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Sit-HappensDE, Hundeverhaltensberater nSB ®
Kategorie: Hundetrainer
Zufriedene Kunden: 601
Erfahrung:  Hundeverhaltensberater nSB® mit Abschluss und Leiter der Sit Happens - Hundepsychlogischen Beratung. Autor des Ratgebers das Alpha Prinzip - 14 goldene Regeln für Hundehalter.
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Ich habe einen Labradudel, 3 Jahre, Rüde, der mit einer kleinen

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich habe einen Labradudel, 3 Jahre, Rüde, der mit einer kleinen Pyrenäen-Schäferhündin mit 8 Wochen aus dem Tierheim zum mir kam. Er ist eigentlich ein gutmütiger Hund, sehr auf mich fixiert, aber er hat von Anfang an meine kleine Hündin dominiert - heißt, er ist plötzlich auf sie zugerannt und hat sie entweder überrannt oder stark gezwickt. Eine Hundetrainerin hat mir gesagt, ich solle mich nicht einmischen, die würden das unter sich ausmachen. So musste die Kleine das leider wochenlang aushalten. Als sich nichts änderte, hab ich eingegriffen und es konsequent unterbunden. Heute passiert es nur noch ab und zu.
Aber nun hat er anderen kleineren Hunden und Welpen gegenüber eine absolute Intoleranz! Er ist großen Hunden gegenüber fast schon unterwürfig, aber wenn kleine Hunde ihm diesen Respekt nicht zollen, wird er steif, legt die Ohren an und wenn ich dann nicht schnell genug bin und ihn zurückhalte, stürzt er sich auf die Hunde und reglementiert sie, d. h. er beißt sie nicht wirklich (blutig), aber es hört sich furchtbar an. Auch wenn die Kleinen auf dem RücXXXXX XXXXXegen und schreien, hört er nicht auf, und das ist das eigentlich Schlimme. Er kennt dann keine Grenze und kein Ende, bis ich ihn am Geschirr hochnehme (22 kg). Ich befürchte nicht, dass er die Hunde ernsthaft verletzt, aber er hat kein Maß!!
Vor allem hab ich Angst, dass er doch mal zubeißt und dann wirklich gefährlich wird. Was kann ich tun?
Hallo und willkommen hier bei Just Answer. Ich freue mich darauf, Ihre Fragen zum Thema Hund beantworten zu dürfen.

Wenn ich das richtig verstehe, lassen Sie Ihren Hund frei laufen wenn dies geschieht? Das ist schon der Erste Fehler den Sie machen. Er nimmt Sie einfach nicht mehr wahr als Rudelchef und denkt, er ist Chef und muss Situationen regeln.
Und desto mehr Freiheiten er hat (Freilauf etc.), desto eigenständiger wird er. Hier gilt es ihn einzuschränken und das konsequent.

Alles beginnt bereits im Haus.

Wichtig ist, dass Sie für den Hund als Ressource gelten und sich damit auch als Rudelführer aufstellen.
Ein Hund sollte den Menschen als "Ressource" sehen, denn von ihn bekommt er sein Futter, Wasser, Zuneigung. Einfach alles war er zum überleben braucht. Hat der Hund aber ständig und zu jeder Tages- & Nachtzeit Zugang zu Futter (zu Wasser sollte er immer Zugang haben) oder zu Spielzeug, warum sollte er dann noch auf Sie hören?

Ich möchte hier einmal ein Beispiel geben:
Jemand gibt Ihnen monatlich 3000 Euro fürs Nichtstun. Einfach so. Wie groß wäre Ihre Bereitschaft nach einiger Zeit, weiterhin jeden Tag zu Ihrer Arbeit zu gehen?

Was sollten Sie also daher beachten?



