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recht_so
recht_so, Sonstiges
Kategorie: Insolvenzrecht
Zufriedene Kunden: 22336
Erfahrung:  Rechtsanwalt
42903605
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recht_so ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, vor einigen Tagen erhielt ich

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,
vor einigen Tagen erhielt ich von der Eurotreuhand Inkasso GmbH die Aufforderung zur Zahlung eines Betrages von insgesamt EUR 79,62. Zunächst war ich überrascht und über die sonstigen Kosten neben der Hauptforderung verärgert. Ich habe die Zahlung einer Rechnung über EUR 11,49 total vergessen. Eine Mahnung über diesen Betrag habe ich vom Verkäufer der Ware nie erhalten. Jetzt verlangt das Inkassounternehmen neben den EUR 11,49 noch Nebenforderungen in Höhe von EUR 8,00, Recherchekosten in Höhe von EUR 14,71 (5,12% p.a.) sowie Inkassogebühren in Höhe von EUR 45,00. Die Recherchekosten sowie die Inkassogebühren sind für mich nicht nachvollziehbar und mE völlig überzogen. Bei den Nebenkosten gehe ich von Mahngebühren aus. Grundsätzlich bin ich bereit, die geforderten EUR 11,49 zzgl. Mahnkosten zu tragen. Was kann ich bei den restlichen Posten unternehmen?
Vielen Dank XXXXX XXXXX Rat.
J
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Insolvenzrecht
Experte:  recht_so hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Leider ist dies kein Einzelfall: Nicht wenige Inkassodienste erheben Gebühren und Auslagen, die Ihnen von Gesetzes wegen gar nicht zustehen: Sie sind nicht verpflichtet, die Forderung in der geltend gemachten Höhe zu bezahlen.

Allerdings sind Sie auch ohne Mahnung in Verzug geraten, wenn Sie nicht 30 Tage nach Erhalt der Rechnung diese beglichen haben, oder aber wenn ein konkreter Termin zur Zahlung bestimmt war.

Zu den Kostenpositionen im Einzelnen:

Die 14,71 Euro "Recherchekosten" müssen Sie selbstverständlich nicht zahlen: Soweit es sich hier um Kosten der "Verwaltung" des Dienstes handeln sollte (die immer mal wieder gerne geltend gemacht werden), fallen diese im Eigeninteresse des Dienstes an. Sie haben diese Kosten jedenfalls nicht zu tragen.

Die weiteren 8 Euro "Nebeforderung" sind ebenfalls nicht schlüssig. Auch diese können Sie zurückweisen. Sollte der Dienst Verzugszinsen erheben wollen, müssen diese auch als solche ausgewiesen werden.

Auch die Inkassovergütung von 45 Euro können Sie in dieser Höhe zurückweisen: Nach einhelliger Rechtsprechung ist wegen der Schadensminderungspflicht des Gläubigers die Erstattungsfähigkeit von Inkassokosten der Höhe nach auf fiktive Anwaltskosten begrenzt. Der Dienst kann hier maximal eine 1,3 Regelgebühr nach dem RVG geltend machen. Dies sind aber bei einer zugrunde liegenden Hauptforderung nicht 11,49 Euro, sondern nur 37,50 Euro:

http://www.anwaltskosten.net/rvg-tabelle/

Sie müssen daher lediglich diese 37,50 Euro zahlen sowie natürlich die zugrunde liegende Hauptforderung über 11,49 Euro, also insgesamt 48,99 Euro.

Den ganzen Rest, den man von Ihnen fordert, weisen Sie schriftlich und nachweisbar (Einschreiben) unter Verweis auf die vorstehend dargelegte Rechtslage zurück.


Geben Sie bitte kurz eine positive Bewertung ab, wenn Sie keine Nachfragen ("Antworten Sie dem Experten") haben, denn nur so erhalte ich den für die Rechtsberatung vorgesehenen Anteil Ihrer Anzahlung.

Vielen Dank!


Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Experte:  recht_so hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Leider ist dies kein Einzelfall: Nicht wenige Inkassodienste erheben Gebühren und Auslagen, die Ihnen von Gesetzes wegen gar nicht zustehen: Sie sind nicht verpflichtet, die Forderung in der geltend gemachten Höhe zu bezahlen.

Allerdings sind Sie auch ohne Mahnung in Verzug geraten, wenn Sie nicht 30 Tage nach Erhalt der Rechnung diese beglichen haben, oder aber wenn ein konkreter Termin zur Zahlung bestimmt war.

Zu den Kostenpositionen im Einzelnen:

Die 14,71 Euro "Recherchekosten" müssen Sie selbstverständlich nicht zahlen: Soweit es sich hier um Kosten der "Verwaltung" des Dienstes handeln sollte (die immer mal wieder gerne geltend gemacht werden), fallen diese im Eigeninteresse des Dienstes an. Sie haben diese Kosten jedenfalls nicht zu tragen.

Die weiteren 8 Euro "Nebeforderung" sind ebenfalls nicht schlüssig. Auch diese können Sie zurückweisen. Sollte der Dienst Verzugszinsen erheben wollen, müssen diese auch als solche ausgewiesen werden.

Auch die Inkassovergütung von 45 Euro können Sie in dieser Höhe zurückweisen: Nach einhelliger Rechtsprechung ist wegen der Schadensminderungspflicht des Gläubigers die Erstattungsfähigkeit von Inkassokosten der Höhe nach auf fiktive Anwaltskosten begrenzt. Der Dienst kann hier maximal eine 1,3 Regelgebühr nach dem RVG geltend machen. Dies sind aber bei einer zugrunde liegenden Hauptforderung nicht 11,49 Euro, sondern nur 37,50 Euro:

http://www.anwaltskosten.net/rvg-tabelle/

Sie müssen daher lediglich diese 37,50 Euro zahlen sowie natürlich die zugrunde liegende Hauptforderung über 11,49 Euro, also insgesamt 48,99 Euro.

Den ganzen Rest, den man von Ihnen fordert, weisen Sie schriftlich und nachweisbar (Einschreiben) unter Verweis auf die vorstehend dargelegte Rechtslage zurück.


Geben Sie bitte kurz eine positive Bewertung ab, wenn Sie keine Nachfragen ("Antworten Sie dem Experten") haben, denn nur so erhalte ich den für die Rechtsberatung vorgesehenen Anteil Ihrer Anzahlung.

Vielen Dank!


Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Experte:  recht_so hat geantwortet vor 4 Jahren.
Seien Sie bitte so freundlich, und geben Sie kurz eine positive Bewertung ab, wenn Sie keine Nachfragen ("Antworten Sie dem Experten") haben, denn nur so erhalte ich den für die Rechtsberatung vorgesehenen Anteil Ihrer Anzahlung.

Vielen Dank!


Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Experte:  recht_so hat geantwortet vor 4 Jahren.

Geben Sie bitte kurz eine positive Bewertung ab, wenn Sie keine Nachfragen ("Antworten Sie dem Experten") haben, denn nur so erhalte ich den für die Rechtsberatung vorgesehenen Anteil Ihrer Anzahlung.

Vielen Dank!


Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Experte:  recht_so hat geantwortet vor 4 Jahren.
Fragen Sie bei Unklarheiten bitte nach: Um mir zu antworten, nutzen Sie bitte ausschließlich die Nachfragefunktion "Antworten Sie dem Experten".


Geben Sie bitte kurz eine positive Bewertung ab, wenn Sie keine Nachfragen ("Antworten Sie dem Experten") haben, denn nur so erhalte ich den für die Rechtsberatung vorgesehenen Anteil Ihrer Anzahlung.

Vielen Dank!


Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt