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Dr. Schaaf
Dr. Schaaf, Privatpraxis, Online-Beratung
Kategorie: Kindermedizin
Zufriedene Kunden: 2012
Erfahrung:  Spezialisiert auf fachübergreifende Zweite Meinung
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Dr. Schaaf ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, unser Sohn (26 Monate), ein

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,
unser Sohn (26 Monate), ein recht intelligentes, sprachlich gut entwickeltes, lebhaftes und fröhliches Kleinkind schlägt und tritt uns, die Großeltern und andere Kinder.
Häufig passiert dies ohne erkennbaren Grund. Er haut uns und freut sich wenn wir schimpfen (Hände bzw. Beine festhalten und NEIN sagen) und macht dann ganz übermütig weiter. Wenn wir ihn von der jeweiligen Person trennen, die er gerade geschlagen hat, interessiert ihn das nicht wirklich. Wir wissen bald nicht mehr wie wir noch reagieren sollen, weil wir auch nicht verstehen warum er das macht.
Wir können nachvollziehen, wenn er Hauen als Mittel zum Willen durchsetzen nutzt, z.B. lässt sich nicht den Schlafanzug anziehen, weil er noch nicht ins Bett möchte - unsere Konsequenz, je länger das Anziehen dauert, desto kürzer ist die "Bücherzeit" vorm Schlafengehen. Wir sind uns sicher er versteht ganz genau was wir wollen, aber dennoch wiederholt sich diese Situation auch sehr oft. Dennoch denke, dass wir damit umgehen können. Braucht sicher nur viel Geduld.
Was uns wirklich verzweifeln lässt, ist das Schlagen aus scheinbar "reiner Freude". Wir erklären ihm, wenn sich die Situation entschärft hat, dass wir ganz traurig über sein Verhalten sind und das Hauen weh tut. Auch das scheint er zu verstehen. Kurz darauf passiert es wieder.
Haben Sie für uns einen Rat, wie wir auf solche Situationen reagieren sollten?
Vielen Dank XXXXX XXXXX!

Viele Grüße
Familie H.
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Kindermedizin
Experte:  Dr. Schaaf hat geantwortet vor 4 Jahren.
Guten Morgen,

in dem Alter reagieren Kinder noch fast ausschließlich auf die Reaktion, die sie mit ihrem Verhalten erreichen. Irgendetwas an Ihrem Verhalten muss ihm so gut gefallen, dass er es immer wieder wiederholt und jetzt auch bei anderen ausprobiert.
"Traurig machen" kann er noch nicht verstehen.
Was er verstehen kann, ist Wut, Abwendung und zurück schlagen.
Diese Reaktionen sollten sehr deutlich, eher übertrieben heftig und vor allem geradezu reflexartig schnell kommen.
Ich will damit nicht sagen, dass Sie Ihr Kind schlagen sollen, aber Sie dürfen ihm durchaus beibringen, dass Schläge dazu führen, dass er auch geschlagen wird - denn das wird passieren, wenn nicht jetzt dann später von anderen. Und Sie dürfen ihm bzw sollten ihm zeigen, dass Sie dieses Verhalten absolut inakzeptabel finden. Das kann sich ausdrücke in
- lautes Nein, nein, nein! Aber es muss dann auch wirklich so laut sein und vor allem von der Körperhaltung her so heftig sein, dass er sich fast erschreckt
- lautes "Ich will das nicht", denn "ich will" kann er schon verstehen
- Nach einem solchen Angriff für einige Minuten komplett ignorieren und keinerlei Reaktion auf sein Verhalten zeigen. Das ist die schlimmste Strafe, seien Sie vorsichtig mit dieser Strategie.
- wenn er Sie schlägt, dann schlagen Sie zurück. An die selbe Stelle und in der selben Intensität wie er sie geschlagen hat. So kann er spüren, was er Ihnen antut und "begreift" es. Das darf er nicht nur, das sollte er.
- Festhalten ist auch eine Möglichkeit, muss aber sehr schnell kommen, also beim ersten Versuch, Sie zu schlagen, denn mit Festhalten zeigen Sie, dass Sie der Stärkere sind. Das stellt Ihr Kind aber nicht in Frage, sondern es testet aus, wo die Grenze ist, an der Sie das zeigen. Es ist ungut, wenn das wechselt, dann wird es zum Spiel.
Schließlich würde ich Ihnen empfehlen, mit Ihrem Kind "Kampfhund" zu spielen. Bestimmen Sie den Zeitpunkt, wann gekämpft wird, denn der Wunsch nach kämpfen ist völlig in Ordnung. Lassen Sie ihn seine Kräfte austesten und auch spüren, wie weh es tun kann, wenn man miteinander kämpft. Kampfhund spielt man am besten im Bett und Ihre Aufgabe ist es, das Kind spüren zu lassen, wie weit seine Kräfte gehen, was er schon kann, wie groß und stark er ist. Aber Sie müssen ihm auch zeigen, was zu viel ist und wo ein Spiel seine Grenzen hat.

Haben Sie dazu Fragen?

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Schaaf