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Dr. Gehring
Dr. Gehring, Fachärztin Innere- und Allgemeinmedizin
Kategorie: Kardiologie
Zufriedene Kunden: 25280
Erfahrung:  Langjährige Notarzterfahrung
61885400
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Dr. Gehring ist jetzt online.

ich bin weibl. 43 Jahre. Seit 3 Jahren plagt mich nächtlich

Beantwortete Frage:

ich bin weibl. 43 Jahre.

Seit 3 Jahren plagt mich nächtlich auftretendes Herzrasen - meist zwischen 3 und 4 Uhr.

Erst zweimal jährlich. Da EKG, LZEKG, Echo ohne Befund - außer vereinzelte SVES und VES, hieß es immer Panikattacken.

Die Extrasystolen - gelegentlich mit Salven habe ich seit vielen, vielen Jahren mal mehr mal weniger, ich spüre sie auch.

Seit das nächtliche Herzrasen fast jeden zweiten Monat auftrat nehme ich ca. 2,0 mg Bisoprolol täglich. 0,65-0,65-0,65. Ich habe Bisohexal mit 2,5 mg, die ich viertle und dann 3/4 über den Tag verteilt einnehme.
Laut Arzt eine homöopathische Dosis, da mein Blutdruck aber ohnehin niedrig ist, geht es nicht anders.

Mit dem Bisoprolol ist mein Ruhepuls im opt. Bereich meist zwischen 70 und 80.

Nun trat in den letzten Monaten das Herzrasen gehäufter auf. Auch früh nach dem Aufstehen und am frühen Abend. Wobei mir nun auffiel das dem Herzrasen immer Extrasystolen, meist als Slaven, vorangingen und sofort im Anschluss das Herzrasen auftrat.
Mit Manövern wie Luft anhalten und Pressen konnte ich es immer gleich beenden. Außer die letzte beiden Male, so wie heute Nacht gegen 03:30 Uhr.
Ich bin aus dem Traum mit einer Salve aufgewacht und gleich ging das Herzrasen los. Anhalten lies es sich nicht per Manöver. Ich habe dann eine Viertel Biso genommen und nach ca. 10 - 15 min. hörte es auf.

Leider konnte das Herzrasen noch nie aufgezeichnet werden.

Meine Kardiologin geht davon aus das es sich um eine AVNRT handelt und empfiehlt gleich eine Ablation ohne das es mal auf dem EKG aufgezeichnet wurde.

Meine Hausärztin sagt keine Ablation, dafür wäre es zu selten und der Leidensdruck nicht groß genug. Außerdem berge so ein Eingriff immer Risiken mit sich.
Sie empfiehlt die Implantation eines Eventrecorders um a) das Herzrasen und b) die Salven irgendwann einmal zu erfassen.

Nun bin ich hin und her gerissen und weiß nicht was ich machen soll.

Natürlich ist das Herzrasen mehr als unangenehm. Ich bekomme schlecht Luft und muss arg mit mir kämpfen nicht in Panik zu verfallen. Mittlerweile erschrecke ich mich schon bei jeder Extrasystole und denke hoffentlich geht es jetzt nicht wieder los.

Und natürlich macht es mir noch mehr Angst seit ich bemerken musste, das ich es doch nicht immer gleich stoppen kann - so wie heute Nacht.
Die Gedanken kreisen und ich bekomme Bedenken wie lange mein Herz so einen wahnsinnig hohen, aber gleichmäßigen Puls aushalten kann.
Gezählt habe ich ihn noch nie, da es mir dann zusätzlich noch mehr Angst bereiten würde. Ich denke aber um die 180 werden es mindestens sein.
Meine Kardiologin meinte gefährlich wäre es nicht, nur lästig.

Blutbild bei mir soweit o.k.
Ferritin, Vitamin D, Vitamin B unter dem Normbereich. Das ist aber schon seit Jahren so. Seit ich durch die Einnahme von Vitamin D starke Unruhe und depressive Verstimmungen bekam, soll ich es nicht mehr nehmen. Wir haben das getestet und wirklich jedes Mal begannen 24 Stunden nach der Einnahme die Symptome.
Schilddrüse wurde nicht mit getestet.
Ich habe seit Jahren eine chronische Sinustis der Keilbeinhöhle. Auch sind schon lange Chlamydia Pneumoniae nachweisbar, die sich wertmäßig im Labor nicht ändern, was für eine abgelaufene Infektion sprechen soll.

Nun meine Frage, was würden Sie empfehlen Ablation oder Eventrecorder? Ist es tatsächlich so ungefährlich wie von allen dargestellt, auch wenn es noch nie auf dem EKG gesehen wurde? Wie lange darf denn das Herzrasen anhalten ohne das ich ins KKH oder einen Arzt holen müsste?

