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drhippokrates
drhippokrates, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 1990
Erfahrung:  Mehrjährige klinische Erfahrung in Innere Medizin, Neurologie und Psychiatrie
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drhippokrates ist jetzt online.

Ich (32, weiblich, 165cm, 119 kg, Tendenz sinkend, seit Dez.

Kundenfrage

Ich (32, weiblich, 165cm, 119 kg, Tendenz sinkend, seit Dez. 15 kg abgenommen) nehme seit meinem 17. Lebensjahr Metoprolol (damals noch kein Übergewicht, Hausarzt verschrieb Betablocker nach 2 Besuchen bei ihm, wo der Blutdruck jedesmal erhöht war (ca. 170 zu 100), Gewichtszunahme seither sehr stark, nehme 2 x tgl. 50mg Metoprolol ein, bei Bedarf auch mal 50mg mehr.
Schilddrüse wurde 2002 komplett entfernt wg. Tumoren, mit 200mg L-Thyroxin mittlerweile gut eingestellt (hatte lange eine Unterfunktion).
Habe nun seit ca. 1 1/2 Jahren folgende Probleme:
Trotz regelmäßiger Einnahme der Betablocker immer wieder zeitweise hoher Blutdruck, dagegen aber auch zeitweise normal oder sogar niedrig. Es gibt Tage, da ist der Blutdruck optimal oder eher niedrig (110/70, messe selber am Handgelenk), dann wiederum bekomme ich richtige "Anfälle", wo der Blutdruck ohne ersichtlichen Grund ansteigt bis auf 172/100. Vermehrt treten dabei auch Herzstolpern mit Schwindel, Angstzustände, seit neuestem auch Herzschmerzen auf. Die Zustände dauern manchmal 2 oder 3 Stunden, dabei friere ich meistens auch sehr stark. Habe dann jedesmal Angst, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu bekommen, war deswegen schon in der Notaufnahme, EKG war aber okay! Langzeit-Blutdruckmessung war okay, Langzeit-EKG auch, nur der Puls war leicht erhöht, Ultraschall vom Herz wurde auch gemacht, war auch okay.
Nun ist es so, das diese Anfälle immer häufiger auftreten, von vielleicht 1 x in der Woche habe ich es nun schon wenigstens 3 x in der Woche oder öfter. Nervlich belastet es mich sehr stark, da ich eh psychisch belastet bin durch den Tod eines Kindes von mir vor 6 Jahren und durch viel Stress, da ich eine autistische Tochter habe.
Heute wurde ein Bauchultraschall gemacht, da ich auch unter chronischem Durchfall leide (Magen-Darmspiegelung ist nächste Woche). Nun meinte der Arzt nach dem Ultraschall, ich hätte wohl chronisch entzündete Nieren, mit minimal Blut und Eiweiß im Urin, Harnsäure im Blut ist auch leicht erhöht, Cholesterin lag bei 132, durch Ernährungsumstellung).
Leider hat er mich nicht weiter aufgeklärt und ist nun auch noch 2 Wochen nicht da wg. Urlaub. Hatte das Gefühl, er hat keine Zeit mehr und drängelte mich eher raus).
Ich schiebe natürlich jetzt Panik, was ich Schlimmes haben könnte und mache mir große Sorgen.
Könnten meine Beschwerden von den Nieren kommen? Wie wird dann behandelt? Ist sowas heilbar? Sollte ich damit lieber gleich zu einem Urologen gehen? Oder mich besser mal ins Krankenhaus legen, um mich richtig durchchecken zu lassen?!
Ich wäre sehr dankbar für eine Antwort, damit ich weiß, was ich jetzt am besten machen soll. Bin ziemlich fertig.

MfG
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.
Vertragen Sie eine ehrliche Antwort ? Ich denke ja....
Ich glaube nicht, dass eine Nierenerkrankung die Ursache ihrer Beschwerden ist. Zwar mag eine sog. chronische Pyelonephritis bestehen, d.h. eine chronische Entzündung der Nierenbecken. Das ist aber nicht weiter schlimm und erklärt nicht die Beschwerden. Sicherlich sollte das weiter untersucht und auch behandelt werden. Hierzu würde man u.a. die Nierenclearance bestimmen und sich genauer mit einem Erregernachweis beschäftigen bzw. den Urin gezielt untersuchen.

