So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Dr.Schröter.
Dr.Schröter
Dr.Schröter, Facharzt
Kategorie: Infektionskrankheiten
Zufriedene Kunden: 1158
Erfahrung:  Facharzt für Frauenkrankheiten und Geburtshilfe
67160449
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Infektionskrankheiten hier ein
Dr.Schröter ist jetzt online.

Hallo, ich hatte ab ~ 23.08. starke Muskelschmerzen (erst re. Bein, dann auch links, kramp

Kundenfrage

Hallo, ich hatte ab ~ 23.08. starke Muskelschmerzen (erst re. Bein, dann auch links, krampfig, Muskeltonuserhöhung), die d. Musaril nur kurzzg. verbessert wurden, vorher f. 3 d hartnäckige Kopfschmerzen (habe ich aber manchmal), kein Fieber (habe ich sowieso nie). Am 03.09. wurde in d. Zusammenhang Insekten“biß“ re. Obersch.bemerkt (dieser war aber schon seit ~ 10.08. da und ich hatte einen komischen dunkelrot. „Minigrind“/Blutpunkt entfernt), es bildete sich dann auch ein zuerst einseitig. Fleck, der sich erst 16.09. z. Ring schloss. 03.09.: Borrelien-igG-Elisa 9,5, IgM-Elisa 11,2, beide Westernblot neg., 16.09. beide Elisa < Grenzwert, Westernblot nicht durchgeführt, beide Bluttests nur 16% Lymphozyten b. Leukozyten an oberer Grenze. Auf eig. Initiative KH-Aufenth. (neurologisch oB, MRT Kopf oB, Rückenmarkwasser Borrel. neg., nur leichte unspez. Gesamt-Eiweiß-Erhöhg). Können solch starken Muskelscherz. b. Borreliose so zeitig auftreten, auch ohne AK im Blut??
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Infektionskrankheiten
Experte:  Dr.Schröter hat geantwortet vor 5 Jahren.
Hatten Sie schon mal Gürtelrose und was wurde bzw. wird jetzt dagegen unternommen?
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo Herr Dr. Schröter,

wie geschrieben schon mal vor etwa 1,5 Jahren (Windpocken hatte ich höchstwahrscheinlich als Kind) . Damals leicht im Gürtelbereich, vor allem links, es waren die typischen Rötungen da und auch einige "Blüteln", die teilweise aufgingen, aber insgesamt war es nur gering ausgeprägt, wenig schmerzhaft, aber juckend. Ich war bei meiner allgem. Ärztin, sie machte einen Bluttest. Sie sagte, immunsystemmäßig wäre nichts. Behandelt wurde es nicht, es ging nach etwa 2 Wochen wieder weg. Seitdem manchmal leichter Juckreiz in der Gegend, aber kein Schmerz. Ich hatte damals auf eigene Initiative wegen eines event. unsicheren Sexualkontaktes (mit nachfolgenden längeren Harnröhrenproblemen, aber ohne urolog. pathologischen Befund) einen HIV-Test machen lassen, der negativ war. Nun "meldete" sich die Gürtelrose wohl wieder, aber nur mit Juckreiz und wenigen vereinzelten Flecken/Blüteln, diesmal vereinzelt auch im Bauchbereich und Gesäß/Oberschenkeln, die jeweils schnell wieder verschwanden. Es könnte ja auch ein Hautausschlag vom Doxycyclin sein, aber es begann schon am Vortag der Antibiotikaeinnahme. Zur Zeit geht es mir gut, der Ausschlag/Juckreiz ist weg, die Blasen/Harnröhrenprobleme/Nachtschweiß auch, die Muskelprobleme waren nach 1 Wo. Doxycyclin schon weg. Ich möchte nur die Dinge etwas besser verstehen, insbes. auch, weil man ärztlicherseits meinte, dass die Muskelprobleme nicht mit der möglichen Borreliose (Borreliosefleck trat erst etwa 2 Wochen nach Beginn der Muskelbeschwerden auf, schloss sich am zum Ring erst am 16.09., 3 Tage nach meinem KH-Aufenthalt, der am 13.09. endete). Im KH meinte die Ärztin, dass das keine Borreliose sein kann, weil ja keine AK und auch in der Rückenmarksflüssigkeit nichts gefunden wurde, für mich (als Laie) eine abenteuerliche Behauptung, denn das wäre ja nur bei einer wirklichen Neuroborreliose zu erwarten und eine solche muss es ja nicht sein, trotzdem kann man doch z. B. in beiden Beinen Beschwerden haben?