Vielleicht noch wichtig, mein Vater leidet unter Vorhofflimmern. Seit einem Alter von ca. 65 Jahren. Jetzt ist er 77.

Vielen lieben Dank!

Gepostet: vor 1 Monat.
Kategorie: Kardiologie
Experte:  Dr. Gehring hat geantwortet vor 1 Monat.

Guten Tag,

Wir sollten erst einmal eine technische Frage klären: Haben Sie wirklich nachgewiesene "Salven", also ganze Ketten von Extrasystolen hintereinander? Ich frage, weil Sie schrieben, dass die Langzeit- Ergebnisse nur einzelne ES zeigten! Oder haben Sie nur das Gefühl von einer ganzen Salve?

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Im EKG wurde eine Slave nicht dokumentiert.
Tatsächlich nehme ich an das es sich um so etwas handelt, wenn viele Stolperer zusammenhängend, hintereinander weg kommen. Meist dauert es nur ein paar Sekunden und macht die verrücktesten Sprünge und Zuckungen. Doktor Google hat mich das dann so herleiten lassen :-) ...
Bei einem EKG trat dies allerdings noch nie auf. Dort waren nur die SVES und VES - ich habe gerade nur den Befund vom EKG in 2015 bei meiner alten Kardiologin:
Ergebnis 24 EKG: normfrequenter Sinusrhyt., keine Tachykardie in den Nachtstunden, vereinzelt SVES und polymorphe VES (Lown-Grad III), keine Asystolien.
Ergebnis Belastungs EKG: leichte Sinustachykardie, Puls blieb bei 141 hängen (30 Minuten), Blutdruck wurde sofort wieder normal.
Den Befund vom LZEKG 2017 habe ich leider im Moment nicht zur Hand, da ich noch auf Arbeit bin. Echo war in diesem Jahr im März oder April. Das war auch in Ordnung.
Ich bin nicht so der Arztgänger und vermeide es wann immer es geht. Meine Freundin und Nachbarin ist Psychologin hier in der Klinik und sagt schon immer "meine Patienten würden wahrscheinlich jedes Mal den Notarzt rufen und du hast Angst zum Arzt gehen" ...
Experte:  Dr. Gehring hat geantwortet vor 1 Monat.

Dann irren Sie! Man kann keine Salven spüren; das Herz kann mal einen etwas beschleunigten Sinusrhythmus, einen Bigeminus (also eine ES, ein normaler Schlag) oder eine andere Mischung fabrizieren. Man kann aber nicht spüren, was genau es ist. Diese Störungen aber sind wirklich harmlos , nur lästig. Dokumentierte (!) Salven wären für mich ein Grund zur Ablation, dieser Befund aber nicht, zumal er wirklich nicht risikolos ist.

Sinustachykardien mit einem Puls von 140 bis 160 halten selbst ältere Herzen über Stunden aus, das ist kein Problem, so lange keine koronare Durchblutungsstörung besteht. Wenn Sie von 180 ausgehen, WÜRDE ich zählen, das ist wahrscheinlich zu hoch geschätzt.

Ich würde auch keinen Eventrecorder implantieren, sondern simpelst bei den Kardiologen im Umkreis fragen, ob sie eine Ryhthmuskarte verleihen. Dies ist ein kleines Gerät, das man bei sich trägt, und das man bei Bedarf auflegen kann. Es zeichnet den Rhythmus auf, der dann von Kardiologen ausgewertet wird.

Und: Machen Sie sich nicht verrückt! Autogenes Training kann helfen, das vegetative Nervensystem zu beruhigen, bei Tachykardien hilft oft ein Schluck eiskaltes Wasser. Vielleicht sollten Sie das Bisoprolol (das ist durchaus eine wirksame Dosis!) gar nicht zerkrümelt über den Tag nehmen, sondern eine halbe bei Bedarf. Es wirkt ja einen halben Tag lang, das würde ich besprechen.

Alles Gute!

Experte:  Dr. Gehring hat geantwortet vor 1 Monat.

Eine freundliche Bewertung meiner ausführlichen Antwort würde mich freuen. Falls noch etwas unklar ist, fragen Sie gern nach. Einen schönen Abend noch!

