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drhippokrates
drhippokrates, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 1990
Erfahrung:  Mehrjährige klinische Erfahrung in Innere Medizin, Neurologie und Psychiatrie
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drhippokrates ist jetzt online.

ich habe den Verdacht, da bei mir adrenal-fatigue vorliegt.

Beantwortete Frage:

ich habe den Verdacht, daß bei mir adrenal-fatigue vorliegt. Ein Cortisol-Test ergab einen morgendlichen Wert, der weit unter Normal liegt.
Ich habe eine Odyssee hinter mir, bei der vieles auf die Psyche geschoben wurde, mit dem Hinweis ich solle "endlich" aufhören nach körperlichen Ursachen zu suchen.
Wo finde ich kompetente Hilfe ?
Gepostet: vor 8 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 8 Jahren.

Hallo Gabrielaza !

 

Wenn ich Sie richtig verstehe, meinen sie eine stressbedingte Erschöpfung der Nebennierenfunktionen und / oder eine Erschöpfung durch eine gestörte Nebennierenfunktion.

 

Schön und gut. Symptome, die man etwa im Internet auf Seiten wie dieser lesen kann, scheinen ja nun so ziemlich alle Symptome von Erschöpfung und Leistungsminderung zu erklären. Es gibt zahlreiche weitere Erkrankungen, die als chronic fatigue oder CME oder ähnliche Bezeichnungen zurückgeführt werden. Typisch dabei ist, dass die Schulmedizin diese Begriffe kaum nachvollziehen kann. Das mindert ihre Beschwerden nicht.

Ein Versagen oder Erschöpfung der Nebennieren ist ein Notfall bzw. es muss schon zu ganz heftigen Problemen im Körper kommen, dass dieses System ausfällt. Schon im Routinelabor würden dann beispielsweise Auffälligkeiten der Blutsalze Kalium und Natrium bestehen (wie beim sog. Morbus Addison).

 

Richtig ist ja, dass die Regulation der Stresshormone (u.a. Cortisol) bei chronischer Belastung, Schlafmangel etc verändert sein kann. Gerade hochsensible Menschen weisen hier häufig Besonderheiten auf.

 

Ich möchte nur bezweifeln, dass es dann eine ursächlich an der Nebenniere ansetzende Therapie gibt, die ihnen hilft. Ihr Körper ist offenbar in einer chronischen Alarmsituation, die möglicherweise schon sehr lange anhält. Hier gilt es bildlich gesprochen den Alarmknopf auszuschalten. Eine wie auch immer geartete Hormonbehandlung wird überhaupt keine Änderung bringen. So verstehe ich auch die Aussage ihrer Therapeuten, die ihnen dringen anraten sich mit etwaigen psychischen Faktoren zu beschäftigen. Solange sie auf der immerwährenden (vergeblichen) Suche nach einer rein organischen Ursache ihrer Erschöpfungssymptomatik sind, werden sie nicht vorwärts kommen. Allein die Suche und Erklärungsunsicherheit ist ein psychischer Stress, der ausreichend ist Anspannung und Stresssymptome zu erklären und aufrechtzuerhalten.

Kunde: hat geantwortet vor 8 Jahren.
bei mir kam es zu einer Gewichtsreduktion bis 38 Kilo, kreisrundem Haarausfall. Des weiteren durch die schlechte Ernährung zu Zahnverlust, wobei dadurch das Thema "Essen" weiterhin sehr im Vordergrund steht. Ich bin in psychotherapeutischer Behandlung, die ich auch sehr positiv sehe. Nach meinen Informationen gibt es allerdings gerade bei der adrenal-fatigue KEINE Veränderungen beim z.B. Kalium, weshalb es auch so oft übersehen wird. Ich sehe mich in einer körperlich sehr schlechten Verfassung, die allein durch die therapeutische Behandlung in keinster Weise verbessert wurde. Und ich habe diese Behandlung sehr ernst genommen und konstruktiv mitgearbeitet. Ich bin vorzeitig berentet ! Und ich bin erst 52 Jahre alt. Ich möchte dies nicht einfach so stehen lassen. Natürlich kann nicht ursächlich an der Nebenniere behandelt werden. Da müssen noch andere Faktoren abgeklärt werden. Deshalb noch einmal meine Frage - welche Endokrinologen sind hier "beschlagen", an wen kann ich mich wenden ?
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 8 Jahren.

