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Christian Lee
Christian Lee, Dr. Med.
Kategorie: Kindermedizin
Zufriedene Kunden: 375
Erfahrung:  Facharzt für Allgemeinmedizin (12 Jahre Praxis) & Spezialist für Infektiologie (10 Jahre)
32376790
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Christian Lee ist jetzt online.

Gestern ist mein 11j hriger Sohn Trampolin gesprungen und hat

Kundenfrage

Gestern ist mein 11jähriger Sohn Trampolin gesprungen und hat Saltos gemacht. Kurz darauf hat er über Schwindel geklagt. Was mich aber beunruhig, er hat dabei beide Augen total verdreht. Beide in eine andere Richtung. Das dauerte nach meiner Einschätzung ca. 5 Minuten. Ihm war nicht schlecht, hatte auch keine Kopfschmerzen. Vor zwei Wochen hatte eine starke Virusinfektion (Hoches Fieber, ansonsten keine Beschwerden, 5 Tage lang). Der Kinderarzt stellte eine Reduzierung der weißen Blutblättchen fest, das sich aber nach diesen Tagen wieder der Norm anpaßte. Kann dies einen Zusammenhang haben? Können durch das Springen/Saltos die Augen sich so verdrehen?
Um eine Antwort wäre ich sehr dankbar.
Sabine
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Kindermedizin
Experte:  Christian Lee hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Tag,
es stellen sich hier zwei Fragen:
  • steht das Augen-Phänomen überhaupt in Zusammenhang mit dem vorgängigen Trampolinspringen?
  • was war das wohl für eine Infektion vor zwei Wochen?
Die erste Frage scheint mir einfach zu beantworten:
Falls kein Unfall bzw. unfallähnliches Ereignis erinnerlich bei dieser Trampolin-Session, kann das Trampolinspringen als Ursache der Symptome ausgeschossen werden. Dann könnte das Springen höchstens noch ein Auslöser (bei anderer Ursache, die aber gesucht werden müsste) gewesen sein.

Gemäss Ihrer Beobachtung handelte es sich um einen sog. Strabismus divergens, ein 'Schielen nach aussen'. Entgegen der 'gewöhnlichen' Ursache (einseitig verkürzte Augenmuskel z.B.) muss es sich bei einer solchen kurzdauernden und reversiblen Störung um eine zentrale, neurologische Ursache gehandelt haben, zumindest wäre nach einer solchen zu fahnden. Falls ein Neurologe dies auch so beurteilt, wäre primär eine exake neurologische Anamnese (Vor- und Familiengeschichte) und Untersuchung zu empfehlen. Sicher würde dies mit einem EEG ergänzt. Es geht also darum auszuschliessen dass sich eine Epilepsie (sehr vrschiedene Erscheinungsformen sind möglch) dahinter steht.

Das Ganze sollte vielleicht eher im Licht der kürzlichen Infektion beurteilt werden. Das ist eine komplexe Angelegenheit und es stellen sich viele Fragen die hier nicht in der nötigen Tiefe diskutiert werden können. Falls der Sohn in der Krankheitsphase von einem Arzt gesehen wurde, sollte dieser sich nochmals mit Ihnen hinsetzen und eine exakte Zusammenfassung von Vorgeschichte (auch frühere Impfungen) und Krankheitsverlauf erstellen. So könnte vieles ausgeschlossen oder aber in die nähere Betrachtung gezogen werden. Insbesondere muss man auch an Herpes simplex und evtl. andere virale (seltener bakerielle oder parasitäre) Möglichkeiten denken. Zur Abklärung in diese Richtung müsste auch Liquor (Hirn-Rückenmarksflüssigkeit) zur Untersuchung entnommen werden (eine einfache Sache die schlimmer klingt als sie ist). Dazu gehören nebst den hämatologisch-chemisch-serologischen Untersuchungen unbedingt auch ausgedehnte mikrobiologische (bakteriologische und virologische) Untersuchungen.

Die retrospektive Analyse (Abschätzung in der Rückschau) der kürzlichen Infektion sollte jedenfalls mit grossem Engagement gemacht werden um alle verfügbaren Daten im Lichte des jetzigen Ereignisses nochmals zu überdenken.

Es ist aber durchaus auch möglich, dass der Kinderarzt eine einfache Erklärung hat die momentan weitere Abklärungen erübrigen würde.

Sie brauchen nicht in Panik zu kommen! Trotzdem würde ich am Montag den Kinderarzt anrufen und die Beobachtung schildern. Er wird das weitere Prodedere mit Ihnen besprechen.
Falls aber zuvor irgendein Ereignis auftritt das Ihnen nicht geheuer erscheint, so wäre der Gang in ein neurologisches Ambulatorium (oder einen diensthabenden niedergelassenen Neurologen sofern überhaupt verfügbar) sicher keine Überreaktion.
Insbesondere bei erneuten Infektionszeichen (Fieber vor allem) oder neu auftretenden Kopfschmerzen, ich gehe davon aus dass beides momentan nicht vorhanden ist, sollten Sie den Kontakt zum Kinderarzt oder Neurologen umgehend suchen.

Alternativ wäre ein heutiges Telefonat mit dem Dienstarzt einer neurologischen Klinik ebenfalls eine gute Sache.

mit freundlichem Gruss, ChristXXXXX XXXXX
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vielen Dank für das Anklicken von "Akzeptieren"

Verändert von tomtom_user am 18.09.2010 um 09:19 Uhr EST

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