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Liebe Frau Dr. Gehring,ich habe gerade Ihre sehr ausführliche Antwort gelesen, für die ich mich ganz herzlich Bedanken möchte.Ein Schmunzeln über meine selbst diagnostizierten Salven konnte ich mir nicht verkneifen ...Dank Ihnen weiß ich jetzt endlich das es sich bei den verrückten Stolpereien gar nicht darum handelt. Jahrelang bin ich tatsächlich davon ausgegangen.Das Ausleihen eines tragbaren Recorders der Bedarf aufzeichnet war auch der erste Plan der Kardiologin. Unsere Uniklinik hatte bis vergangenes Jahr solche Geräte im Verleih. Was leider abgeschafft wurde. Von den niedergelassen Kardiologen hat es wohl niemand, daher kam gleich der Vorschlag Ablation.Mir ging es wie Ihnen, das ich mich mit beiden Möglichkeiten Ablation / Implantation nicht wirklich anfreunden konnte. Daher bin ich Ihnen für Ihren fachlichen Rat sehr dankbar.Ich werde mich auf jeden Fall nach einem Bedarfsrecorder / Rhythmuskarte umsehen. Das hört sich für mich auch nach der besten Lösung an.Drei Fragen hätte ich allerdings tatsächlich noch an Sie:- wegen der Bisoprolol Einnahme nach Bedarf - wann tritt nach der Einnahme eine Wirkung ein?
Ich reagiere relativ schnell mit erhöhtem Puls auf Stress. Den habe ich leider mit eigener Firma und 34 Angestellten und Kind im Grundschulalter + Haushalt, täglich. Adrenalinspritzen beim Zahnarzt haben mich auch schon mit schlimmsten Stolpern und Herzrasen fast vom Stuhl fallen lassen. Als ich bei einer ambulanten Myom OP auf den OP-Tisch krabbeln musste, dachte der Narkosearzt er sieht nicht richtig auf dem EKG, denn mein Puls war vor Aufregung mehr als sportlich. Daher entschleunigt mich das Bisoprolol etwas und meine Ärztin riet mir zur regelmäßigen Einnahme.
Natürlich finde ich die teilweise auftretende Müdigkeit und die Schwummeligkeit nicht besonders schön, nehme es aber in Kauf ... vielleicht geht es ja aber auch anders, denn ich wusste nicht das man das Biso auch nur bei Bedarf nehmen darf. Ich hörte immer nur regelmäßige Einnahme und ja nicht einfach Absetzen um Blutdruckspitzen etc. zu vermeiden.
Mein Blutdruck liegt meist bei 95/65. Im Sommer "schaffte" ich es sogar an einem Tag auf 61/42. Da war mir irgendwie ganz komisch und ich habe mir das Blutdruckmessgerät herausgeholt. Zum Glück habe ich bei dem Wert gleich Angst bekommen und steigerte mich binnen Sekunden auf 123/91 - dann lag er wieder bei 95/66. Ich hatte mir das abfotografiert da ich noch nie so einen niedrigen Blutdruckwert gesehen habe, daher kann ich es Ihnen gerade aufschreiben.- habe ich es bei meinen eigenen Recherchen richtig verstanden - die Extrasystolen lösen wenn sie im falschen Moment einfallen das Herzrasen aus, da die elektrischen Impulse durcheinander gebracht werden?- nur mal angenommen das Herzrasen würde nicht aufhören - nach welcher Zeit würden Sie denn sagen müsste man sich medizinische Hilfe holen?Ganz, ganz lieben Dank - ein zusätzlicher Bonus sei Ihnen an dieser Stelle versichert.Herzliche Grüße!
Experte:  Dr. Gehring hat geantwortet vor 1 Monat.

Gern geschehen! Bei mir in Arnsberg hat eine Kardiologin diese Karte, aber das ist wohl zu weit weg...

Die Wirkung setzt schon nach einer Viertelstunde ein, der höchste Blutspiegel ist nach 1 bis 2 Stunden erreicht. Ich finde Ihren Gesamtdruck einfach zu niedrig für eine Dauereinnahme. Hier würde ich eher auf Yoga, autogenes Training etc setzen, um die Stressanfälligkeit zu senken.Das mit den zu vermeidenden Spitzen gilt nur für Hochdruckpatienten!

Nein, die ES lösen nicht das Herzrasen aus, beides entsteht unabhängig von einander. jeder hat ES, nur die meisten merken sie nicht.

Wenn die Phase länger als 4 Stunden dauert ODER der Puls höher als 160 geht.

Alles Gute und danke ***** *****ür den versprochenen Bonus!

Dr. Gehring und weitere Experten für Kardiologie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Liebe Frau Dr. Gehring,vielen Dank für Ihre schnelle Antwort und Ihre Ausführungen, sowie Ratschläge.Leider sind es von Thüringen bis nach Arnsberg knapp 350 km. Sollte ich aber in unserer Nähe niemanden finden würde ich gerne noch einmal auf Sie zukommen.Die Bewertung und Bezahlung habe ich vorgenommen.Noch einmal vielen, vielen Dank!Herzliche Grüße
Experte:  Dr. Gehring hat geantwortet vor 1 Monat.

Ich drücke die Daumen. Danke ***** ***** geschehen!