Experte:  Dr.Schröter hat geantwortet vor 5 Jahren.
Ja, wenn in der Tat keine Antikörper gefunden wurden, kann man Borreliose ausschließen. Eine Infektion führt zur IGG und IGA - Bildung, die man messen kann. Eine Neuroborelliose ist in der der Rückenmarksflüssigkeit zu finden, wenn dort keine Ak, ist keine Neuroborreliose vorhanden. Ist dagegen ein kleiner Titer da, ist von einer Infektion auszugehen. ( Wie ist denn der Normwert der Titer in "Ihrem" Labor?

NAch einer Infektion kommt es in 80-90 % der Fälle zur kreisrunden Rötung ( Stadium 1). Wenige Tage bis Wochen später können auch Schmerzen, Muskelschmerzen, Abgeschlagenheit etc. auftreten. D.h. es können schon auch Schmerzen in den Muskeln vorliegen, obwohl der Kreis sich erst schließt. Das ist schon möglich. Nur kann man die Borreliose ausschließen, wenn keine Ak im Blut sind.
Richtig sind Ihre Aussagen zur Neuroborelliose. Auch wenn die nicht vorliegt ( zum Glück nur 3 Prozent der Fälle ) können Muskelschmerzen aufgrund einer Infektion vorliegen. Muskelschmerzen bei früher Borreliose ohne Antikörper-Nachweis ist allerdings nicht möglich.

Eine Gürtelrose ist eine Besiedelung von "gürtelförmigen " Nervenbahnen mit Hepess-Viren: Diese machen starke Schmerzen und können auch langfristig Muskelschmerzen machen. Dies ist aufgrund iHrer Schilderungen aber auszuschließen.

Fazit: Muskelschmerzen aufgrund Borreliose ohne Antikörperanstieg gibt es nicht. Muskelschmerzen aufgrund einer Infektion gibt es auch vor der Rötung, aber nicht ohne Antikörper.

Scheuen Sie sich nicht, Rückfragen zu stellen, wenn Sie noch Fragen haben. Dies ist ein schwieriges Thema für Laien. Ich antworte Ihnen gerne nochmals.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Herr Dr. Schröter,

 

vielen Dank für Ihre Antwort.

 

Die vollständigen Borrelien-Testdaten von der 1. Untersuchung am 03.09.:

Borrelien-Antikörper-IHA < 1:80 (Norm < 1:160)

Borrelien-IgG-Elisa 9,5 RE/ml (Norm < 16)

Borrelien-IgM-Elisa 11,2 RE/ml (Norm < 16)

Borrelien-IgG-Westerblot negativ (Norm negativ)

Borrelien-IgM-westernblot negativ (Norm negativ)

 

(außerdem:

Lymphozyten 16,3% (Norm 25 - 40)

Eosinophile Gr. 0,4% (Norm 2 - 4)

bei Leukozyten 9,2 Gpt (norm 3,9 - 10,2)

 

Mir ist natürlich klar, dass diese Werte nicht für Borreliose sprechen, Aber der Stich war zu diesem Zeitpunkt höchstens 4 Wochen alt. Es ist eigentlich bekannt, dass die AK in den ersten Wochen nicht positiv sein müssen, ich habe das auch mehrfach in medizinischen Informationen (also nicht nur "irgendwie im Internet) gelesen. Hier ein Zitat als eines von mehreren Beispielen:

 

"gibt es genug Lyme-Patienten, bei denen der erste ELISA negativ und der Westernblot deutlich positiv sei. Ein fataler Irrtum, wenn diese Betroffenen mit nur dem ersten negativen Test dann gar nicht behandelt würden.

Aus diesem Grund sollte als Bestätigungstest gleichzeitig ein Westernblot, bei dem die einzelnen Proteinhüllen der Borrelien nachgewiesen werden, durchgeführt werden. Dieser Test kann zusätzlich eine Auskunft über das Stadium der Borreliose geben. Auch hier kann die Borrelien-Tarnkappe zu einem falsch negativen Ergebnis führen.

Neben der Antikörpersuche im Blut (Serum) können diese auch in der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit (Liquor) - die mittels einer Spritze (Punktion) aus dem Rückenmarkskanal entnommen wird - bestimmt werden. Bei einem positiven Nachweis spricht man von einer Neuroborreliose (Borreliose mit Befall des Nervensystems). Aber bei nur 5 % der Patienten mit Spätborreliose werden Antikörper im Liquor gefunden.