  1. Nichts gibt es mehr "umsonst". Erst tut Ihr Hund etwas für Sie (z. B. bevor er sein Futter bekommt ein Sitz machen).
  2. Keine Zerrspiele
  3. Spielzeug liegt ab sofort zu keiner Zeit mehr nur so frei in der Wohnung rum. Spielzeug ist für den Hund Beute.
  4. Egal durch welche Türen Sie gehen, bei denen Ihr Hund Ihnen folgt, SIE gehen zuerst durch.
  5. Fordert Ihr Hund Sie zum spielen auf oder fordert er etwas anderes ein, wird er von Ihnen konsequent ignoriert.
  6. Jede Spielaufforderung (dabei dürfen Sie dann auch das weg geräumte Spielzeug rausholen) geht nur noch von Ihnen aus. Nach dem Sie gespielt haben, wird das Spielzeug wieder weg geräumt.
  7. Sofa, Bett oder andere erhöhten Liegeplätze sind vorerst, während des Trainings, tabu.
  8. Fressen bekommt Ihr Hund vorerst nur aus seinem Napf, den Sie ihm festhalten oder Sie füttern Ihren Hund direkt aus der Hand. Richten Sie auch feste Fressenszeiten ein zu denen es dann auch immer das Fressen gibt, ansonsten stellen Sie den Futternapf weg.

 

Auf Ihren Spaziergängen, ist der Freilauf in den nächsten Monaten gestrichen, damit Ihr Hund wieder lernt, sich mehr an Ihnen zu orientieren.

 

Wenn Ihnen also ein anderer Hund entgegen kommt, dann weichen Sie diesem in einem grooooßen Bogen aus. Bleiben Sie ruhig und gelassen und gehen normal Ihren Weg weiter und an dem anderen Artgenossen vorbei. Bestätigen Sie jeden Blickkontakt Ihres Hundes in Ihre Richtung mit einem Leckerchen. Verhält er sich ruhig, wird er ebenfalls mit Leckerchen belohnt. Sehen Sie und Ihr Hund bereits in der Fernen einen Hund wird er mit einem Leckerchen bestätigt.
Ihr Hund lernt so zu verknüpfen, dass jedes Mal wenn ein anderer Artgenosse auftraucht, dies sehr positiv für ihn ist, denn es folgt direkt ein Leckerchen. Somit werden andere Artgenossen in den Augen des Hundes ein positiver Kontakt.

Auch wichtig, stellen Sie sich zunächst zwischen dem fremden Hund und ihrem Hund. Überlassen Sie Ihrem Hund nicht das offene Feld, so kommt er schnell auf den Gedanken, Entscheidungen wieder selbst zu treffen. Was bedeuten kann, sein Verhalten schlägt in Aggressionen um oder seine Angst wird tiefgehender bestätigt.

 

Es ist wichtig, dass Sie die Leine ausschließlich als Sicherung benutzen, niemals zur Korrektur. Daher nehmen Sie zunächst die Leine hinter Ihrem Rücken.

Des weiteren sollten Sie über den Futtertrieb des Hundes arbeiten, damit dieser sich selbst für richtiges Verhalten bestätigen kann.
Setzen Sie Futter passiv ein, dass heißt Ihre Futterhand ist stehts gefüllt (FLeischwurst, Käse, gekochtes Hühnchen eignen sich hervorragend dazu), hängt an Ihrem linken Bein herunter und Sie gehen zusammen einen Schritt.

Dadurch das Futter passiv eingesetzt wird, konditioniert sich der Hund für Richtiges Verhalten selbst, so dass Ihr Training hinter her ohne Futter funktioniert.
Wichtig ist, dass Sie ausschließlich zusammen mit Ihrem Hund gehen.

Wenn Ihr Hund die ersten Lernschritte erfolgreich absolviert hat, nehmen Sie die Leine nach vorne und fangen an die Futterhand langsam für wenige Schritte hoch zu halten. Der Hund motiviert sich durch diese Erwartungshaltung ständig selbst um das neu erlernte Verhalten zeigen zu können, denn nur das führt zur Triebbefriedigung.


Wenn Sie dies ein paar Wochen geübt und trainiert haben, können Sie die großen Bögen wieder verringern. Verringern Sie aber die Bögen lieber nur um 10cm als direkt um 2 Meter und im Anschluss wieder in einem unerwünschten Verhalten zu stecken.
Für jedes brave und ruhige Verhalten wird Ihr Hund gelobt und bekommt ein Leckerchen.

