So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an drhippokrates.
drhippokrates
drhippokrates, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 1990
Erfahrung:  Mehrjährige klinische Erfahrung in Innere Medizin, Neurologie und Psychiatrie
28345046
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Medizin hier ein
drhippokrates ist jetzt online.

Guten Abend, es ist bestimmt nicht die richtige Stelle f r

Kundenfrage

Guten Abend,

es ist bestimmt nicht die richtige Stelle für mich. Aber: Ich bin selbst Expertin und habe in einer akuten Trennungssituation eine schwere Depression (Goldberg bei 73 Pkt.). Ich kann mich doch nicht selbst einweisen!? Andererseits weiß ich nicht, wie ich diese Nacht überstehen soll.
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Dr.Scheufele hat geantwortet vor 7 Jahren.
HalloCustomer

ich bin kein Psychologe, aber ich denke, dass Sie sich bei einer schon selbst diagnostizierten, schweren Depression nicht scheuen sollten, den ärtzlichen Notdienst, oder die nächste Klinikambulanz in Anspruch zu nehmen.

Mit freundlichen Grüssen,
Dr. N. Scheufele
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.
Selbstverständlich können sie selber jederzeit zu einer Psychiatrischen Klinik gehen und sich dort bei Tag oder Nacht vorstellen. Soweit dort ein freies Bett vorhanden ist werden sie auf einer offenen Station aufgenommen, sonst notfalls für eine Nacht "geschlossen". Wenn sie für ihre eigene Sicherheit nicht garantieren können ist dies sicher der richtige Weg. Medikamentös kann die Gabe von Lorazepam (Tavor) zu einer Entaktualisierung der Krise beitragen.Noch wichtiger ist aber, dass sie eben Ansprechpartner bei Tag oder Nacht für die derzeitige Situation haben.

Der richtige Weg wäre also direkt mit der nächsten psychiatrischen Klinik Kontakt aufzunehmen oder sich dort mit dem Taxi hinfahren zu lassen. Es wäre ein sehr vernünftiger Schritt das JETZT zu tun.

Bitte akzeptieren Sie die Antwort von Dr. Scheufele.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

Ich habe in der letzten Woche versucht, eine Therapeuten zu finden, bisher aber nur die Antwort erhalten, dass eine Einzeltherapie zurzeit nicht möglich sei. Da ich beruflich sehr engagiert bin, habe ich die Situation bisher noch einigermaßen unter Kontrolle. (Ich arbeite als Beraterin im Gesundheits- und Sozialwesen und habe Verpflichtungen den Kunden gegenüber.) - Als ich heute Abend nach dem Job am Bahnsteig stand, spürte ich erstmals den Sog des hereinfahrenden Zuges. Bisher habe ich nur darüber nachgedacht, mir die Pulsadern aufzuschneiden. Okay, eine Ampulle Insulin i.v. wäre mir Sicherheit besser und von mir auch favorisiert, aber ich arbeite eben nicht mehr direkt im klinischen Bereich.

Wann spürt man, dass man verrückt wird? Wahrscheinlich, wenn einen die Antwort darauf nicht mehr interessiert.

Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.
Leider ist es nahezu aussichtslos, kurzfristig bei niedergelassenen Psychotherapeuten Termine zu bekommen. Ambulant wäre eine Institutsambulanz eine Lösung oder eben wirklich die stationäre Notaufnahme in der Psychiatrie zur Krisenintervention. Das kann ja ggf. nur für eine Nacht sein.

Sie sind nicht verrückt, sie haben eine sog. Anpassungsstörung auf eine Trennung mit einer depressiven Symptomatik. Das Problem ist ja, dass sie DERZEIT parasuizidale Gedanken haben bzw. mit dem Gedanken an Freitod sich nicht gänzlich distanzieren können.

Gerade weil sie beruflich so engagiert sind, benötigen sie jetzt eine Auszeit um einen klaren Kopf zu bekommen. Sie werden sonst ständig im Konflikt zwischen Helfen und selber keine Hilfe bekommen hin und her gerissen.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

Ich danke XXXXX XXXXX Aber das einzige, was mich derzeit noch vom Suizid abhält, sind eben meine beruflichen Verpflichtungen. D. h. eine "Auszeit" wäre mit Sicherheit kein guter Weg.

