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Bergmann
Bergmann, Dr. Med.
Kategorie: Kindermedizin
Zufriedene Kunden: 1081
Erfahrung:  20jährige Berufserfahrung in der Kinder- und Jugendmedizin, innere Medizin sowie Homöopathie
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Bergmann ist jetzt online.

Nachdem zunächst ein KISS-Syndrom vermutet wurde, hat jetzt

Kundenfrage

Nachdem zunächst ein KISS-Syndrom vermutet wurde, hat jetzt der Kinderarzt unserer Enkeltochter (6 Wochen) einen Opisthotonus diagnostiziert und Massage sowie Gymnastik verschrieben. Können Sie uns erklären, was ein Opisthotonus ist- ist es eher ein orthopädisches Problem oder/und ein neurologisches. Es gibt im Internet keine eindeutigen Auskünfte: Sie reichen von eher gut zu behandeln bis zu ganz erschreckenden Auskünften, die aber auch irgendwie nicht zusammenpassen.
Wir befinden uns in einer ziemlichen Panik und möchten gern eindeutige Informationen. Ganz herzlichen Dank im Voraus.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Kindermedizin
Experte:  Bergmann hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo und guten Tag,

 

eine opisthotone Haltung nennt der Kinderarzt das Überstrecken des Rumpfes nach hinten.

 

Hier handelt es sich nicht um ein orthopädisches Problem, sondern um eine erhöhte Muskelspannung in den für diese Rumpfstreckung verantwortlichen Muskelgruppen.

 

Bei der Untersuchung Ihres Babys wird zur Beurteilung der Gesamtentwicklung neben der körperlichen Untersuchung, den Werten für Kopfumfang, Körperlänge und Körpergewicht auch eine orientierende neurologische Untersuchung gemacht.

 

Hier beurteilt der Kinderarzt die sogenannten Reflexe, die je nach Alter und Entwicklungsstand des Babys Rückschlüsse auf die zentrale Steuerung im Hirn zulassen.

 

Wenn sich bei diesen Untersuchungen ( ein Teil hiervon wird nach "Vojta" benannt) Auffälligkeiten im Muskeltonus ergeben ( ein Opisthotonus gehört zu solchen Auffälligkeiten dazu) , wartet man nicht zu, bis die Natur dies eventuell von alleine wieder ausgleicht, sondern versucht über entsprechende Krankengymnastik nach

Bobath oder nach Vojta durch Bewegung der Muskeln quasi von der Peripherie zurück zur Schaltzentrale Hirn die Muskelaktivität entsprechend zu bahnen und zu normalisieren. Dies funktioniert bis zum Alter von etwa 9 Monaten sehr zuverlässig, je früher man beginnt, desto schneller sieht man den Behandlungserfolg.

 

Folglich, sofern das Baby keine anderen Auffälligkeiten zeigt, ist die Prognose in der Regel sehr gut.

 

Für die Gesamtentwicklung ist bei Opisthotonus eine krankengymnastische Therapie sehr wichtig. Da das Baby frühzeitig durch Blickkontakt auf die Mutter und deren Mund in seiner Kommunikationsmöglichkeit ( auch bereits Sprachkompetenz lange bevor das erste sinnvolle Wort beherrscht wird !!) beeinflußt wird, muß man die überstreckte Lage möglichst früh normalisieren ( mit auch nur leichter Überstreckung des Rumpfes kann das Baby nur in Richtung Stirn der Mutter schauen !), da hier sonst ohne Krankengymnastik wertvolle Zeit verloren gehen könnte.

 

Meist findet sich für eine opisthotone Haltung eines 6 Wochen alten Kindes keine erkennbare Ursache und mit krankengymnastischer Therapie ist dieses Problem nach einigen Wochen oder auch Monaten vergessen.

 

Nun zu den Internet-Infos, die Sie wahrscheinlich bedrückt haben:

 

Opisthotonus tritt auch bei Erkrankungen des Gehirns auf, zum Beispiel bei einer Meningitis, einer Enzephalitis, einer akuten Tetanus-Erkrankung etc...

 

Sollte sich bei Ihrer Enkeltochter der geringste Verdacht auf eine Auffälligkeit innerhalb des Schädels zeigen, z.B. durch ein übermäßiges oder zu geringes Kopfwachstum, Verhaltensauffälligkeiten wie permanentes Schreien ohne ersichtlichen Grund oder sonstiges, würde man eine Ultraschalluntersuchung des Kopfes machen, dies ist keine Strahlenbelastung und bei sehr kleinen Babys recht aussagekräftig, da die Fontanellen noch nicht geschlossen sind und man hierdurch schallen kann.

 

Den Zeitpunkt des Beginns von Krankengymnastik legt Ihr Kinderarzt fest, bisher haben Sie nichts verpaßt, da man in den ersten 6 Wochen auf Grund der fehlenden Reife auch noch kein Baby krankengymnastisch behandelt hätte.

 

Alles Gute und freundlichen Gruß.

Bergmann und weitere Experten für Kindermedizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dank für Ihre Antwort!
Ich möchte aber doch noch mal beschreiben, welche Symptome zu dem KISS-Verdacht geführt haben.
Die Kleine schläft extrem wenig - manchmal ist sie von Mitternacht bis zum Morgen munter, sie schreit sehr viel - sie wird nur ruhiger durch ständiges Hin- und Hertragen, sie wirft häufiger den Kopf hin und her. Beim Saugen kann sie die Brustwarze nicht halten, überhaupt dauert das Anlegen manchmal bis zu 2 Stunden usw.
Bitte beantworten Sie mir doch noch die Frage, was denn bei einer von Ihnen angesprochenen Ultraschalluntersuchung herauskommen könnte und was für eine erhöhte Muskelspannung verantwortlich sein kann.
Vielen Dank!
Experte:  Bergmann hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo,

 

bei einer Ultraschalluntersuchung des Kopfes schaut man, ob die Hirnstrukturen symmetrisch sind, ob die Flüssigkeitsanteile symmetrisch und von Ihrer Größe her regelrecht angelegt sind, ob Anzeichen für Hirndruck zu finden wäre, wie die Oberfläche der Hirnwindungen (Gyri) ausgeprägt ist.

 

Bei den Beschreibungen Ihrer Enkeltochter würde ich ein KISS-Syndrom auch nicht ausschließen wollen.

 

Es wäre ratsam, die Krankengymnastik bei einem Therapeuten durchführen zu lassen, der sich auch mit KISS auskennt, um eine bestmögliche Förderung für die Kleine zu erreichen.

 

Alle Auffälligkeiten, die sich in einer Schädelsonographie zeigen würden, könnten auch ursächlich für einen erhöhten Muskeltonus bzw. einen gestörten Muskeltonus sein.

 

Freundlichen Gruß.

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