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Sit-HappensDE
Sit-HappensDE, Hundeverhaltensberater nSB ®
Kategorie: Hundetrainer
Zufriedene Kunden: 601
Erfahrung:  Hundeverhaltensberater nSB® mit Abschluss und Leiter der Sit Happens - Hundepsychlogischen Beratung. Autor des Ratgebers das Alpha Prinzip - 14 goldene Regeln für Hundehalter.
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Hallo, ich habe eine Harzer Fuchs Altdeutscher Hütehund, sie

Kundenfrage

Hallo, ich habe eine Harzer Fuchs Altdeutscher Hütehund, sie ist acht Monate alt, und war fünf Monate in einem Saupferch eingesperrt. Ich habe sie jetzt zwei Monate bei mir und ich habe auch noch einen zehn Jahre alten Harzer Fuchs. Mein Problem mit Tracy (acht Monate) ist, dass sie immer zwickt, sobald man Nachause kommt oder sie spielen möchte. Wie bekomme ich diese zwieckerei unter Kontrolle? Bitte helfen Sie mir, denn ich habe sie trotz allem sehr lieb.

MfG Tanja
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Hundetrainer
Experte:  Sit-HappensDE hat geantwortet vor 3 Jahren.

Hallo und willkommen hier bei Just Answer. Ich freue mich darauf, Ihre Fragen zum Thema Hund beantworten zu dürfen.

Hallo Tanja,

Tracy wird bisher nie die Beißhemmung gelernt haben und stresst sich zu sehr, wenn Sie nach Hause kommen.
Das mit dem auf die Seite legen, wird Ihnen auch nicht weiterhelfen. Zum einem verschlimmern Sie das Problem dadurch nur noch mehr und zum anderen schaden Sie damit, sehr stark, die Bindung zu Ihrem Hund. So ein auf den Rückendreher, bedeutet für den Hund eine Todeserklärung, denn jeder Hund würde direkt an die Kehle gehen. Und ich denke, dass wollen Sie ja nun wirklich nicht.

Ich würde Ihnen empfehlen einmal die Beißhemmung wie bei einem Welpen anzutrainieren:

Welpenzähnchen können wirklich sehr weh tun, wenn ein Welpe mit seinen kleinen Zähnchen am eigenem Hosenbein hängt. Die Erfahrung mit diesen kleinen spitzen Zähnen dürfte wohl schon jeder Hundehalter gemacht haben.

Allerdings erkunden Welpen ihre Umwelt nun mal mit dem Maul. Diese wirklich heftige orale Phase könnte auch mit einem Kleinkind verglichen werden, welches auch alles in den Mund steckt, um es zu testen, überprüfen und zu schmecken.

Ein Hund hat zwar Pfoten, diese sind aber nicht wirklich zum Greifen gedacht. Der Welpe hat nichts Böses im Sinn, er hat nur noch nicht gelernt, dass unsere Menschenhaut nicht so viel aushält, wie das Fell von Artgenossen. Wie ihm also vermitteln, dass dieses harte Spiel mit uns Menschen nicht erwünscht ist?

Nicht mit den Händen spielen, sondern lieber ein Spielzeug benutzen

Da der Welpe die Beißhemmung uns gegenüber lernen soll, sollte man auf das Spiel mit den bloßen Händen verzichten. Daher sollte generell mit einem geeigneten Spielzeug gearbeitet werden, zum Beispiel ein Tau, ein Ball oder ein Plüschtier. Aber Vorsicht, nie daran reißen, oder den Welpen damit hochheben, die Milchzähne können zu leicht abbrechen.

Das Verkehrteste was man tun kann, ist es dem Welpen weh zu tun, um die Beißerei zu beenden. Auch Schnauzengriff, Nackenschüttler und auf den Rücken drehen, haben hier nichts verloren. Diese sind, meiner Meinung nach, veraltete und überholte Methoden, die gerade beim Welpen das Vertrauen zu seinem Hundehalter zerstören können.

Wenn nun also der Welpe anstatt des Spielzeuges, uns als Sparringpartner sieht, reicht es bei vielen Welpen, wenn laut „Aua“ gerufen und das Spiel sofort abgebrochen wird. Lässt der Welpe sofort ab, kann das Spiel mit ihm weiter fortgeführt werden.

Wenn wir allerdings einen auf beleidigte Leberwurst machen und nachtragend sind, versteht der Kleine das überhaupt nicht. Er hat ja in der Situation das richtige Verhalten gezeigt und von uns abgelassen. Bei Welpen, die so auf Stimme und den Abbruch reagieren, braucht man normalerweise einfach nur weiter konsequent sein. Der kleine Welpe lernt so schnell, dass er bei uns nicht zukneifen darf, bei einem Spielzeug aber schon.
Bei hartnäckigen Welpen Ausdauer beweisen oder mit “Time Outs” arbeiten

Natürlich gibt es auch unter den Welpen Vertreter, die immer wieder testen, nicht aufhören und sich richtig in Rage bringen. Viele unerwünschte Verhaltensweisen kann und sollte man ignorieren. Aber wenn ein kleiner wildgewordener Welpe, einen wirklich überall versucht hinzutackern, wo er nur kann, ist das schmerzhaft und kann auch böse Wunden verursachen, so dass man dieses Verhalten nicht ignorieren kann.

