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drhippokrates
drhippokrates, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 1990
Erfahrung:  Mehrjährige klinische Erfahrung in Innere Medizin, Neurologie und Psychiatrie
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drhippokrates ist jetzt online.

Btr. Fachgebiet Psychiatrie mein Problem ich (Jahrgang 1967,

Kundenfrage

Btr. Fachgebiet Psychiatrie:
mein Problem: ich (Jahrgang 1967, m.) leide seit 1985 immer wieder ( inzwischen 0 - 7 mal monatlich ) unter sehr kurz (meist nur 0,5 - 3 Std. andauernden Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis) Ich habe allerdings gelernt damit umzugehen, ziehe mich dann jeweils in eine reizlose Umgebung zurück bis es mir wieder besser geht - auch um nicht in meinen Erregungszuständen in schwere Straftaten`"reinzurutschen"
Angeblich kann es sich aber (wegen der Kürze der Phasen und der fehlenden Krankenhauseinweisungen, der fehlenden völligen Dekompensation und - besonders tragisch - der Unverträglichkeit von versuchsweise verordneten (a-)typischen NL bereits in subtherapeutischer Dosierung ) NICHT um eine schizophrene Erkrankung handeln; vielmehr läge bei mir "nur" eine schizoide Persönlichkeitsstörung vor.
Zählt diese Symtomatik (sehr häufige aber jeweils extrem kurz andauernde "Schübe" OHNE Verkennung der Realität, ohne Hallizunationen überhaupt als Schizophrenie ?
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.

Guten Morgen !

Wie Sie selber ja schreiben, sind die Erkrankungen in diesem Bereich unscharf definiert, wenn man von einem Formenkreis oder auch Spektrum von psychotischen Erkrankungen spricht. Tranceartiges Umwelterleben wäre für mich eher ein Entfremdungszustand im Sinne einer Derealisation oder -Depersonalisation und auch impulsive Erregungszustände würden mich jetzt nicht primär an eine psychotische Symptomatik denken lassen. Da man es als Psychiater häufig schlecht einordnen kann, wählt man dann Diagnosen wie schizoaffektiv , mal von Borderline oder aber eben auch mal schizoide Persönlichkeitsstörungen. Dazu gibt es viele theoretische Überlegungen u.a. von einem Kety zum Schizophrenie-Spektrum, der von einem entsprechendem Spektrum von Störungen ausgeht. (Wenn sich das mal ergibt, könnten sie das Buch Persönlichkeitsstörungen von Fiedler ausleihen).

Ich persönlich sehe Persönlichkeitsstörungen eher als eine Art Schutz bzw. "Überlebensstrategie", d.h. die Entwicklung der Symptome oder Eigenarten war psycho-logisch als Schutz vor ungünstigen Bedingungen in der frühen Kindheit etc.

 

Wie gesagt : Die Psychiater können es (noch) nicht besser einordnen und wählen die Schublade, in der sie nach deren Meinung am ehesten dazu gehören könnten.

 

Differentialdiagnostisch würde ich da immer an dissoziative Störungen denken (wobei das klassische Psychiater sicher anders sehen würden, da keine Traumazeichen zu erkennen sind). Es klingt für mich aber aus der kurzen Schilderung so, dass sie in unterschiedliche "emotionale Stadien" kommen. In der "psychotischen Phase" sind sie ohne grosse Kontrolle. Hauptanstrengung scheint zu sein, da nicht "rein zu fallen".Das sie das kontrollieren können UND sich reizarme Situationen suchen, spricht für Sie.

 

Es könnte sein, dass man diese "Phasenwechsel" bei ihnen auch anders (mit traumazentrierten Methoden wie www.emoflex.de) behandeln könnte. Das ist aber noch absolute Zukunftsmusik. Ich kenne nur Patienten, die (dann eher eine Mischung aus manisch-psychotischen Symptomen) eben stark unter der Instabilität im Sinne eines labilen Gleichgewichtes litten und mit dieser Methode der Beeinflussung der Regulationsdynamik weiter kamen.

drhippokrates und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

mein gesundheitliches Drama ist ohnehin so komplex, daß detailliertere Ausführungen den Rahmen des "justanswer-Systems" sprengen würden.

Im Übrigen wird die mir amtsärztlich vergebene Diagnose "Residualzustand einer chronischen Schizophrenie" auch vom MDK angezweifelt. Seit Monaten ist mein Fall nun - auf Anregung meiner Krankenkasse - bei der "Schlichtungsstelle der Landesärztekammer". Ein von der Schlichtungsstelle beauftrager Gutachter wird sich dazu äussern müssen, ob mein Persönlichkeitszerfall, soziale Isolation, Erwerbsminderung und GdB v. 70 nun tatsächlich auf eine Schizophrenie zurückgehen oder erst später durch die enzepalopathische Wirkung der jahrelang verabreichten hochpotenter NL entstand.

Der MDK schreibt sinngemäß- ähnlich wie Sie - daß z.B. eine bei mir ergänzend (sexualmedizinisch) diagnostizierte "stabilen paraphilen Entwicklung" eine besonders sorgfältige Diagnosestellung vor einer NL-Dauermedikation erforderlich gemacht hätte...

Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.

Ich habe selber lange in der Akutpsychiatrie gearbeitet. Nichts gegen Neuroleptika, aber die Inikationsstellung muss stimmen. Gerade bei den Grenzgebieten ist das eben überhaupt nicht klar. Dann wird polypragmatisch therapiert, aber eigentlich nicht mehr richtig nachgedacht. Leider.