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recht_so
recht_so, Sonstiges
Kategorie: Insolvenzrecht
Zufriedene Kunden: 19768
Erfahrung:  Rechtsanwalt
42903605
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recht_so ist jetzt online.

Hallo, bin 18 und habe mit 16 meine Freundin durch Suizid

Kundenfrage

Hallo,

bin 18 und habe mit 16 meine Freundin durch Suizid verloren.
Danach habe ich mich in Kaufsucht gestuerzt.
Mittlerweile sind ca. 10000 euro seit ich 16 bin an Schulden aufgelaufen.
Leider schaffe ich es nicht diesen Betrag aufzubringen & meine Familie wuerde mir auch nicht helfen.
Nun muss ich auf Grund dessen, dass meine Familie nach Hessen ziehen moechte,
ich jedoch Freunde & Freundin hier in NRW habe, sowie Job
nicht mit.umziehen, d.h. ich muss mir eine eigene Wohnung suchen.
Die EV habe ich im Sommer 11 abgeben muessen.
Dabich nun aber durch die Mehrkosten die Schulden nicht regulieren kann,
dachte ich an Insolvenz & das mit 18
Bitte erklaerem Sie mir Insolvenz genauer, sowie welche VOr & Nachteile mirndadurch entstehen?!
Sowie, welche Schritte ich hierzu alle einleiten muss.
Gibt es auch eine Moeglichkeit die Insolvenz frueher als nach 6 Jahren zu beenden?

Danke
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Insolvenzrecht
Experte:  recht_so hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Solange noch begründete Aussicht besteht, eine vergleichsweise Einigung mit Ihren Gläubigern herbeizuführen und damit die Beschränkungen eines Insolvenzverfahrens zu vermeiden, sollten Sie eine außergerichtliche Schuldenregulierung anstreben.

Im Falle einer Verbraucherinsolvenz wäre der Versuch einer außergerichtlichen Schuldenbereinigung ohnehin Voraussetzung für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

Sie müssten im Falle einer angestrebten Verbraucherinsolvenz nämlich zunächst einen Schuldenbereinigungsplan ausarbeiten, der die Rückführung Ihrer Verbindlichkeiten in nachvollziehbarer Form vorsehen muss. Es muss also in jedem Fall zunächst eine außergerichtliche Einigung versucht werden.

Der Schuldenbereinigungsplan wäre zunächst Ihren Gläubigern zuzuleiten. Stimmen diese dem Schuldenbereinigungsplan nicht zu, wäre die außergerichtliche Schuldenbereinigung gescheitert, und es könnte das Verbraucherinsolvenzverfahren eingeleitet werden.

Kommen Sie dann in die Verbraucherinsolvenz, wird ein Treuhänder/Insolvenzverwalter eingesetzt, der Ihre Vermögensverwaltung übernimmt.

Es beginnt dann die Wohlverhaltensperiode, während derer Sie als Schuldner bestimmten Pflichten und Obliegenheiten unterliegen. So müssen Sie einer angemessenen Erwerbstätigkeit nachgehen und gegebenenfalls einen Teil Ihrer Einkünfte an die Gläubiger abführen. Würden Sie arbeitslos, müssen Sie sich um eine Arbeitsstelle bemühen. Vorhandenes Vermögen muss zur Schudentilgung verwendet werden.

Während der Wohlverhaltensperiode dürfen zudem keine neuen Verbindlichkeiten begründet werden, etwa Kreditverträge oder Ratnkaufverträge.

Kommt der Schuldner seinen Pflichten und Obliegenheiten nach, kann nach Ablauf der Wohlverhaltensperiode (sechs Jahre) die Restschuldbefreiung vom Gericht ausgesprochen werden mit der Folge, dass Entschuldung eintritt. Eine Verkürzung der Wohlverhaltensperiode ist nicht möglich.

Für die Auswirkungen auf Ihre private Lebensführung gilt somit, dass Sie mit erheblichen Einschränkungen rechnen müssen. Grundsätzlich verlieren Sie die Befugnis, über Ihre Einkünfte und über Ihr Vermögen nach eigenem Ermessen zu verfügen.

Zur Abwendung dessen sollten Sie daher unbedingt eine außergerichtliche Einigung mit Ihren Gläubigern anstreben. Hierzu kann es sich empfehlen, sachverständige Unterstützung in Anspruch zu nehmen und etwa eine Schuldnerberatungsstelle aufzusuchen.

Hierbei sollten private Schuldnerberater allerdings gemieden und öffentliche Beratungsstellen vorgezogen werden, denn erfahrungsgemäß stellen die privaten Berater Ihre Dienstleistungen sehr hoch in Rechnung. Sie sollten daher unbedingt zunächst eine karitative Schuldnerberatungsstelle aufsuchen (Diakonie, Caritas).

Mit Hilfe der Schuldnerberatung kann ein strukturierter Schuldenübersichtsplan erarbeitet werden, auf dessen Grundlage unterschiedliche Tilgungsvarianten entwickelt werden können. In Abstimmung mit Ihren Gläubigern könnten sodann Ratenzahlungsvereinbarungen oder Stundungsabreden getroffen werden, die zu einer Entschuldung führen.

