ist jetzt online.

Hallo, ich nehme zur Zeit Avelox 400 mg wegen Sinusitis (vom

Kundenfrage

Hallo, ich nehme zur Zeit Avelox 400 mg wegen Sinusitis (vom Hausarzt), weil ein anderes Antibiotikum (Doxyhexal) mir nicht geholfen hat. Doxyhexal habe ich gut vertragen, aber Avelox weniger: Ich leide unter Übelkeit und Aufstossen, aber ausserdem bin ich sehr wackelig auf den Beinen und furchtbar nervös; es grenzt an Panikattacken. Kann das eine Nebenwirkung des Avelox sein? Wenn ja, ist es ein Grund, Avelox abzusetzen (ich hätte noch für zwei Tage), oder was könnte ich dagegen tun? Bleibt vielleicht noch zu sagen, dass ich grundsätzlich ein Angstpatient bin und auch deshalb in Behandlung bin.
Vielen Dank XXXXX XXXXX Antwort!
to
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Christian Lee hat geantwortet vor 7 Jahren.
Guten Tag!
Avelox (in der CH: Avalox) ist ein neueres Antibiotium der Chinolon (Quinolon)-Klasse.
Avelox (Moxifloxacin) wird von der selben Firma (Bayer) hergestellt die auch schon das mittlerweile sehr 'betagte' Ciproxin (Ciprofloxacin) herstellt.

Avelox wurde entwickelt weil gewisse Bakterienarten nur ungenügend empfindlich sind gegen Ciprofloxacin. Dies sind gilt insbesondere auch für Bakterien die gerne Infektionen in den obern Atemwegen, also auch Sinusitis, machen und gegen die Ciprofloxacin oder auch die Penicillin-Gruppe weniger (oder gar nicht) wirksam sind.

Avelox hat als durchaus seine sehr positiven Seiten. Allerdings hat, wie so oft im Leben, das Positive hier auch seine Schattenseiten. Die Häufigkeit von Nebenwirkungen, und dazu zählen auch die Symptome welche Sie hier erwähnen, ist bei Avelox deutlich höher als beim alten Ciprofloxacin.

Dies rührt daher, weil Moxifloxacin auch in die Hirn-Rückenmarksflüssigkeit übertritt. Dies ist in bestimmten Fällen (Hirnhautentzündung z.B.) sogar höchst erwünscht und gewollt, kann allerdings mit sog. zentralnervösen Nebenwirkungen einhergehen. Und diese dürften in Ihrem Fall Ursache der geschilderten Beschwerden sein.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, ob es trotzdem ratsam ist die Behandlung zu Ende zu führen oder ob evtl. vorzeitig abgebrochen werden kann. Jedenfalls wäre dieses Antibiotikum sehr gut wirksam gehen Bakterienarten die Sinusitis verursachen und insofern eine gute Wahl.

mit freundlichem Gruss,
C. Lee
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Falls dies Antwort nützlich war bitte ich Sie höflich mich mit "akzeptieren" zu honorieren, vielen Dank

Verändert von ChristXXXXX XXXXX am 14.05.2010 um 08:32 Uhr EST
Christian Lee und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Danke für die kompetente Antwort, die ich selbstverständlich bezahlen werde. Mein Arzt ist leider wegen Christi Himmelfahrt nicht zu erreichen, aber ich denke, dass ich die Behandlung fortführen werde, denn ich habe jetzt drei Tage frei, so dass ich zuhause bleiben kann.

Zwei Fragen hätte ich noch:

1) Wie lange halten gemäss Ihrer Erfahrung die negativen nervösen Beschwerden nach dem Beendigen der Therapie noch an?

2) Wieso ist eine Behandlung mit Antibiotikum im Falle einer Erkrankung der oberen Atemwege (in meinem gelb-brauner Eiter aus der Nase) überhaupt notwendig? In anderen Worten: Was wäre passiert, wenn ich einfach gewartet hätte, bis es von alleine wieder weggegangen wäre? Ich fühlte mich nämlich ansonsten nicht krank und hatte kein Fieber.

Danke XXXXX XXXXX voraus!
to
Experte:  Christian Lee hat geantwortet vor 7 Jahren.
Guten Abend,
zur ersten Frage darf ich Sie beruhigen:
Sie können damit rechnen dass die zentralnervösen Nebenwirkungen im selben Mass zurückgehen wie das Medikament nach dem Absetzen aus dem Blut verschwindet.
Die einzelnen Menschen reagieren zwar u.U. recht verschieden, aber am zweiten Tag nach dem Absetzen sollten die Probleme zumindest grösstenteils verschwunden sein.