Ich sehe eher einen Zusammenhang mit ihren ganz erheblichen psychischen Belastungen. Gerade der Verlust eines Kindes bzw. die Betreuung stellen eine ständige Anspannung dar. Ich erlebe in der Arbeit einer psychosomatischen Reha-Klinik häufiger Mütter mit Mehrfachbelastungen, die einfach am Rande der Ausgleichsmöglichkeiten (Kompensation) sind. Dann treten häufig Stresssymptome, Blutdruck- oder Herzryhthmusstörungen auf. Hier wäre das Erlernen einer Entspannungsmethode aber auch "Aus-Zeiten" für Sie zu Haus sinnvoll. Wenn das ambulant so nicht möglich wäre, wäre auch eine psychosomatische Reha sinnvoll. Hier würde man zunächst nach körperlichen Ursachen "fahnden", nebenbei am Übergewicht arbeiten und neue Wege im Umgang mit den Belastungen entwickeln.

Verändert von web4health am 11.03.2010 um 18:27 Uhr EST
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

Hallo & vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Mein früherer Hausarzt hatte ebenfalls mal so eine Vermutung, ich wollte aber, bevor ich mich an einem Psychologen wende, alles andere ausschließen lassen, diese Untersuchungen laufen nun zwar, dauern aber wohl noch ein paar Wochen.

Leider wird es mir mit einem behinderten Kind kaum möglich sein, eine stationäre Therapie zu machen, da ich keine Betreuungsmöglichkeiten für meine Tochter habe.

Ich nehme mir eigentlich auch meine Auszeiten zu Hause, wenn meine Tochter in der Schule ist. Nur gerade dann bekomme ich oft diesen hohen Blutdruck, obwohl ich mich versuche abzulenken und zu entspannen. Der Blutdruck macht dann immer eine Berg- und Talfahrt, ich habe Werte die in 2 Stunden von 120/70 bis 162/90 oder höher reichen, immer im Wechsel, rauf und runter. Das macht mir schon sehr zu schaffen. Sind diese hohen Werte gefährlich?

Ist so eine Nierenentzündung denn schmerzlos? Denn Schmerzen in der Nierengegend habe ich überhaupt nicht. Mir ist nur aufgefallen, das ich an manchen Tagen bis zu 25 mal auf die Toilette muss und an anderen Tagen höchstens 4 mal, obwohl ich sehr viel trinke (ca. 1,5 - 2 Liter tgl. Wasser und Tee).

Haben Sie noch einen Tipp für mich, wie ich mich in den Momenten, wo der Blutdruck stark ansteigt, verhalten soll? Ich habe gemerkt, das es meist noch schlimmer wird, wenn ich mich in Gesellschaft befinde (Besuch etc.), ich vermeide mittlerweile oft schon, Besuche zu machen oder welchen zu empfangen, da ich dann die Befürchtung habe, es geht wieder los...ist dann meistens auch so :-(

Hinlegen nützt auch nicht immer was, dann wird es meist noch schlimmer. Versuche mich dann immer, abzulenken (aufräumen, fernsehen, lesen, heiß duschen o.ä.). Das heiße duschen hilft eigentlich immer gut, nur nach ca. 30min gehts dann oft wieder los..und ich kann ja nicht 5 x täglich heiß duschen gehen :-(

Bin echt mittlerweile soweit, das ich denke, ich habe eine schlimmere Krankheit... kann mir kaum vorstellen, dass das alles von der Psyche kommen kann...

 

MfG

Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.
Ich vermute bei Ihnen, dass sie sehr sensibel für die Gefühle anderer Menschen sind. Sie "spüren" quasi, wenn es ihrem Kind oder anderen Menschen "schlecht" geht. Nur äußert sich dies eben nicht in emotionalen Zeichen sondern eher auch in körperlichen Reaktionen. Sie könnten lernen, das zu verändern (siehe ggf. www.besser-als-erwartet.de). Dabei übersetzt man das "Gefühl" in diesen Momenten in ein Bild und verändert dies mit Augenbewegungen. Leider ist es aber keine allgemein anerkannte Therapiemethode.
Klassisch würde man empfehlen, den Blutdruck besser einzustellen und ggf mit einem Betablocker oder anderem stresswirksamen Medikament zu therapieren.

Die Symptome, die sie schildern deuten auf eine Nierenbeckenentzündung hin, wie sie ja auch der Arzt vermutet. Das kann auch weitgehend schmerzlos verlaufen.