Hallo nochmal !

Es ist die Frage nach Henne oder Ei, die sie stellen. Ich spreche zunächst halt aus der Sicht des Organmediziners, der eigentlich ein Adrenal fatigue nicht kennt. Eine Unterfunktion der Nebennieren kann bei 5 von 10000 Menschen vorkommen. Hier gilt es aber, dass JEDER Endokrinologe (also ein Internist mit der Zusatzbezeichnung Endokrinologie) diese Untersuchungen macht. Das ist deren alltägliches Brot. Spezialisten findet man beispielsweise an Uni-Kliniken (ich habe mal folgenden Link dazu rausgesucht). Herkömmliche Mediziner werden die Abklärung einer Fehlfunktion der Nebennieren-Steuerung nach einem Schema durchführen, dass Sie u.a. hier finden

 

Richtig ist, dass bei leichteren Fehlfunktionen Na, Kalium und auch die esosinophilen Granulozyten "normal" sein können. Sie klagen aber ja unter erheblichen Symptomen.

Meine bescheidende Erfahrung im Bereich chronischer psychosomatischer Beschwerden geht in die Richtung, dass man fast NIE eine körperliche Ursache findet. Einmal in 12 Jahren habe ich einen Patienten mit nicht erkannter Hyperplasie der Nebenschilddrüse gehabt. Ich achte da eigentlich sehr drauf, mögliche organische Ursachen auszuschliessen.

Andererseits : Das ständige Gefühl von Erschöpfung und Instabilität kann man möglicherweise eben auch als Kraftanstrengung ihres Organismus interpretieren, negative Gefühle bzw. Erlebnisse ständig wegstecken bzw. wegdrücken zu müssen. Ich würde beispielsweise in einer Therapie versuchen, ihre Erschöpfung und Beeinträchtigung mir einmal sehr plastisch und bildlich beschreiben zu lassen :

 

Wenn ihre Beschwerden ein Gewicht hätten, wie schwer wäre es ?

Welche Form, welches Material passt dazu ?

Welche Temperatur etc.

 

Meine Erfahrung ist, dass sich dieses Bild dann quasi immer und immer wieder in ihrem Leben in ähnlichen Nuancen abbilden lässt (wenn man es auf eine vorgestellte Zeitachse projiziiert).

Diese "Bilder" müssen sie Tag für Tag kontrollieren bzw. damit umgehen. Was tierisch anstrengend ist. Es ist, als ob man einen Sack Flöhe hüten muss. Meine Patienten sind dadurch erschöpft, dass sie es irgendwann eben nicht mehr schaffen, Alltag und alte emotionale Erlebnisse unter einen Hut zu bringen.

drhippokrates und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 8 Jahren.
danke schön, nun fühle ich mich ein wenig besser "angenommen", smile.
Die beiden Links werde ich mir in Ruhe ansehen. Als mittlerweile seit 14 Jahren trockene Alkoholikerin bin ich therapeutisch sehr hellhörig geworden. Und habe in dieser Zeit, wie auch von Ihnen oben beschrieben, sehr viel und auch intensiv nach Innen geschaut. Da war vieles und das tat ganz weh. Gar nicht so einfach sich selbst ehrlich zu betrachten. Ich tue es aber immer wieder. Positionen verändern sich ja auch. Mir ging es nun darum, nicht eine körperliche Erkrankung quasi als Entschuldigung zu suchen, auf der ich mich dann ausruhen kann. Ich möchte nur nicht unterlassen, auch meinem Körper zu helfen. Um meine Seele kümmere ich mich glaube ich sehr liebevoll und auch achtsam.
Herzlichen Dank