So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Dr.Kleber.
Dr.Kleber
Dr.Kleber, Arzt
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 9
Erfahrung:  Homoeopathie, naturheilkundliche Krebstherapie, Umweltmedizin, Facharzt für Allgemeinmedizin
28887852
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Medizin hier ein
Dr.Kleber ist jetzt online.

Hallo, ich erlitt im Nov.2008! einen Muskelfaserriss im Oberschenkel

Kundenfrage

Hallo, ich erlitt im Nov.2008! einen Muskelfaserriss im Oberschenkel sowie einen Tritt oberhalb des linken Knies. Bis heute habe ich z.T.heftige Schmerzen an d.Trittstelle und finde kaum in den Schlaf. Mein Orthopäde verabreicht mir zweitäglich Infusionen und arbeitet seit einem Monat mit einem Schmerztherapeut zusammen. Von diesem wurde mir Tilidin und Trimipramin verschrieben, dennoch sind die Schmerzen weiterhin sehr stark, und mein Schlaf ist auch nicht besser. Die Schmerzen sind ein ziehendes, reißendes, manchmal auch pochend pulsierendes Gefühl, wodurch ich in der Nacht ständig aus dem Schlaf gerissen werde. Bisher wurde Kernspin und Nervenleitbahn-Vermessung gemacht. Ein Cyntiogramm (?) lehnt mein Ortho. ab. Welche Möglichkeiten gibt es noch? Demnächst ist noch ein drei-in-eins-Block geplant. Dieser wurde bei mir bereits Ende 2008/Anfang 2009 fünfmal durchgeführt, aber die Schmerzen sind derzeit heftiger als vor einem halben Jahr. Vielen Dank XXXXX XXXXX Hilfe! S. Kirsten, München
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.
HalloCustomer!

Die Beschwerden sind ja ungewöhnlich heftig und lange anhaltend und so eigentlich nicht auf einen Muskelfaserrisss allein zu erklären. Der müsste ja längst ausgeheilt sein. Es klingt so weniger nach einem orthopädischen oder neurologischem Problem. Vielmehr scheint ihr Gehirn sich den Schmerz "gemerkt" zu haben. Die Aufgabe wäre also, dass das Gehirn die Schmerzen wieder "verlernt".

Was genau ist Ihnen damals passiert ? Gibt es Hinweise darauf, dass es einen psychische Beeinträchtigung, beispielsweise im Sinne einer Posttraumatischen Belastungsstörung gab. Herfür sprechen für mich das Herausreissen aus dem Schlaf bzw die Schlafstörungen selber. Welche Veränderungen gab es für Sie in ihrem Leben nach dem Ereignis ?


Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

In meiner Anfrage schilderte ich: ...sowie einen Tritt oberhalb des linken Knies. Bis heute habe ich z.T.heftige Schmerzen an d.Trittstelle und ...

Der Muskelfaserriss war nach 5 Wochen ausgeheilt. Das Schmerzgedächtnis zogen wir auch schon in Erwägung. Dagegen nehme ich bereits Tilidin und Trimipramin, muss jedoch zusätzlich Voltaren nehmen, um den Schmerz in einem erträglichen Rahmen zu halten. Durch das reißende Gefühl, welches ich auch tags verspüre, wache ich nachts häufig auf (vermutlich wegen ungünstiger Bewegung im Schlaf).

Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.

Meine Vermutung ging in Richtung einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Wenn der Tritt in einer Gefahrensituation / Anspannung bzw. sehr überraschend kam, kann es sein, dass das Gehirn quasi eine Art "Photo" der Zustände im Körper gemacht hat (wozu ja auch der objektiv heftige Schmerz des Muskelfaserrisses gehört). Nur : Jede ähnliche Situation bzw. Schmerzwahrnehmung kann jetzt möglicherweise das "Traumabild" aktivieren und damit den heftigen Schmerz. Da hilft Tilidin (als starkes Schmerzmittel) bzw. Trimipramin nur bedingt. Ich würde versuchen, mit EMDR (einer Traumatherapie) zu arbeiten oder aber mit einer eigenen Abwandlung dieses Verfahrens. Dabei lasse ich den Schmerz in ein Bild übersetzen (abstrakte dreidimensionale Form). Diese wird dann mit Augenbewegungen einer Verarbeitung zugänglich gemacht.

