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drhippokrates
drhippokrates, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 1990
Erfahrung:  Mehrjährige klinische Erfahrung in Innere Medizin, Neurologie und Psychiatrie
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drhippokrates ist jetzt online.

Ich habe Angst davor, dass mein Mann mich verl sst und ich

Kundenfrage

Ich habe Angst davor, dass mein Mann mich verl?sst und ich dann in ein tiefes Loch falle und nicht damit umgehen kann. Mein Mann ist schon seit einer Woche weg, um zu sich selbst zu kommen, und hat sich seitdem nicht einmal gemeldet. Meine verzweifelten SMS werden nicht beantwortet
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.
Hallo Petra !

Sie sind in einer ausgesprochen belastenden Situation, zumal sie ja die Ungewissheit quält. Ich befürchte, dass sie lernen müssen, diese Situation zu akzeptieren. Das Verhalten ihres Mannes zu ergründen wird derzeit nichts bringen. Vielmehr ist es ja so, dass jedes Drängen von ihnen vermutlich ihn derzeit noch weiter zum Rückzug bringen wird. Sicher ist es kein "feiner Zug", wenn er sich nicht meldet. Aber derzeit ist ja weder eine Entscheidung für oder gegen eine Trennung gefallen.

Ihre Angst vor einem "tiefen Loch" kann ich gut nachempfinden. Eigentlich heisst es aber, dass sie nicht in der Lage sind einmal über die mögliche Phase der Trennung hinaus zu denken. Damit meine ich bewusst nicht, dass es zu einer Trennung kommen soll oder müsste. Vielmehr ist es aber sehr sinnvoll, sich eine Art Notfallkoffer für den Fall einer Trennung zurechtzulegen. Meine Erfahrung in der psychotherapeutischen Arbeit zeigt, dass man ganz anders auftreten kann, wenn man sich sehr konkret Gedanken gemacht hat, wie es auch ohne diesen einen Partner im Leben weitergehen könnte.

Ich möchte Ihnen einige Anregungen für diesen Notfallkoffer bzw. Fragen mit auf den Weg geben, die ihnen möglicherweise eine erste Orientierung geben können. Letztlich nehmen sie nicht die Trauer und Enttäuschung über die derzeitige missliche Lebenssituation, sie sollen nur helfen wieder einen klareren Kopf zu bekommen :

1. Kontakte : Suchen Sie Menschen, die ihnen gut tun
Gerade jetzt wäre es wichtig, sich emotionale Unterstützung zu holen. Haben sie eine Freundin, Familienangehörige oder auch Onlinebekanntschaften, die ihnen zur Seite stehen könnten ? Jetzt wäre es wichtig, sich nicht nur zurück zu ziehen sondern sich zu überlegen, wer noch zu ihnen steht. Sie sind nicht allein auf dieser Welt. Ihr Mann wird nicht der einzige Mensch sein, der zu ihnen hält.

2. Was wäre wenn...
Wenn es wirklich zur Trennung käme :
- Wohin könnten sie für ein paar Wochen / Monate gehen, wenn sie sich allein fühlen ?
- Wie wäre die finanzielle Situation ? Haben sie ein eigenes Giro-Konto? Verdienen Sie selber oder müsste eine Versorgung durch ihren Mann geregelt werden ?
- Wohin würden sie den ersten Urlaub machen, wenn sie allein entscheiden könnten ?
- Welche Hobbies und Interessen haben sie, die sie wieder aufnehmen könnten?
- Gibt es eine moralische oder auch seelsorgerische Unterstützung in einer Gemeinde, einem Verein oder einer sonstigen Gruppe, die sie auffangen könnte ?

Diese Fragen sind wichtig, weil allein das darüber Nachdenken schon besser ist als das ständige Grübeln. Machen sie sich eine konkrete Liste, die sie in Phasen der Einsamkeit bzw. Hilflosigkeit immer weiter ausbauen können.

Allein, dass sie sich hier Hilfe suchen zeigt ja, dass sie sich nicht passiv ihrem Schicksal ergeben wollen. Möglicherweise würde ihnen eine Kurzzeitpsychotherapie helfen, diese schwere Lebensphase zu überstehen. Auch eine vorrübergehende medikamentöse Unterstützung (z.B. mit einem Antidepressivum) bzw. regelmässige Gesprächskontakte mit einem Arzt könnten eine Hilfe darstellen.

3. Mediatoren / Paartherapie
Eigentlich benötigen sie in dieser Phase einen Mediator bzw. einen Paartherapeuten, der den Gesprächskontakt angriffsfrei zwischen ihnen und ihrem Mann wieder herstellt. Das ist schon allein deshalb wichtig, weil für sie diese Hängepartie so schwierig ist. Allerdings stellt sich die Frage, ob sich ihr Mann darauf einlassen würde. Es gibt zwischenzeitlich auch im Internet solche Angebote wie etwa http://www.theratalk.de
Das Problem ist halt nur, dass ihr Mann dazu mit ins Boot gehört. Speziell das Miteinander Reden müsste eben verbessert werden.

4. Das Leben geht immer weiter ....
Das ist jetzt sehr platt : Aber : Es gibt auch noch andere schöne und nette Männer in diesem Land. Das Verhalten ihres Mannes zeugt nicht gerade von Zuverlässigkeit und Partnerschaft. Sie sollten sich auch einmal überlegen, ob sie nun wirklich so an dieser Beziehung hängen MÜSSEN oder ob es nicht noch andere Männer in diesem Universum gäbe. Nicht heute Nicht morgen. Aber ein Mann, der eine Beziehung auf gegenseitige Zuverlässigkeit und Partnerschaft aufbauen möchte.

Ich hoffe, dass ich ein paar Anregungen für diese schwere Zeit gegeben habe. Fragen SIE gerne nach, wenn ich noch weitere Auskünfte geben kann.

Ich schicke ihnen mal eine gehörige Portion Kraft und Zuversicht mit, die in dieser vorrübergehenden schweren Phase helfen soll

Dr. Martin Winkler
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.

Hallo Petra !

 

Wäre schön, wenn ich Ihnen helfen konnte. Dann bitte Akzeptieren klicken !

 

MFG

Dr. M. Winkler