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Dr. Duncan Klein
Dr. Duncan Klein, Facharzt für Kinderheilkunde
Kategorie: Kindermedizin
Zufriedene Kunden: 155
Erfahrung:  Tätigkeit im Bereich der Pädiatrie, Adoleszentenmedizin, Neonatologie, Kinderorthopädie
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Dr. Duncan Klein ist jetzt online.

Meine Tochter ist 2,5 Jahre alt und wird noch gestillt. Sie

Kundenfrage

Meine Tochter ist 2,5 Jahre alt und wird noch gestillt. Sie hat starke Karies und nächste Woche einen Narkosetermin beim Zahnarzt. Immer wieder wird das Stillen für die schlechten Zähne verantwortlich gemacht (Zahnarzt, Arzt). Wir putzen regelmässig die Zähne. Sie trinkt nur Wasser. Allerdings isst sie auch Bonbons, was sich bei 2 Geschwistern nicht ganz vermeiden lässt. In meiner Familie gab es einige Kinder mit komplett schwarzen Milchzähnen, obwohl sie nicht gestillt wurden. Meine Nichte stillt genauso lange und das Kind hat super Zähne. Soll ich jetzt wirklich deshalb abstillen? Wobei ich auch nicht ganz weiß, wie das funktionieren soll, da sie so sehr weint und ich keine Holzhammermethode anwenden will und eigentlich vom Stillen auch überzeugt bin. Danke XXXXX XXXXX Antwort.
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Kindermedizin
Experte:  Dr. Duncan Klein hat geantwortet vor 7 Jahren.
Hallo und vielen Dank für Ihre Frage!
Es gibt sowohl genetische Veranlagungen für Karies, als auch besondere Kariesbakterien, die in der Familie von Eltern an die Kinder und von diesen an die Geschwister weitergegeben werden (Nahrung, Küsse usw.). Jedoch sind letztendlich die Ernährungsgewohnheiten verantwortlich für das tatsächliche Auftreten des Karies. Und die Laktose (Milchzucker) ist die bevorzugte Nahrungsquelle für Kariesbakterien. In keiner Milch als in der menschlichen ist der Laktosegehalt höher! Zwar verursacht Kuhmilch die gleichen Probleme, jedoch ist die Muttermilch in dieser Hinsicht Spitzenreiter! Das ständige umfliessen der Zähne ist das entscheidende Problem. Wenn Sie wie es für ein 2.5jähriges Kind physiologisch wäre, die Milch höchstens nur zu den Mahlzeiten geben würden, und nach diesen die Zähne putzen, würde sicher kein grosser Schaden entstehen. Eigentlich hat die Natur es sogar eingerichtet, dass mit allerspätestens 3 Jahren bei den meisten Rassen der Menschheit eine natürliche Laktoseintoleranz durch den Verlust der Enzyme eintritt. Bei den Westeuropäer (je nördlicher, desto häufiger!) gibt es eine entwicklungsgeschichtlich recht neue Mutation, die uns ermöglicht, Milch auch später im Leben zu verdauen, diese hat sich aber erst mit der ausgeprägten Acker- und Kuhmilchbewirtschaftung im frühen Mittelalter durchgesetzt.
Weiterhin ist bekannt, dass bei sehr lang gestillten Kindern (>2 Lebensjahr) häufiger Verhaltens- und soziale Interaktionsprobleme (auch im späteren Leben) auftreten können.
Mit diesen Informationen sollte es Ihnen nicht schwer fallen, aufgrund der Fakten eine eigene Entscheidung zu treffen.
Falls Sie abstillen möchten, eine gänzlich sanfte Methode gibt es nicht. Reduzieren Sie nach und nach die Anzahl der Stillmahlzeiten (z.B. nur noch morgens und abends), der letzte Schritt geht aber nur mit strickter Konsequenz, zur Übergangsphase kann man als Ersatz Flaschenmahlzeiten anbieten. Ich kenne das Problem sehr gut und versichere Ihnen, je älter die Kinder werden, um so schwieriger wird es!!! Lieber ein, zwei Wochen Tränen als Monate und Jahre mit Schmerzen, Zahnarztbehandlungen, Operationen und späteren Kieferorthopädische Therapien!
Ich hoffe, dies hilft Ihnen weiter, ich wünsche ihnen viel Erfolg und gute Nerven!