Entweder versucht man hier dem Kleinen ein Alternativverhalten anzutrainieren (was sicher bei einem hochgeputschten Welpen, oft nicht umgesetzt werden kann), oder man arbeitet mit so genannten Time Outs.

Das heißt, wenn der Welpe meint mit seinen Attacken nicht aufhören zu wollen, wird er kurzzeitig in ein anderes Zimmer gesperrt, damit er runterfahren kann. Bei kurz mein ich wirklich nur einige wenige Sekunden. Dies soll nicht als Strafe sein, sondern einfach dem Welpen die Möglichkeit geben, sich selber runterzubringen, um wieder aufnahmefähig für Alternativen zu sein. Wenn die Tür nun wieder geöffnet wird, sollte ein Spielzeug bereit gehalten werden, da man höchstwahrscheinlich nach dem ersten Versuch noch nicht damit rechnen kann, dass der Kleine seinen kurzzeitigen Ausschluss begriffen hat. Sollte er, statt sich das Spielzeug zu schnappen, wieder auf Sie losgehen, wiederholen Sie diese Time Outs, bis er begriffen hat, dass er nicht Sie, sondern das ihm dargebotene Spielzeug tackern darf :-) Normalerweise begreifen die kleinen Welpen dies relativ schnell und es bedarf nur weniger Wiederholungen.

Wenn diese Punkte konsequent durchführt und beachtet werden, hat man schnell dem Welpen die Beißhemmung uns Menschen gegenüber beigebracht.

Damit Tracy lernt, sich nicht mehr so zu stressen, sollten Sie dazu übergehen das Deckentraining mit Ihr neu aufzubauen, damit Sie lernt, dass ihr Platz der ruhigste Platz ist.

Hierzu richten Sie ihm bitte eine Decke oder ein Körbchen an einem ruhigen Ort ein. Einem Ort wo sich der Hund zurückziehen kann ohne weiter gestresst zu werden. (Dies bezüglich wäre zum Beispiel der Korridor der flasche Platz.)

Haben Sie nun eine Stelle gefunden, bewaffnen Sie sich mit sehr vielen tollen Leckerchen (Fleischwurst oder Käse eignen sich hervorragend). Führen Sie Ihren Hund auf seinen Platz, er kann auf diesem Platz Sitzen, liegen oder stehen. Völlig egal, hauptsache er ist auf seinem Platz. Sobald er darauf ist, loben Sie ihn. Gehen Sie ein Schritt von dem Platz weg und werfen ihn ein paar Leckerchen auf seinen Platz, so machen Sie den Platz ihm schmackhaft.
Legt sich dabei Ihr Hund hin, lassen Sie ganz viele Leckerchen zum Lob zwischen seine Vorderpfoten fallen, dadurch bestätigen Sie nocheinmal das tolle Verhalten Ihres Hundes und das bleiben auf dem tollen Platz.

Weiterhin sollte auf diesem Platz alles super tolle stattfinden. Streicheln, kuscheln, spielen. Einfach alles tolles.

Steht nun Ihr Hund auf und will von dem Platz weggehen, machen Sie wieder einen Schritt auf ihn zu drängen Ihnen mit Ihrer Körpersprache wieder auf seienm Platz. Befinden sich alle 4 Pfoten wieder auf dem Platz wird er überschwenglich gelobt.

Nun entfernen Sie sich immer ein Stückchen weiter weg vom Körbchen, tun etwas anderes im Raum, beachten Ihren Hund nicht, haben ihn aber trotzdem im Auge. Bleibt er auf seinem Platz liegen, belohnen Sie ihn nach gewisser Zeit wieder. Steht er auf, sind Sie ganz schnell wieder bei ihm und sagen ihm körpersprachlich NEIN.

Ihr Hund wird lernen, dass es total toll ist auf seinem Platz zu bleiben und das er sich nicht unnötig stressen und ihnen folgen muss, denn Sie kommen ja zurück und dann passieren gaaanz tolle Dinge.

Stück für Stück verlassen Sie dann allmählich den Raum, tauchen nach wenige Sekunde wieder auf und loben Ihren Hund abermals, wenn er liegen geblieben ist. Die Abwesendheit aus dem Raum, können Sie nach ein wenig Training mal zu mal ein wenig steigern.

Wenn Sie zusätzlich, Tracy für jedes ruhige Verhalten mit Futter bestätigen, denken Sie daran etwas hochmotivierendes zu verwenden, wird die pubertierende Tracy auch lernen, was Sie von ihr möchten. In den nächsten 4 Monaten sollten Sie jedoch sehr konsequent das Training umsetzen, da Tracy Sie momentan auch testet, wie weit sie bei Ihnen gehen kann. Das ist leider, ein kleines Übel der Pubertät.

 

Weiterhin würde ich Sie bitten, neben dieser Frage auch Ihre gestellte Frage vom 10. August 2013 zu bewerten.

http://www.justanswer.de/hundetrainer/7xg7j-ich-habe-seit-5tagen-einen-5monatigen-harzerfuchs-altdeutscher.html


Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage beantworten. Bei Rückfragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. Bestehen keine weiteren Fragen mehr, so bitte ich Sie um Bewertung der Antwort, damit meine Arbeit bezahlt werden kann.

Mit freundlichen Grüßen,

Sascha Berninger
Sit Happens - Hundepsychologische Beratung
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