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Dr.M.Wörner-Lange
Dr.M.Wörner-Lange, Tierärztin für Verhaltenstherapie
Kategorie: Hundetrainer
Zufriedene Kunden: 7014
Erfahrung:  prakt. Tierärztin, Verhaltenstraining und -Therapie
57206590
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Dr.M.Wörner-Lange ist jetzt online.

Hund gegenüber neuem Hund aggressiv

Beantwortete Frage:

Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe jetzt genug gegoogelt und keine hinreichenden Antworten gefunden. Können Sie uns einen guten Rat geben?
Wir sind eine Deutsche Familie mit 4 Kindern und leben derzeit in Malawi.
Unsere Zwei Hunde, die sich bis dahin sehr geliebt haben, hatten einen ernsten Kampf (schildere ich gleich). Nun halten wir sie erst mal getrennt. Ist es möglich, dass sie wieder Freunde werden, und wenn ja, wie?
Es sind nicht unsere ersten Hunde. Ich bin in Nairobi mit Hunden aufgewachsen, wir hatten auch einmal Welpen. Mein Vater ist ein ausgezeichneter Tierkenner, und kriegt irgendwie jedes Tier geregelt. Ich habe davon durchaus was mitbekommen und gelernt - gleichzeitig habe ich nie richtig Hunde trainiert, schon gar niht so ausgeprägt, wie man es in Deutschland tut- Aber vieles, was ich nachlese, habe ich intuitiv oder Kopfmäßig meist richtig gemacht.Voreinigen Jahren lebten wir mit unseren 4 Kindern in einem Tanzanischen Dorf. Dort haben wir eine Hündin großgezogen. Mussten aber leider nach Deutschland zurück, kurz bevor sie ihre ersten Welpen bekam. Ich habe den Kindern gesagt, falls wir nochmal in Afrika leben, lasse ich mich auf Welpen ein, weil es hier mit großen Gärten viel einfacher ist mit der Hundehaltung.
Nun wohnen wir seit 9 Monaten in Blantyre, Malawi. Wir haben im Juli einen ca. 7 Jahre alten Rüden übernommen, halb Rhodesian Ridgeback, halb Boerboel. Ein ganz gelassener, friedlicher Charakter. Familienhund und Wachhund. Es war das erste mal, dass ich nicht einen Welpen bekam - war mir deshalb etwas unsicher. aber es ging prima. Der Vorbesitzer, ein Amerikaner, hatte die Hunde selber gezüchtet und wußte viel über Hundeerziehung.
Nun wollten wir Welpen. Da haben wir seit Silvester eine ca. 2 bis 3 Jährige Hündin zu uns genommen, die vor Verwahrlosung kurz vor dem Sterben war. Sie hatte wohl einen Niederländer gehört, und der hat sie dann einem Malawier gegeben, da sie ihm alle Schuhe zerkaut hatte. Im malwischen Dorf war sie am verhungern und voll mit Flöhen und Fliegenlarven. EIn Tanzanischer Freund und Hundekenner wußte von ihr, konnte sie aber nicht selber behalten, weil sie sich mit seiner Hündin zoffte. So haben wir es gewagt. Haben sie gepäppelt, und es war nie ein Problem mit ihr, weder uns gegenüber, noch mit unserem Rüden. Ich weiß nicht, was für einen Rasse sie ist. Vermutlich Rhodesian Ridgeback mix (sie ist schwarz). Unser Rüde ist 70 cm groß und sehr stark, Sie ist ca. 60 bis 65 cm groß, schlanker und sehr agil.
Ich habe den Eindruck, dass wir durch die Zuwendung ganz besonders ihr Vertrauen gewonnen haben.
Nun war sie läufig. Da veränderte sich das Verhalten unseres Rüden: in der Standhitze hat er sich plötzlich vor sie gestellt und uns heftig angeknurrt! O.k, wir haben gesagt, wir verstehen woher das kommt, müssen das aber sofort unterbinden und zeigen, dass Papa und ich noch der Chef im Rudel sind, und nicht er!
Das hat auch innerhalb eines Tages geklappt, meinen Mann und mich hat er nicht mehr angeknurrt. Allerdings die Kinder, wenn sie durchs Zimmer wollten. Da sind wir dann mitgegangen und haben friedlich, aber bestimmt "Stop it" gesagt, und ihn, wenn er nicht hörte, vor die Tür gesetzt, oder auch mal eine Weile angeleint draussen.
Sehr irritierend, da er NIE so war!!!!!