 

Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage beantworten. Bei Rückfragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. Bestehen keine weiteren Fragen mehr, so bitte ich Sie um Bewertung der Antwort, damit meine Arbeit bezahlt werden kann.

Mit freundlichen Grüßen,

Sascha Berninger
Sit Happens - Hundepsychologische Beratung
www.sit-happens.de


Hinweis zur Online-Beratung:
Bitte haben Sie Verständis dafür, dass eine Online-Beratung keine individuelle Beratung ersetzt. Da ich als Hundetrainer & Verhaltensberater mir kein Gesamtbild des Hundes, des Halters & dessen Umgebung machen kann, kann ich Ihre Frage nur allgemein bezogen beantworten.
Wenn Sie keine Fragen mehr haben, bewerten Sie bitte meine Antwort, damit meine Arbeit bezahlt werden kann. Ich stehe Ihnen gern bei Rückfragen zur Verfügung.

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Lieber Herr Berninger, vielen Dank für Ihre Antwort. Es stimmt, dass mein Hund fast ausschließlich frei läuft. Es stimmt auch, dass er immer an sein Spielzeug kommt, dass er mich oft zum Spielen auffordert und dass er neben mir auf dem Bett schläft! :-))))))


Aber wenn wir spazieren gehen, interessiert er sich eigentlich nicht wirklich für die anderen Hunde. Zu größeren läuft er mal hin, lässt sich beschnuppern und geht dann wieder. Kleine interessieren hin gar nicht. Ich kann ihn auch abrufen, er sucht ständig Blickkontakt zu mir und kommt auch recht zuverlässig. Aber wenn die kleinen Hunde ihn anspringen oder die Sprungfedern-Jack-Russel auf ihn zustürmen, dann wird er so ungnädig. Auch dann blickt er mich an und ich kann ihn 2-, 3mal wegrufen, aber wenn die Kleinen dann wieder hinterherkommen, ist's aus. Wenn er nur knurren oder kurz zur Seite schnappen würde, wär's ja ok. Eigentlich hat er ja Recht, wenn er ihnen durch Versteifen und Ohren anlegen sagt, dass sie weggehen sollen, aber wenn sie das nicht tun, wird er wird so aggressiv (nicht verletzend, bis jetzt) und hört nicht auf. Das kann ich doch mit ihm nicht üben. Für mich ist wirklich nur die Reaktion in der Situation so ein Problem, sonst ist er ein lieber Hund, fast schon ein "Mama-Hund".


Er schaut mich so an, als wollte er sagen, regle Du die Situation, und im nächsten Moment "regelt" er. Ich sag den anderen Besitzern schon immer, sie sollen ihre Hunde zurückrufen, aber das tun sie meistens nicht oder es gelingt nicht schnell genug.

Ja aber warum greifen Sie dann nicht ein? Es tut mir leid, es mal so deutlich sagen zu müssen: aber es ist verantwortungslos.

Ihr Hund versucht Situationen aus dem Weg zu geben, wird aber von Ihnen allein gelassen, weil Sie vor laufen. Hunde brauchen Führung, fällt diese Weg, sind die Tiere auf sich allein gestellt und müssen sich dann selbst verteidigen, was dann wiederum nicht vom Halter gewünscht ist.
Hier verhält sich der Hund einfach artgerecht. Bevor mich der fremde Hund angreift, greife ich an.

So beginnen Verhaltensprobleme. Noch haben Sie hier eine gaaaaanz große Chance einzugreifen und dem Hund durch IHRE Führung zu sagen wo es lang geht und was er zu tun hat, wenn Sie tatsächlich im Auge des Hundes verblassen und er immer mehr und mehr lernt, eigenständiger zu werden, dann haben Sie bald einen Hund den Sie selbst bei großen Hunden nicht mehr laufen lassen können, weil er dann einfach sich denkt: Frauchen/Herrchen können/wollen mir eh nicht helfen, also regel ich es.

