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drhippokrates
drhippokrates, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 1990
Erfahrung:  Mehrjährige klinische Erfahrung in Innere Medizin, Neurologie und Psychiatrie
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drhippokrates ist jetzt online.

Seh geehrte Herren, habe nach einem B.-Vorfall vor ca. 1 Jahr

Kundenfrage

Seh geehrte Herren,
habe nach einem B.-Vorfall vor ca. 1 Jahr eine Bandscheiben-OP am 4. LW durchfuhren lassen. Mit der OP hat sich eine Entzündung eingestellt, die ich bis heute trotz intensiver
Antibiotika (Clindamycin, Mai bis November) nicht abgeklungen ist. Da ich weiterhin Schmerzen habe (Nehme Voltaren R.), empfiehlt jetzt der KH-Mediziner eine Versteifung.
Bitte um Ihre Meinung.
Vielen Dank,XXXXX
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.
Meinen Sie , dass eine sog. Knochenentzündung = Osteomyelitis gesichert ist und dann eine gezielte antibiotische Behandlung erfolglos verlief ?

Welche weitere schmerzmedizinische Behandlung haben Sie für ihre Rückenbeschwerden erhalten ?
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Es erfolgte keine weitere schmerzmedizinische Behandlung (präventiv das Tragen eines Dreipunktkorsets). Nur mit der genannten Antibiotika, die ich Mitte November absetzte, da die Nebenwirkungen zu akut wurden. Die Osteomyelitis hat den 4. LW angegriffen und den Wirbelkörper massiv geschwächt (2 Löcher).
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.
Eine Spondylodese = Versteifung ist dann angezeigt, wenn sich die Symptome nicht unter konservativer Therapie bessern bzw. entsprechende physikalische Therapie, Krankenkgymnastik und medikamentöse Schmerzbehandlung ausgenutzt sind. Das gewählte Antibiotikum hat ja an sich eine gute Knochenwirkung, so dass vermutlich hier die antibiotische Schiene wirklich wenig erfolgsversprechend ist.

Hier ein Link zu dieser Behandlungsoption : http://www.rueckenbuch.de/static_de/versteifungsoperationen.html

Gerade wenn eine Pseudogelenk bzw. Instabilität in diesem Bereich besteht, wenn neurologische Ausfallerscheinungen auftreten bzw. eben Schmerzen fortbestehen wird man eine solche Op diskutieren. Dies kann eine Voraussetzung darstellen, dass die Entzündung ausheilt.

Andererseits sollte man eben auch eine gute Schmerzmedikation nach dem Stufenschema der Schmerztherapie vornehmen, d.h. neben Antiphlogistika wie das Voltaren versuchen, sie schmerzfrei zu halten. Hier können ggf. auch stärkere Schmerzmittel und / oder Antidepressiva eine Rolle spielen.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

Vielen Dank für Ihre Antwort, die ich fast ausnahmslos teile. Ich versuche mit weniger Schmerzmittel auszukommen und habe das "innerliche Bauchgefühl" , das die Infektion langsam, wenn auch sehr langsam zurückgeht. Genaueres wird eine nächste MRT zeigen. Was mich beunruhigt ist , das die Enzündung den Wirbelkörper in seiner Knochenstabilität sehr geschwächt hat, so daß ich Bedenken habe, bei einer unüberlegten, ungeschickten physichen Belastung vieles verschlimmern könnte. Welche sportlichen Aktivitäten könnte ich aus Ihrer Sicht gegenwärtig nachgehen?

Radfahren, Schwimmen, Skifahren?

Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.
Da ich den lokalen Befund nicht kenne, bin ich da vorsichtig mit einer Empfehlung. Sprechen Sie dies bitte mit dem Arzt vor Ort ab. Grundsätzlich ist Schwimmen (und eingeschränkter) Radfahre sicher günstiger als Skifahren. Schon allein wegen dem Verletzungsrisiko bzw. der Gefahr auf den Rücken zu fallen.

Bisher scheinen Sie ja keine neurologischen Ausfälle zu haben bzw. die Stabilität des Wirbelkörpers ist nicht soweit gestört, dass die Hinterkante betroffen ist. Das ist ein entscheidenes Kriterium, für das Vorgehen. Wenn das Rückenmark gefährdet sein könnte, ist natürlich dies immer eine Alarmsituation.

Es muss übrigens nicht immer sinnvoll sein, mit "möglichst wenig" Schmerzmittel auszukommen. Der Stress durch die Schmerzen führt zu Anspannung der Muskulatur. Anspannung wiederum zu Problemen in der Stellung der Wirbel und ggf. damit zu einer unphysiologischen Haltung und Aufrechterhaltung der Symptomatik. Daher empfehlen Orthopäden halt gute Schmerztherapie, Bewegung und möglichst wenig Stress.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

Entschuldigung, ich mußte zwingend außer Haus.

Letzte Frage: Wie konnte sich Ihrer Meinung nach so eine Entzündung so hartnäckig im OP-Bereich etablieren und wie kann sie alternativ "bekämpft werden, wenn die orale Einnahme des Antibiotikums erfolglos ist?

Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.
Da kann man nur spekulieren. Manchmal ist es schlicht Schicksal. Manchmal ist es eben so, dass die Funktion im LWS-Bereich nicht richtig wieder hergestellt werden konnte und eben ein mechanischer Reizzustand besteht. In einer Knochenszintigraphie als nuklearmedizinische Untersuchung der Region kann man ja "nur" feststellen, DAS eine Entzündung vorliegt. Den direkten Nachweis der Ursache kann man aber leider meistens nicht erbringen.

Und wenn es nicht eindeutig Bakterien sind, die man man über eine Kultur bestimmen und dann ein Antibiogramm erstellen kann, ist es noch schwieriger.
drhippokrates und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich für die fachlich gute und für einen Laien verständliche Auskunft bedanken. Sie haben viele meiner Gedanken und Vorstellungen bestätigt. Anfang Februar werde ich ein Informationsgespräch mit dem im KH zuständigen "Versteifungsoperateur" führen, so daß ich ggf. dadurch eine Entscheidung treffen kann.

 

Mit bestem Gruß

Siegfried Heinze, Stuttgart

Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.
Vielen Dank XXXXX XXXXX positive Rückmeldung und gute Besserung !