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Dr. Duncan Klein
Dr. Duncan Klein, Facharzt für Kinderheilkunde
Kategorie: Kindermedizin
Zufriedene Kunden: 155
Erfahrung:  Tätigkeit im Bereich der Pädiatrie, Adoleszentenmedizin, Neonatologie, Kinderorthopädie
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Dr. Duncan Klein ist jetzt online.

Unsere Tochter ist nun fast 8 Wochen alt und hat seit Mittwoch

Kundenfrage

Unsere Tochter ist nun fast 8 Wochen alt und hat seit Mittwoch (also seit ca. 5 Tagen) starke Bauchkrämpfe und ist sehr am Schreien. Wir waren nun schon zweimal bei einem Kinderarzt, der uns empfohlen wurde. Seine Prognose: ein Magen-Darm-Infekt. Beim zweiten Besuch meinte er, es sei am Abklingen. Leider ist dem aber nicht so. Gestern und heute haben wir unserer Tochter ein paar Mal "Belladonna" gegeben und es war schlagartig viel besser (kein Schreien mehr). Allerdings hat es heute am späten Nachmittag wieder angefangen. Die Kleine streckt und krümmt sich und schreit wie am Spieß. Sie hat Durchfall (gelber flüssiger Stuhlgang). Was können wir machen? Müssen wir in die Klinik fahren?
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Kindermedizin
Experte:  Dr. Duncan Klein hat geantwortet vor 7 Jahren.
Hallo und vielen Dank für Ihre Frage!
Bauchkrämpfe und Koliken bei Säuglingen sind sehr häufig und meistens völlig ungefährlich. Man spricht auch von "3-Monats-Koliken", wobei ich diese am häufigsten zwischen der 6. Lebenswoche bis zum 6-Lebensmonat bei meinen kleinen Patienten sehe.
Gelber, flüssiger Stuhlgang bei einem Säugling alleine ist noch keine Krankheit, besonders wenn die Kinder noch gestillt sind, sind alle Formen von Stuhl - von flüssig bis fest, gelb bis grün mit weissen Punkten normal und hängen mit der normalen Entwicklung der Darmflora zusammen.
Diese Schrei- und Schmerzattacken bei Säuglingen treten bei jedem dritten Kind auf und sind für die Eltern oft eine sehr grosse Belastung, da sich das Kind nur meist schwer beruhigen lässt und die Eltern oft völlig hilflos sind, es lässt sich ja auch kein wirklicher "Grund" für die Schmerzen finden.
Eventuell kann man einige wenige "Ursachen"(?) vermeiden, so berichten manche Eltern, dass bei gestillten Kindern eine Besserung durch Vermeiden von blähenden Nahrungsmitteln bei der Mutter erreicht werden kann, ruhiges Trinken mit gutem Aufstossen und die Gabe von sog. mechanischen Entschäumern, die die Gasbildung im Darm des Kindes verringern sollen. Dies ist in der Schweiz das Flatulex, in Deutschland Saab simplex, beides rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und kann bedenkenlos gegeben werden, da es ausschliesslich im Darm wirkt und nicht in den Körper aufgenommen wird. Jedoch muss es vor jeder Mahlzeit gegeben werden, um überhaupt einen "schützenden" Effekt zu zeigen.
Ansonsten hilft Beruhigen, Tragen auf dem Arm, vielleicht sogar mit dem Bauch des Kindes auf ihrem Arm (die Bewegung und Wärme scheinen zu helfen), ein Kirschkernkissen oder Wärmeflasche (Achtung, Verbrennungsgefahr; nicht zu warm, max. 40° und mit Decke) auf den Bauch, auch scheinen Bauchmassagen einen positiven Effekt zu haben.
Generell kann man diese "Koliken" nicht vermeiden, sie gehören zu der normalen Entwicklung des Kindes. Auch das plötzliche "kommen" und "gehen" ist ganz typisch.
Falls ihr Kind sonst normal trinkt und auch sonst keine Infektzeichen wie Fieber hat, denke ich, dass dies die wahrscheinlichste Erklärung ist. Bei zusätzlichen Erkrankungszeichen, Blut im Stuhl oder falls die Schmerzen nicht wieder spontan aufhören (so wie das bei Ihnen zum Glück der Fall war), sollten Sie aber -besonders in diesem Alter- nochmals einen Kinderarzt aufsuchen, um schlimmere Erkrankungen wie z.B., eine Darmverdrehung oder -einstülpung auszuschliessen
Alles Gute und eine ruhige Nacht!

Verändert von Dr. Duncan Klein am 16.05.2010 um 22:02 Uhr EST