Ob das Antibiotikum nun nötig oder überflüssig gewesen ist, darüber scheiden sich oftmals die Geister...
Während z.B. die Wirkung eines Blutdruckmittels sehr einfach zu verfolgen und beurteilen ist, trifft dies für ein Antibiotikum keineswegs in gleicher Weise zu, und zwar aus folgenden Gründen:
- die meisten Antibiotika richten sich ausschliesslich gegen Bakterien. Diese Wirkung kann im Labor gut überprüft und dokumentiert werden, das ist kein Problem. In einem biologischen System, und dazu gehören auch die Nasennebenhöhlen, hingegen besteht ja auch eine körpereigene Abwehr: weisse Blutkörperchen, spezifische Antikörper sowie weiter unspezifische 'Abwehrstoffe', eine ganze Batterie von solchen 'Verteidigern' übrigens. Glücklicherweise funktioniert diese Verteidigung gegen eindringende Bakterien meist sehr gut, so dass der Körper selbst fertig wird mit der Infektion. Antibiotika als zusätzliche Unterstützung wären ja nur nötig wenn diese eigenen Abwehrfunktionen zu schwach sind. Wie kann man nun aber wissen ob dies der Fall ist oder vielleicht doch nicht?
- man kann ja sagen: okay, schauen wir mal, wenn's wirklich schlimmer wird, dann kann immer noch ein Antibiotikum eingesetzt werden. Diese Strategie wird in der Tat eigentlich (fast) immer gefahren. Allerdings: Infektionen können sich ausbreiten und zu unerwarteten und sogar gefährlichen Problemen führen. Ein erfahrener Arzt wird dies zwar meistens vorher realisieren oder zumindest ahnen, und noch rechtzeitig 'die Notbremse ziehen'. Aber auch er ist nicht 100%-ig sicher vor unangenehmen Überraschungen gefeit. Eine sich ausbreitende Infektion kann z.B. irreparablen Schaden im befallenen Gewebe anrichten.
Bei einem Blutdruckmittel ist alles viel einfacher. Bei gut messbarem Resultat - wenn's zu wenig wirkt dann steigern wir einfach noch die Dosis - kann eine ungenügende Therapie z.B. auch zu einer Resistenzentwicklung führen. Ein ungenügend dosiertes Antibiotikum hingegen kann zur Resistenzentwicklung der Krankheitserreger führen, die dann nur evtl. nur noch mit intravenös (Infusion) zu verabreichenden, teuren und nebenwirkungsreichen Antibiotika stationär zu behandeln sind.
- diese und noch eine ganze Reihe weiterer Aspekte haben zur Folge dass die Frage. ob nun im speziellen Fall ein Antibiotikum nötig ist oder nicht, oftmals schwierig und nicht mit absoluter Sicherheit zu beantworten ist. Der eine Arzt wird sich vielleicht aus einem grösseren "Sicherheitsbedürfnis" heraus eher dafür entscheiden, der andere ist etwas mutiger und entscheidet sich (vorerst) dagegen. Dies trifft jedenfalls für klinische Bilder zu bei denen kein Konsens darüber besteht ob man behandeln soll oder nicht.
- leider könnten nur Tierexperimente für bestimmte Krankheitsbilder besseren Aufschluss geben, und dazu noch lange nicht bei allen. Viele Infektionsarten verlaufen beim Menschen ganz anders als bei den meisten Tieren, allenfalls noch bei Menschenaffen die glücklicherweise heute nicht mehr ohne ganz extrem wichtige Gründe für solche Zwecke geopfert werden müssen.

- So bleibt halt leider die Frage, ob nun eine bestimmte Infektion antibiotisch zu behandeln ist oder nicht, häufig unbeantwortet. Und dennoch muss sich der Arzt für einen Weg entscheiden!

nun wünsche ich Ihnen eine gute Nacht,
C.Lee
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falls die Antwort hilfreich war danke XXXXX XXXXXür die Honorierung mit "akzeptieren".

Verändert von ChristXXXXX XXXXX am 14.05.2010 um 21:12 Uhr EST