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drhippokrates
drhippokrates, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 1990
Erfahrung:  Mehrjährige klinische Erfahrung in Innere Medizin, Neurologie und Psychiatrie
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drhippokrates ist jetzt online.

Mein Mann wird in der arbeit gemobbt. Letzte Woche eskalierte

Kundenfrage

Mein Mann wird in der arbeit gemobbt. Letzte Woche "eskalierte" die Situation, als er mal wieder seinen beantragten Urlaub nicht bekam (Zettel Anfang April abgegeben; er musste "hinterherlaufen, während andere sofort ihren Zettel zurückkriegen; ). Seit längerer Zeit sind solche und ähnliche Dinge systematisch an der Tagesordnung. Bisher konnte sich mein Mann zumindest an den Betriebsrat wenden, auch wenn da meistens nicht viel passierte. Aber dieses mal macht der BR (aus Angst?) nichts und lässt meinen Mann mit dem Problem allein. Quasi ein Freibrief für die Mobber. Jetzt hängt mein Mann, der eigentlich immer gut drauf ist , depressiv daheim rum, weiss nicht was er tun soll. Bis letzten Mittwoch war er krankgeschrieben, heute soll er wieder in die Arbeit. Was kann er tun, was kann ich tun? ich kenne ihn so gar nicht!
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.
Guten Tag !

Ich kann gut verstehen, dass sie sich Sorgen um die Belastung für Ihren Mann machen. Allerdings setzt die Situation auch voraus, dass sich ihr Mann an diese Situation anpassen kann (bzw. muss) oder aber von sich aus kündigt. Hier geht es ja weniger um Gerechtigkeit oder die Frage, wer SCHULD ist oder hatte. Psychotherapeutisch gesehen spricht man von einer Anpassungsstörung. Ihr Mann ist (berechtigt oder nicht) gekränkt, was das Vorgehen des Arbeitgebers angeht. Leider hilft es ihm aber nicht, so zu reagieren. Er müsste andere - reifere Umgangsmöglichkeiten mit dieser Belastung finden oder aber die Kündigung einreichen. Das ist meistens angesichts des Arbeitsmarktes keine attraktive Lösung.

Wenn ein Gespräch in Anwesenheit einer neutralen Person (Moderator) keine Hilfe bringt, sehe ich aber leider wenig Aussicht auf eine gute Lösung. Er kann weiter depressiv sich für 18 Monate krankschreiben lassen und würde dann ausgesteuert werden. Er würde möglicherweise berentet werden, was aber in aller Regel Grundsicherungsniveau = Sozialhilfe bedeutet.

Er könnte versuchen, sich anzupassen (was schwer fallen dürfte).
Er könnte versuchen, weiter um Gerechtigkeit zu kämpfen (was nahezu aussichtslos ist).

Aber er muss die Situation akzeptieren, wie sie derzeit ist.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Tut mir leid, aber diese Antwort war nicht besonders hilfreich. Mobbing ist , soweit ich das beurteilen kann, kein belangloses Geplänkel zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sondern ein systematisches Vorgehen, das man nicht mit Kränkung oder Anpassungsstörung meines Mannes abtun kann. Und es kann nicht sein, dass man als Opfer eine Situation akzeptieren soll, die einen krankmacht. Das Arbeitsrecht scheint ja zumindest auf unserer Seite zu sein "Maßnahmen des Arbeitschutzes im Sinne dieses Gesetzes sind ... Maßnahmen der menschengerechten Gestaltung der Arbeit." (§2 Absatz 1 ArbSchG)". Es geht vielmehr darum, wohin man sich wenden kann, um dieses auch durchzusetzen. Oder wie man damit umgehen kann. (Opfer von Missbrauch beispielsweise können sich an Beratungsstellen wenden. Oder sollten sie die Situation auch einfach akzeptieren? die Aussicht auf Erfolg bei einem Prozess gegen den Täter ist auch eher gering, da man in der Beweispflicht ist)
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sie haben ihre Frage im Bereich Medizin / Psychologie gestellt.

Wenn sie diese Position von ihrem Mann übernehmen, kann ich es menschlich gut verstehen. Es ist ihre Aufgabe, als Ehefrau ihrem Mann da beizustehen.

Es ist nur eine Sackgasse. Leider. Wir haben immer wieder Opfer von Mobbing. Leider hilft es aber nie, sich in der Opferrolle einzurichten. Dies gilt genauso für Opfer von sexuellem Missbrauch, wie von Bullying oder Mobbing. Nach einer Phase der Trauer, kommt da häufig Wut und eher ungeeignete Versuche, eine Änderung beim "Gegner" zu versuchen. Das wird aber nicht gelingen.

Auch Opfer von Missbrauch müssen sich wieder zur Welt hin bewegen. Egal wie aggressiv und fies sie behandelt wurden, die Welt dreht sich leider weiter. Und die Mitmenschen werden keine Rücksicht nehmen.

Sie und ihr Mann müssen sich darüber klar werden, ob und wie lange sie den Kampf gegen die Ungerechtigkeit emotional durchhalten. Damit will ich nicht sagen oder schreiben, dass man nicht sein Recht auf juristischem Wege einklagen oder einfordern sollte. Leider verhindert das aber in aller Regel, die psychische Gesundung. So wie ein Traumaopfer solange nicht gesund oder stabil werden kann, wie Täterkontakt besteht, so wird auch in einer derartigen Situation solange keine emotionale Ruhe eintreten, bis der Konflikt abgeschlossen ist. Häufig eben leider mit der Konsequenz, das der Arbeitsplatz weg ist. Und : Selbst wenn ihr Mann juristisch Recht bekommt, ist der Arbeitsplatz doch auch weg. Er bekommt eine Abfindung von ein oder zwei Monatsgehältern und fühlt sich damit erst recht abgespeist.

Ihnen muss die Antwort nicht gefallen. Sie ist aber ehrlich.

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