Als nun vor ca. 1 Woche die Standhitze vorrüber war, beruhigte er sich jeden Tag mehr, und knurrte auch die Kinder kaum noch an. Allerdings eindeutig: die kleinsten am ehesten. Wir haben 3 Jungs, 11,10 und 8 und ein Mädchen, 7. Die ist ganz herrlich mit den Huden! Furchtlos, friedlich, gelassen! Geht mit Leckerlies in den Garten und Trainiert die Hunde! Macht sie prima. Aber: sie ist halt immer noch die Kleinste - und wenn sie vor ihm steht, dann ist ihr Gesicht nahe seiner Kopfhöhe!
Und nun habe vermutlich ICH einen schlimmen Kampf ausgelöst:
Wir waren bei Futter immer vorsichtig, haben den Kindern immer gesagt: nie an den Napf gehen, wenn sie fressen usw.
Verwundert war ich, wie gelassen er es mit der Hündin immer nahm: sie durfte aus seinem Napf fressen, und umgekehrt! Nie ein Knurren!
Nun, nach der Hitze, hat er sie öfter mal von IHREM Napf weggeknurrt, obwohl seiner noch voll war! Da meinte mein Mann, das geht eigentlich nicht.
Zuerst dachte ich: sollen die Hunde unter sich regeln. Am Mittwoch habe nun ICH schlecht gehandelt: er hat sie von ihrem Napf weggeknurrt und fröhlich gefressen. Da sein Napf noch voll war, habe ich sie ermutigt, daraus zu fressen, obwohl sie zögerte. Da hat er sich nach kurzem Anstarren auf sie gestürzt!
Er hat gebissen und beißchütteln gemacht, mein Mann konnte ihn in einem geschickten Moment wegholen. Sonst wäre sie wohl tot. Ihre Wunden habe ich verarztet. Ihn haben wir gestern kastrieren lassen, da seine Veränderung eindeutig Testosterongesteuert ist.
Bisher halten wir sie getrennt. Wie machen wir jetzt weiter??? Wird das wieder zwischen den beiden? Sonst müssen wir ihn weggeben...
Ich würde gerne ausführlicher schildern. Ist das möglich?
*********
Gepostet: vor 1 Jahr.
Kategorie: Hundetrainer
Experte:  Dr.M.Wörner-Lange hat geantwortet vor 1 Jahr.
Hallo,Ihr Rüde versucht sich überall als Chef zu positionieren, dass er allerdings die Hündin so erheblich mit Tötungsabsicht gebissen hat, liegt ganz sicher auch daran, dass er die Rangornung zwischen ihm und der Hündin nicht als gefestigt ansieht -zudem haben Sie leider die Hündin aus seiner Sicht bevorzugt.Da er der Boss ist, müssen SIE ihn immer bevorzugen, ihm die Privilegien geben die er als (Hunderudel)Boss braucht- um dies nicht mit den Zähnen durchsetzen zu müssen. Also immer zuerst Füttern, beschusen, bespielen, rauslassen etc...Natürlich sind und bleiben Sie als Mensch der Boss- aber innerhalb der HUnde müsen Sie immer den Ranghöheren bevorzugen- sonst knallt es wieder , trotz Kastration.Ich vermute, dass er sie deshalb vor der HItze aus seinem Napf hat fressen lassen, liegt daran, das er sie erst jetzt richtig ernst nimmt.Das er die Kinder anknurrt, kann mit der Läufigkeit zusammen hängen- aber da Kinder unterhalb der Pübertät aus Sicht des HUndes keine Rolle im Ranggefüge spielen, sollten Sie den Rüden und die Kinder NIE unbeaufsichtigt miteinander lassen- und ihn besser auch an der langen Schleppleine mit Ihnen am Ende- zumindest in den nächsten Wochen.!Bis eine Einfluss der Kastration auf die Psyche des HUndes zu erkennen ist, dauert es ca 6 Wochen- solange kreisen noch Hormone im Blut.Ich würde die Beiden Hunde in den nächsten Wochen weiter trennen- NIE allein miteinander lassen-, und nur außerhalb ihres Territoriums zusammen lassen- möglichst mehrmals täglich- anfangs ene tweder ihn an der langen Schleppleine oder evtl auch mit Maulkorb . Klappt das, auch mal wieder kurz auf dem Grundstück. Zeigt er auch dann weiter Aggressions- oder Drohverhaten gegenüber der Hündin oder den Kindern wäre es wirklich zu gefährlich ihn zu behalten.Viel Erfolg und alles GUte!Dr.Wörner-Lange TÄ u. Verhaltenstherapie Ich hoffe, ich konnte Ihnen mitmeiner Antwort weiterhelfen und stehe über den Button "dem Expertenantworten" gerne weiterhin zur Verfügung. Falls keine Fragen mehrbestehen, würde ich mich über einepositive Bewertung, die Sie sehr schnell und einfachüber die Bewertungssterne (3-5 Sterne) abgeben können, sehr freuen.
Dr.M.Wörner-Lange und weitere Experten für Hundetrainer sind bereit, Ihnen zu helfen.