So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an raschwerin.
raschwerin
raschwerin, Rechtsanwalt
Kategorie: Insolvenzrecht
Zufriedene Kunden: 16947
Erfahrung:  Rechtsanwalt
27582713
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Insolvenzrecht hier ein
raschwerin ist jetzt online.

sehr geehrte Damen und Herren, ich bin alleinlebend mit

Kundenfrage

sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin alleinlebend mit einer Tochter und Selbständig tätig, jedoch langt mein Einkommen nicht für das Überleben, beziehe daher Hartz IX. Durch schlechte Umstände und Ärger mit meinem vorherigen Vermieter, habe ich jetzt schlagartig eine Verschuldung von über 15.000€ am Hals. Einmal schulde ich 2000,00€ einer Privatperson, wegen Umzug, dann 3000,00 Rückzahlung an die ArGe des letzten zuständigen Kreises, und nun fordert der Vermieter eine Summe von 10.000€ ( Obwohl ungerechtfertig, aber mein RA noch nicht die Erfolgschance hochrechnen kann). Meine Frage lautet: Sollte ich mich lieber in eine Privatinsolvenz begeben, und welche folgen hätte dies für mein Geschäft? liebe Grüße Yvonne Burkhardt
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Insolvenzrecht
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Nutzung von Justanswer.

Gern möchte ich Ihre Fragen wie folgt beantworten:

Die Schulden sind alle privater Natur?

Und Sie haben noch ein Geschäft? Aus diesem sind aber keine relevanten Schulden entstanden?

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Die Schulden sind alle privater Natur, mein Geschäft ist sauber und einwandfrei ohne jegliche Schulden

Y.Burkhardt
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 5 Jahren.
Ziel von Privatinsolvenzverfahren ist in aller Regel die Erlangung der sogenannten Restschuldbefreiung. Diese ermöglicht dem Verschuldeten, sich nach einigen Jahren komplett von seinen Schulden zu befreien. Voraussetzung hier ist allerdings, dass die sogenannte „Wohlverhaltensphase" überstanden wird. Dies setzt insbesondere voraus, dass der Schuldner während der gesamten Wohlverhaltensphase (derzeit noch 6 Jahre ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens) eine angemessene Erwerbstätigkeit ausübt oder - sofern er ohne Beschäftigung ist - sich zumindest ernsthaft um eine solche bemüht.


Die Voraussetzungen der Erwerbstätigkeit könnten jedoch für denjenigen zum Problem werden, der während der Wohlverhaltensphase einer selbständigen Tätigkeit nachgeht. Das Problem tritt immer dann auf, wenn der Verdacht entsteht, dass der Selbständige in einer vergleichbaren abhängigen Tätigkeit größere Einnahmen erwirtschaften könnte. Geht er dieser abhängigen Beschäftigung nicht nach, entsteht leicht der Vorwurf der Gläubigerbenachteiligung, die nicht nur zu strafrechtlichen Konsequenzen, sondern auch zur Versagung der Restschuldbefreiung führen kann.


Lange Zeit unklar war die Frage, ob der Schuldner, der mit der von ihm ausgeübten selbständigen Tätigkeit geringere Einnahmen erwirtschaftet, als er mit einer abhängigen Tätigkeit könnte, sofort seine selbständige Tätigkeit aufgeben muss. Der Bundesgerichtshof (BGH, Beschluss vom 07.05.2009, Az.: IX ZB 133/07) hat kürzlich jedoch entschieden, dass dies nicht der Fall ist. Eine selbständige Tätigkeit müsse auch dann nicht sofort aufgegeben werden, wenn der Schuldner erkennt, dass er als Angestellter mehr verdienen könnte. Gleichzeitig muss er sich aber dann auch nachweisbar darum bemühen, in eine angemessene abhängige Beschäftigung zu gelangen. Wird ihm daraufhin ein Angestelltenverhältnis angeboten, darf er dies nicht zu Gunsten seiner Selbständigkeit ausschlagen.


Wer während der Wohlverhaltensphase einer selbständigen Tätigkeit nachgeht, sollte regelmäßig überprüfen, ob er in einer vergleichbaren abhängigen Beschäftigung womöglich ein höheres Einkommen erzielen könnte. Stellt er hierbei fest, dass dies der Fall ist, so ist ihm dringend zu raten, sich bei den besser dotierten Stellen zu bewerben und diese anzunehmen. Auch wenn eine Bewerbung womöglich von Anfang an keine Aussicht auf Erfolg hat, so ist diese doch zumindest als Nachweis erforderlich, dass der Schuldner sich um eine finanziell lukrativere Anstellung bemüht hat. Aus diesem Grund ist auch unbedingt darauf zu achten, dass alle Bewerbungsunterlagen und insbesondere auch die gegebenenfalls erfolgte Absage sorgfältig aufbewahrt werden. In Zweifelsfällen kann zudem nur angeraten werden, sich von einem auf Insolvenzrecht spezialisierten Rechtsanwalt beraten zu lassen.

raschwerin und weitere Experten für Insolvenzrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Ist eine Privatinsolvenz bei der Höhe von 15.000€ überhaupt ratsam?
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 5 Jahren.
Wenn es Ihnen nicht gelingt, einen Plan mit den Gläubigern zu machen, dann ja, ansonsten sollte dies aber verhindert werden.

Ähnliche Fragen in der Kategorie Insolvenzrecht