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drhippokrates
drhippokrates, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 1990
Erfahrung:  Mehrjährige klinische Erfahrung in Innere Medizin, Neurologie und Psychiatrie
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drhippokrates ist jetzt online.

Die Diagnose lautet Gonarthrose 4. Grades im rechten Knie.

Beantwortete Frage:

Die Diagnose lautet Gonarthrose 4. Grades im rechten Knie. Wie ist der Erfolg einer Knorpelverpflanzung, ich bin weiblich und 50 Jahre. Ich brauche einen kompetenten Rat, da ich trotz ständiger Schmerzen nicht mehr weiter weiß und noch kein künstliches Gelenk möchte. Danke
Gepostet: vor 8 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 8 Jahren.
HalloCustomer!

Ihre Frage ist so schwer allgemein zu beantworten. Ich habe zunächst einmal einen Link mit Informationen zu Knorpelschäden und ihre Behandlungsoptionen rausgesucht

http://www.swissklinik.ch/knorpelschaden.php

Bei einer ausgeprägten Gonarthrose Grad 4 in jungem Alter muss man aber neben den Erfolgschancen ja auch die Ursache der Knieschädigung selber berücksichtigen. Es ist einfach ein Unterschied, ob man sich beispielsweise durch Leistungssport eine mehr oder weniger akute Schädigung der Gelenkfläche zugezogen hat oder aber (z.B. bei Übergewicht, Fehlstellungen der Achsen) eine chronische degenerative Schädigung eingetreten ist.
Anders ausgedrückt : Wenn die Ursache der Gonarthrose nicht korrigiert wird (beispielsweise durch eine Umstellungsosteotomie) wird selber bei guten Anfangserfolgen der Knorpelverpflanzung ein baldiges erneutes Auftreten der Gelenkschädigung eintreten.
Kunde: hat geantwortet vor 8 Jahren.
folgender MRT-Befund re. Knie:
-medialseitig betonte Gonarthrose mit Verschmälerung des Knorpelüberzuges der medialen Femurcondyle und verstärkter subchondraler Sklerosierung; beginnende Chondropathie des Knorpelüberzuges der lateralen Fermurcondyle sowie des lateralen Tibiaplateaus;
- horizontale Rissbildung im Bereich des Innenmeniskushinterhornes, keine Dislokation eines Fragmentes, geringe degenerative Veränderungen des Aussenmeniskus
- geringe medialseitig betonte Retropatellararthrose, geringer Kniegelenkerguss; Baker-Zyste in loco typico

Befund nach Reha in 6-7/2009
Lokalbefund Kniegelenke:
li. deutliche mediale bandlockerung, deutliche vordere Schublade,
re. deutlich induriert, deutliche retropatellare Provokationszeichen, mediale und laterale Instabilität, deutliche vordere Schublade
Röntgenbefund re. Knie:
massive Verschmälerung des medialen Gelenkspaltes, massive Aufweitung des lateralen Gelenkspaltes, Sklerosierung des subchondralen Knochens medial und lateral, Ausziehungen am Tibiaplateau medial und lateral, Ausziehungen an der distalen Fermurchondyle, Doppelkontur der medialen Gelenkkammer

in der Jugend Leistungssport - Geräteturnen
bis 2002 Hobbysport Volleyball
Skiunfall 01/2002 rechtes Knie mit den Folgen: hinteres Kreuzband angerissen, Schienbeinplatte gebrochen, Miniskus angerissen
in 03/2002 Arthroskopie mit Entfernung des Ergusses im re. Knie
bis 2007 Wintersport - Abfahrt, Inliner, Radfahren, Nordic walking, Pilates, Schwimmen
in 07/2007 Treppensturz rückwärts mit LWK-Trümmerfraktur L1 und Kreuzbeinfraktur;
Vertebbroplastie L1 09/2007, Spondolydese Th11/L3 2/2008, Anschlussinstabilität L3 bis S1, lumbosacrale Spinlkanalstenose, zweimalige Facettendenervierung und Spondolydese L3 - S1 re. und li. sowie Dekompression L3/S1 und Facettendenervierung in 4/2009
seit 2008 Restless Leg Syndrom und chronisches Schmerzsyndrom
soweit die letzten Diagnosen - hoffentlich konkret genug, um meine Frage genauer zu beantworten: kann eine Knorpelentnahme- Anzüchtung im Labor-Wiedereinpflanzen des Substrates in meinem Alter und meiner Vorgeschichte erfolgreich sein
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 8 Jahren.
Nach meiner Kenntnis hat eine Knorpeltransplantation bei unfallbedingten Akutfolgen eine sehr hohe Erfolgsquote von über 80 Prozent. Dagegen spricht aber eindeutig der aktuelle Befund, dass eine Instabilität im Kniegelenk besteht, die ja ohne operative Stabilisierung so oder so zu neuen Problemen führen MUSS.

Zudem stellt sich die Frage, wie sie ihre Funktion und möglichst Schmerzfreiheit am schnellsten bzw. besten erreichen können. Vermutlich wird da doch eine operative Behandlung angezeigt sein.

An Ihrer Stelle würde ich mich direkt in einem spezialisierten Zentrum für Knie-Endoprothetik in ihrer Region nach den Chancen und Alternativmöglichkeiten erkundigen. Knie-Endoprothesen haben heute eine sehr lange Belastungsdauer, da sich die Op-Techniken und Materialien verbessert haben.
Kunde: hat geantwortet vor 8 Jahren.
Sie meinen also, daß eine Knorpeltransplantation eigentlich überflüssig und früher oder später eine TEP notwendig ist - was ich eigentlich vermeiden wollte oder welcher Art soll die "operative Behandlung" sein, wie sie es andeuteten?
Seit 08/2009 trage ich am re. Knie eine Orthese zur Stabilisierung, um zu versuchen, den Gelenkspalt wieder herzustellen-Druck von außen , um innen den Gelenkspalt wieder zu "öffnen".
Sollte das umsonst gewesen sein?
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 8 Jahren.

Nein, umsonst ist es ja nicht. Es geht um die Stabilisierung. Welche Funktion bzw. welcher Schutz für das Gelenk / Gelenkflächen dabei herauskommt ist von vielen Faktoren abhängig. So spielt der Aufbau der Muskulatur zur Stabilisierung des Knies eine grosse Rolle. Gerade wenn aber mehrere orthopädische Probleme vorliegen muss man immer auch die Belastung des anderen Beines berücksichtigen. Fehlbelastungen durch Schonung / Ausgleichsbewegungen etc. können da neue Schäden verursachen.

 

Ich will / kann ja eine Knorpeltransplantation nicht gänzlich ausschliessen. Meistens ist dies aber erst nach einer Kernspinuntersuchung richtig zu beurteilen bzw. intraoperativ in der Arthroskopie. Ich wollte nur ausdrücken, dass man eben die Funktion des Gelenkes möglichst bald wieder herstellen sollte. Und nicht unbedingt auf eine mehr oder vage Hoffnung hin auf die Knorpeltransplantation setzt, dann aber doch mittelfristig enttäuscht wird.

drhippokrates und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.