 

Was würde also als Gegenstand dieses "ziehende, reissende" beschreiben können (es ist ja wie ein Seil, das zieht und reisst, eine Zugfeder, oder sowas) ? Ihr Gehirn muss lernen, dass der Muskelfaserriss selber nicht für die jetztigen Schmerzen verantwortlich ist. Möglicherweise könnte man da auch weitere hypnotherapeutische Verfahren der Schmerzbewältigung gut mit einsetzen.

 

Ich vermute jedenfalls, dass eine alleinige medikamentöse Schmerzbehandlung in einem solchen Fall nicht greifen kann (das liegt u.a. daran, dass es sich teilweise um eine dissoziativ überlagerte Problematik handelt, bei denen Schmerzmittel leider nicht gut wirken).

Experte:  Dr.Kleber hat geantwortet vor 7 Jahren.

Wenn Beschwerden nach einem Trauma gut schulmedizinisch untersucht sind, wie es im vorliegenden Fall zu sein scheint, und keine chirurgischen oder orthopädischen Maßnahmen angezeigt sind, oder zu keinem Erfolg führen, kann ein naturheilkundlicher Versuch nicht schaden. Zu Beginn einer homöopathischen Therapie nach Trauma schlage ich immer vor ein paar Tage Rescue-Creme mehrmals am Tag üüber dem Ort des Traumas aufzutragen. Bei Schlag-, Stoß- Bluterguss-Verletzungen sollte ab einem Tag nach Rescue Arnica C200 versucht werden (5-10 Globuli im Glas Wasser, davon für 2 Tage abends 3-5 x einen kleinen Schluck alle 10-15 Min. also über 1-1,5 Std.); führt dies zu keiner Schmerzbesserung kann das selbe Vorgehen mit Bellis-perennis C30 oder C200 versucht werden. Bei Muskelfaserriß ist später zusätzlich nach Arnica oder Bellis-perennis Calendula C200 zu versuchen. Wenn sich keine deutliche Schmerzbesserung einstellt, darf kein Mittel länger als 2 Tage versucht werden, und ein homöopathischer Arzt kann vielleicht noch ein besseres Mittel finden.

 

Generell wirkt Homöopathie nach Trauma in Kombination mit Rescue-Creme oder Rescue-Tropfen sehr gut, und die Anwendung und Auswahl der Mittel ist bei Trauma auch für den Laien gut möglich (www.naturmedinfo.de/html/trauma.html).

 

WICHTIG ist bei jeder homöopathischen Behandlung zu wissen, dass häufige Einnahme eines homöopathischen Mittels entgegen mancher Behauptung durchaus schaden kann (homöopathische Prüfung, homöopathische Arzneireaktion), sogar bei täglicher Einnahme über sehr lange Zeit (Monate) eventuell dauerhafte Schäden möglich sind; daher darf Homöopathie nur wiederholt werden, wenn deutliche Besserung erfolgt und eine Lang-Zeit-Einnahme soll nie ohne Kontrolle eines erfahrenen Homöopathen erfolgen. Einzel-Gaben können bei falscher Mittelwahl zwar auch unangenehme Reaktionen auslösen, werden aber keinen dauerhaften Schaden anrichten, vor allem wenn die Potenz eine C30 oder allenfalls C200 nicht überschreitet.

 

 

 

Dr.Kleber, Arzt
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 9
Erfahrung: Homoeopathie, naturheilkundliche Krebstherapie, Umweltmedizin, Facharzt für Allgemeinmedizin
Dr.Kleber und 2 weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

Vielen Dank für den Tipp der homöopathischen Therapie. Ich wurde zwar neben Kinesiologie auch von einem Homöopathen und einem Osteopathen behandelt, aber die Creme war kein Behandlungsinhalt. Da die Schmerzen nicht an der Stelle des Muskelfaserrisses auftreten, sondern an oberhalb des Knies (also dort, wo ich vermutlich getreten wurde - nahm den Tritt als solchen nicht wahr), ist es kein zu großer Bereich und deshalb sicher gut zu cremen. Werde es auf jeden Fall probieren. Besten Dank im voraus!

Experte:  Dr.Kleber hat geantwortet vor 7 Jahren.
Wenn ein Schlag-Trauma schon erfolglos behandelt worden ist und Rescue Creme nicht versucht wurde, würde ich immer nach Rescue Arnica C200 (paau Küglechen in Wasser, mit Nicht-Metall heftig rührend auflösen) nochmal versuchen. Bei tiefen Gewebstrauma wird auch oft ein Versuch mit Bellis-perennis vergessen, das öfters hilft, wenn scheins indiziertes Arnica nicht half, ebenso Calendula.