Nur spüre ich zunehmend, dass ich nach meinen Workshops, Schulungen, Projektbesprechungen etc. zunehmend am Ende bin. Ich bin vollkommen erschöpft, ich kann nicht mehr schlafen und am nächsten Tag gebe ich eben wieder ein Seminar und bin humorvoll, habe hohe Akzeptanz etc. Ich weißeinfach nicht mehr, wie lange ich das noch schaffe.

Meine Kollegen wissen nichts von meiner derzeitigen Situation. Meine Verwandten und wenigen Bezugspersonen appellieren an meine Größe und Qualität.

Und: Ich habe keine "para"suizidalen Gedanken. Es geht nicht mehr um das "ob", sondern nur noch um das "wie" und "wann". Und es geht darum, ob und wann ich vom appellativen Suizid zum bilanzierenden gelange. Ich arbeite daran.

Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.
Klingt nicht wirklich gut, oder ?

Meine Schnellerklärung für Therapeuten : Sie haben eine Emotionales Datenverarbeitungsproblem. Sensible Menschen nehmen unter Irritation / Stress / Belastungen viel emotional wahr, werden diesen "Müll" aber nicht mehr los. Wie bei einem PC wird der Arbeitsspeicher bzw. der Rechner regelrecht zugemüllt. Irgendwann blockiert das System, bzw. "Kleinigkeiten" führen zum Absturz. Bei ihnen ist es ein Systemabsturz bei verständlicher Ursache. Wäre ein Fall für die Spezialisten da wieder Klarschiff zu machen. Umbringen können sie sich immer noch, wenn es ihnen wieder besser geht und sie es dann objektiver bewerten und entscheiden können. Jetzt arbeitet ihr Kopf einfach nicht funktionstüchtig (sorry, aber das muss man mal so feststellen).

Sie merken aber schon, dass das Aufrechterhalten des Systems mehr Kraft kostet als sie noch haben. Schon allein deshalb ist der Weg in die Psychiatrie die Lösung, die jetzt ansteht.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

Ich akzeptiere Ihre Antwort jetzt einfach mal: Ja, die Aufrechterhaltung des Systems kostet mich mehr Kraft, als ich noch habe. Ich frage mich mittlerweile schon seit fast vier Wochen, wie ich eigentlich die Kraft aufbringe, so ganz "normal" zu funktionieren.

 

Nein, es ist natürlich nicht normal. Ich befinde mich emotional in einem permanenten Ausnahmezustand, versuche aber alles, um diesen vor meiner Umwelt zu verbergen. Ich funktioniere und jetzt kann ich nicht mehr. Aber was kann ich denn - sinnvollerweise - jetzt tun? Ich habe mich bereits um einen Therapeuten bemüht, nur stellten Sie selbst fest, dass dies nicht so einfach ist. Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass mich niemand ernst nimmt, weil ich eben sehr gut funktioniere. Und die Telefonseelsorge ist irgendwie auch nicht der richtige Weg.

Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.
1. In die Psychiatrie fahren
2. System aufräumen und Alarmknopf des Ausnahmezustandes damit wieder ausschalten. Das kann medikamentös mit Antidepressiva, über Gespräche oder auch über ein ungewöhnliches Verfahren mit inneren Bilder geschehen (siehe www.emoflex.de oder www.besser-als-erwartet.de, das sind Workshops die ich u.a. anbiete für die "Selbstanwendung" wenn Gefühl und Verstand auseinanderdriften und Stress bzw. Krisen bei Hochsensiblen auftreten).
3. Neue Perspektiven entwickeln und Weiterleben

Derzeit bleibt hauptsächlich und ausschliesslich Punkt 1 . Dort wird man sie ernst nehmen. So wie ich es auch tue. Ich bin ja schliesslich auch nur Seelenklempner !
drhippokrates, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 1990
Erfahrung: Mehrjährige klinische Erfahrung in Innere Medizin, Neurologie und Psychiatrie
drhippokrates und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.