Daher nehmen Sie bitte, wenn Sie schon von weiten einen Hund sehen, Ihren Hund an die Leine und bieten Sie ihm die Führung und Sicherheit die er braucht.
Und kommt ein Hund auf Sie zu, dann nehmen Sie Ihren Hund hinter sich (natürlich wird er sich das bei den ersten Malen nicht gefallen lassen), machen Sie sich groß und dann schreien Sie diesen anderen Hund an abzuhauen wie HAU AB, WEG etc. Sie können sich auch eine Wurf-Disc-Kette besorgen, die vorher auf den Boden werfen, wenn sich ein Hund nähert.
Der Rudelchef stellt sich vor seinem Rudel und wehrt fremde Artgenossen ab, genau das müssen Sie dann übernehmen.
Klar macht man sich dann sehr beliebt bei den anderen Hundehaltern, allerdings geht es hier um Ihren Hund, beißt er dann einmal richtig zu, haben Sie so oder so die Schuld und soweit muss es ja nicht erst kommen.

Manchmal hilft auch das Argument wenn die Antwort kommt, auf die Frage nehmen Sie bitte Ihren Hund an die Leine, "Ach, der macht nichts" - einfach zu sagen ABER MEINER SCHON. Wie schnell Hunde an der Leine sein können, ist dann immer sehr beachtlich.

Und Sie selbst haben es schon so schön beschrieben, "Er schaut mich an und im nächsten Moment regelt er es".
Wissen Sie wie viele Hundehalter ich täglich in meiner Praxis habe, die sich genau das Verhalten von Ihrem Hund wieder wünschen? Aber deren Hunde es nicht mehr tun, weil sie bereits über den Punkt hinaus sind beim Halter abzufragen, was sie tun sollen und den Halter in solchen Situationen nicht mehr wahr nehmen, weil Hilfe kommt ja sowieso nicht.

Es ist wirklich super zu lesen, dass Ihr Hund ansonsten sehr gut erzogen ist und auch auf Sie hört. Das ist auch nicht immer der Standard. Daher gehen Sie bitte, bitte dazu über Ihren Hund in seiner Bewegung ein wenig einzuschränken und mehr bei Ihnen zu bleiben und wenn nicht das, dann wenigstens ihn bereits beim erspähen eines Artgenossen anzuleinen und ihm die Arbeit abzunehmen Situationen selbst klären zu müssen.

Mit freundlichen Grüßen,

Sascha Berninger
Sit Happens - Hundepsychologische Beratung
www.sit-happens.de


Hinweis zur Online-Beratung:
Bitte haben Sie Verständis dafür, dass eine Online-Beratung keine individuelle Beratung ersetzt. Da ich als Hundetrainer & Verhaltensberater mir kein Gesamtbild des Hundes, des Halters & dessen Umgebung machen kann, kann ich Ihre Frage nur allgemein bezogen beantworten.
Wenn Sie keine Fragen mehr haben, bewerten Sie bitte meine Antwort, damit meine Arbeit bezahlt werden kann. Ich stehe Ihnen gern bei Rückfragen zur Verfügung.
Sit-HappensDE und weitere Experten für Hundetrainer sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.


Meine Güte, lieber Herr Berninger, das war mal ne gute Antwort. Ich hab mich richtig erschreckt, weil ich grundsätzlich auch der Meinung bin, dass die meisten Fehler beim Hundehalter liegen. Aber man mag das oft nicht so direkt und klar sehen. Ich glaube, genau das wünscht sich mein Hund von mir, dass ich ihn in Schutz nehme und die Situation regle. Ich wusste nur nicht, wie. Das weiß ich jetzt. Ein guter Rat, ihn an die Leine zu nehmen, wenn ich doch eh schon weiß, mit welchem Hund es Probleme geben könnte. Und ein noch besserer Rat, die kleinen Hunde selbst in die Schranken zu weisen und nicht darauf zu warten, dass die anderen Besitzer was sagen. Ob ich mir damit Freunde mache, ist mir ziemlich egal. :-)


Ich danke XXXXX XXXXXür die Antwort, die mir die Verantwortung zurückgibt und bin überzeugt, dass wir beide, mein Hund und ich, ab jetzt in solchen Situationen sicherer werden.


Ganz liebe Grüße! Sabine