Bei den genannten Tests wird der Erreger selbst nicht nachgewiesen (indirekter Erregernachweis), sondern nur die Immunantwort gegen diesen. Verfahren für den direkten Erregernachweis sind die PCR (Polymerase-Chain-Reaction) und die direkte Anzucht (Kultur) des Erregers. Mit diesen Methoden lassen sich Erreger in Urin, Gelenkspunktat, Liquor, Gewebe und Haut finden. Eine Anzucht gelingt fast nie und das Ergebnis liegt erst nach Wochen vor. Die PCR ist eine vielversprechende Methode, die jedoch noch in den Kinderschuhen steckt. Das Ergebnis liegt nach 12 bist 24 Stunden vor.

Grundsätzlich sollte die Labordiagnostik frühestens 4-8 Wochen nach dem Zeckenstich durchgeführt werden. Dieser Zeitraum wird für eine Immunantwort und somit zur Bildung von Antikörper benötigt. Des Weiteren sollte die Labordiagnostik in einem mit der Borreliendiagnostik vertrautem Labor durchgeführt werden."

 

Bei dem 2. Test am 16.09. (unmittelbar vor der Antibiotikaeinnahme) wurden nur die Elisa-Werte gemessen, berichtet wurde nur (anderes Labor), dass die Werte kleiner als der Normwert sind, es kann also auch nah an der Grenze gewesen sein.

 

Ich arbeite selbst in einem Prüflabor (wenn auch nicht in einem medizinischen) und wenn ich lese, dass die Labors bei Borreliose nicht einmal an Ringversuchen teilnehmen müssen, weiß ich als Prüffachmann alles ...

 

Ich erwecke nun zwar den Eindruck, dass ich sozusagen mir die Borreliose einreden will und damit die Muskelschmerzen psychisch verschlimmert habe, aber ich habe den Stich und die nachfogende Rötung erst Tage nachdem mir es schon schlecht ging, bemerkt. Es war letztlich wirklich eine typische Borrelioseröte gewachsen (dies passiert in Europa übrigens nur in etwa 50% der Fälle, in Amerika sind es wegen anderem Borrelientyp mehr als 80%). Es wäre dann ein komischer Zufall

mit den Muskelschmerzen, die ich so noch nie hatte.

Vielleicht habe ich so heftig mit Muskelschmerzen reagiert, weil mein Körper nicht so richtig auf den "Bakterienangriff" reagieren wollte (niedriger Lymphozyten- und Eosinophilenwert, auch starker psychischer Stress).

 

Zusatz: Wegen der auffälligen Infektionsanfälligkeit (event. fulmin. Frühborreliose, "kleine" Gürtelrose, Blasen- und Harnleiterentzündungssymptome) und wegen des Blutwertes bin ich dann noch beim Hämatologen gewesen.

Befund (12.10.) u. a.:

Lymphozyten und Eosinophilen wieder im Soll,

VZV-IgG-AK 34 (Norm <9),

VZV-IgA-AK 4 (Norm < 20),

Parvovirus B19 IgG-AK > 158 (!) (Norm < 20)

Parvovirus B19 IgM-AK 24 (Norm < 20)

Parvovirus B19-IgG Blot positiv (Norm negativ)

Parvovirus B19-IgM Blot negativ (Norm negativ)

Lymphknoten/Milz nicht vergrößert

 

Also eher keine akute Gürtelrose, aber eventuell aktive Parvovirusinfektion/Parvoviirenträger?

 

Wie gesagt, im Moment geht es mir physisch gut und auch die besseren Blutwerte beruhigen mich, ich wollte nur nochmal eine Fachmeinung haben. Ich war ja bei mehreren Ärzten (allgem./ innerer Arzt, Neurologe im KH, Hämatologe), denen ich die Dinge aber nicht wirklich im Zusammenhang schildern konnte, wie es sich jetzt darstellt.

 

Im Voraus vielen Dank für Ihre Antwort

Experte:  Dr.Schröter hat geantwortet vor 5 Jahren.
Ich habe die Frage einem Labor-Experten weitergeleitet, der sich im Detail besser auskennt. Die Frage habe ich dewegen wieder freigegeben. Alles Gute, der Kollege wird sich bei Ihnen meden.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo Herr Dr. Schröter,


danke, auch für die Weiterleitung. Ich hatte das so verstanden, dass ich erstmal nicht antworten soll, was ich jetzt aber doch tue, da Sie über das System eine Bewertung angefordert haben.


Viele Grüße

Experte:  Dr.Schröter hat geantwortet vor 5 Jahren.
Nein, nicht bewerten. Diese mail wird automatisch vom System generiert, wenn noch keine Bewertung stattgefunden hat. Hat sich noch kein Kollege gemeldet?