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Dr.Scheufele
Dr.Scheufele, Arzt
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 20094
Erfahrung:  Allgemeinmedizin, Gynäkologie u. Geburtshilfe, über 20-jährige Praxiserfahrung
28905844
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Dr.Scheufele ist jetzt online.

F r eine 94-j hrige Witwe wurde ein neurologisches Gutachten

Kundenfrage

Für eine 94-jährige Witwe wurde ein neurologisches Gutachten bezüglich der Feststellung der Geschäftsfähigkeit erstellt. Darin wurde durch den Neurologen angeführt, dass die Witwe an einer leichten Demenz leide und demzufolge nicht mehr geschäftsfähig sei.
Dazu meine Frage: Mit welch großer Wahrscheinlichkeit kann man davon ausgehen, dass diese Geschäftsunfähigkeit auch schon 6 Wochen zuvor seit Erstellung des Gutachtens bei der Witwe bestanden haben kann?
Bitte nur beantworten, wenn Sie sich dazu wissensmässig in der Lage fühlen!
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Dr.Scheufele hat geantwortet vor 7 Jahren.
Hallo,

Demenz ist ja im Prinzip nur ein Oberbegriff für den Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit. Demenzerkrankungen können bis zu 100 verschiedene Ursachen haben, grundsätzlich unterscheidet man dabei zwischen primären und sekundären Formen der Demenz. So können bei der sekundären Form z.B. Gefässerkrankungen (in ca. 20% der Demenzfälle) eine ursächliche Rolle spielen. In den statistisch häufigsten Fällen ist die Alzheimer Krankheit Äuslöser einer Demenz, sodass ich auch in diesem Fall von einem solchen Hintergrund ausgehe. Charakteristisch ist dabei ein schleichender, nahezu unmerklicher Beginn und ebenso protrahierter Verlauf. Der Neurologe kann durch entsprechende Untersuchungen und Tests abklären, in welchem Stadium sich die Erkrankung befindet. Von daher sollte dann in etwa beurteilbar sein, ob der Wahrscheinlichkeit nach schon entsprechende Störungen vor 6 Wochen bestanden haben können, beweisenden Charakter hat der Befund dabei aber in der Hinsicht sicher nicht.

Mit freundlichen Grüssen,
Dr. N. Scheufele
Dr.Scheufele, Arzt
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 20094
Erfahrung: Allgemeinmedizin, Gynäkologie u. Geburtshilfe, über 20-jährige Praxiserfahrung
Dr.Scheufele und 2 weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.

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Es wird hier sehr auf die Fragestellung des Gutachtens bzw. dem Streit vor Gericht ankommen. Bei einer beschriebenen leichten Form der Demenz stellt sich auch grundsätzlich die Frage, ob die Testierfähigkeit immer aufgehoben war oder die Witwe beispielsweise bei der Abfertigung eines Testamentes einen lichten Moment hatte. Hier würde das Gericht nicht allein den Gutachter befragen, sondern auch Zeugenaussagen einbeziehen.

Noch schwieriger ist es für einen Gutachter vor Gericht eine rückblickende Aussage zu machen und diese mit einer statistischen Wahrscheinlichkeit zu belegen. Zwar sind die Demenzerkrankungen von der Natur her chronisch und progredient, d.h. sie beginnen in aller Regel nicht schlagartig. Es ist davon auszugehen, dass sich somit die Erkrankung auch schon 6 Wochen früher manifestierte. Hier spielt aber die Dauer der gesammten Erkrankung eine Rolle.

Für eine 94 jährige Dame wird man die altersgerechte Beurteilung ihrer kognitiven Leistungen vornehmen müssen. Hier spielt es in der Begutachtungspraxis dann eine grosse Rolle, ob die Witwe beispielsweise einen Vertrag über 200 Gleitschirme bestellt hat (sicher unsinnige Bestellung, die nicht der freien Willensbildung im gesunden Zustand entspräche) oder aber nach dem Tod des Ehemannes beschliesst, das gesammte Vermögen der Deutschen Kriegsgräberhilfe zu vermachen (vielleicht unerfreulich für die Erben, aber grundsätzlich möglicherweise der Wunsch der Dame). Dies zu ermitteln ist dann Aufgabe des Gerichtes.