Im Ergebnis rate ich Ihnen daher, eine außergerichtliche Einigung anzustreben, um eine Verbraucherinsolvenz mit den erwähnten Nachteilen für Sie zu vermeiden. Suchen Sie daher eine entsprechend geeignete öffentliche Schuldnerberatungsstelle auf.


Fragen Sie bei Unklarheiten bitte nach (Nachfragefunktion).

Haben Sie keine Nachfrage, und sind Sie mit der Antwort zufrieden, teilen Sie mir dies bitte kurz mit. Sie erhalten dann die Antwort noch einmal, so dass Sie diese positiv bewerten können.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Experte:  recht_so hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Solange noch begründete Aussicht besteht, eine vergleichsweise Einigung mit Ihren Gläubigern herbeizuführen und damit die Beschränkungen eines Insolvenzverfahrens zu vermeiden, sollten Sie eine außergerichtliche Schuldenregulierung anstreben.

Im Falle einer Verbraucherinsolvenz wäre der Versuch einer außergerichtlichen Schuldenbereinigung ohnehin Voraussetzung für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

Sie müssten im Falle einer angestrebten Verbraucherinsolvenz nämlich zunächst einen Schuldenbereinigungsplan ausarbeiten, der die Rückführung Ihrer Verbindlichkeiten in nachvollziehbarer Form vorsehen muss. Es muss also in jedem Fall zunächst eine außergerichtliche Einigung versucht werden.

Der Schuldenbereinigungsplan wäre zunächst Ihren Gläubigern zuzuleiten. Stimmen diese dem Schuldenbereinigungsplan nicht zu, wäre die außergerichtliche Schuldenbereinigung gescheitert, und es könnte das Verbraucherinsolvenzverfahren eingeleitet werden.

Kommen Sie dann in die Verbraucherinsolvenz, wird ein Treuhänder/Insolvenzverwalter eingesetzt, der Ihre Vermögensverwaltung übernimmt.

Es beginnt dann die Wohlverhaltensperiode, während derer Sie als Schuldner bestimmten Pflichten und Obliegenheiten unterliegen. So müssen Sie einer angemessenen Erwerbstätigkeit nachgehen und gegebenenfalls einen Teil Ihrer Einkünfte an die Gläubiger abführen. Würden Sie arbeitslos, müssen Sie sich um eine Arbeitsstelle bemühen. Vorhandenes Vermögen muss zur Schudentilgung verwendet werden.

Während der Wohlverhaltensperiode dürfen zudem keine neuen Verbindlichkeiten begründet werden, etwa Kreditverträge oder Ratnkaufverträge.

Kommt der Schuldner seinen Pflichten und Obliegenheiten nach, kann nach Ablauf der Wohlverhaltensperiode (sechs Jahre) die Restschuldbefreiung vom Gericht ausgesprochen werden mit der Folge, dass Entschuldung eintritt. Eine Verkürzung der Wohlverhaltensperiode ist nicht möglich.

Für die Auswirkungen auf Ihre private Lebensführung gilt somit, dass Sie mit erheblichen Einschränkungen rechnen müssen. Grundsätzlich verlieren Sie die Befugnis, über Ihre Einkünfte und über Ihr Vermögen nach eigenem Ermessen zu verfügen.

Zur Abwendung dessen sollten Sie daher unbedingt eine außergerichtliche Einigung mit Ihren Gläubigern anstreben. Hierzu kann es sich empfehlen, sachverständige Unterstützung in Anspruch zu nehmen und etwa eine Schuldnerberatungsstelle aufzusuchen.

Hierbei sollten private Schuldnerberater allerdings gemieden und öffentliche Beratungsstellen vorgezogen werden, denn erfahrungsgemäß stellen die privaten Berater Ihre Dienstleistungen sehr hoch in Rechnung. Sie sollten daher unbedingt zunächst eine karitative Schuldnerberatungsstelle aufsuchen (Diakonie, Caritas).

Mit Hilfe der Schuldnerberatung kann ein strukturierter Schuldenübersichtsplan erarbeitet werden, auf dessen Grundlage unterschiedliche Tilgungsvarianten entwickelt werden können. In Abstimmung mit Ihren Gläubigern könnten sodann Ratenzahlungsvereinbarungen oder Stundungsabreden getroffen werden, die zu einer Entschuldung führen.

Im Ergebnis rate ich Ihnen daher, eine außergerichtliche Einigung anzustreben, um eine Verbraucherinsolvenz mit den erwähnten Nachteilen für Sie zu vermeiden. Suchen Sie daher eine entsprechend geeignete öffentliche Schuldnerberatungsstelle auf.


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Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Experte:  recht_so hat geantwortet vor 4 Jahren.
Besteht noch Klärungsbedarf?

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Experte:  recht_so hat geantwortet vor 4 Jahren.
Fragen Sie bei Unklarheiten bitte nach (Nachfragefunktion).

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Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
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