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Sit-HappensDE, Hundeverhaltensberater nSB ®
Kategorie: Hundetrainer
Zufriedene Kunden: 601
Erfahrung:  Hundeverhaltensberater nSB® mit Abschluss und Leiter der Sit Happens - Hundepsychlogischen Beratung. Autor des Ratgebers das Alpha Prinzip - 14 goldene Regeln für Hundehalter.
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Mein Leonberger(7 Monate) spielt total verrückt, wenn wir an

Diese Antwort wurde bewertet:

Mein Leonberger(7 Monate) spielt total verrückt, wenn wir an Grundstücken mit bellenden Hunden vorbeigehen, es hilft keine Ablenkung, kein Leckerlie und auch kein Richtungswechsel obwohl er regelmäßigen Sozialkontakt (Hundeschulen und Spielstunde) hat, auch startet er bei Motorrädern durch, alles erst so seit ca. 3 Wochen
Hallo und willkommen hier bei Just Answer. Ich freue mich darauf, Ihre Fragen zum Thema Hund beantworten zu dürfen.

Ihr Hund kommt gerade in seine Pubertät und stellt Sie dabei nätürlich auf die Probe, in weit Sie überhaupt Rudelchefqualitäten besitzen und ihm die nötige Führung geben können.
Hier hat er dabei auch ganz gern mal taube Ohren und hört wenn überhaupt erst beim 2. oder dritten Mal auf Ihr Kommando.

Hier heißt es zu einem konsequent zu bleiben und gerade jetzt ihm nicht alles durchgehen zu lassen und klare Regeln im Haus einzuführen.

Zum einen sollten Sie in den nächsten Monaten im Haus die Rangordnung verstärken.

Wichtig ist, dass Sie für den Hund als Ressource gelten und sich damit auch als Rudelführer aufstellen.
Ein Hund sollte den Menschen als "Ressource" sehen, denn von ihn bekommt er sein Futter, Wasser, Zuneigung. Einfach alles war er zum überleben braucht. Hat der Hund aber ständig und zu jeder Tages- & Nachtzeit Zugang zu Futter (zu Wasser sollte er immer Zugang haben) oder zu Spielzeug, warum sollte er dann noch auf Sie hören?

Ich möchte hier einmal ein Beispiel geben:
Jemand gibt Ihnen monatlich 3000 Euro fürs Nichtstun. Einfach so. Wie groß wäre Ihre Bereitschaft nach einiger Zeit, weiterhin jeden Tag zu Ihrer Arbeit zu gehen?

Was sollten Sie also daher beachten?



  1. Nichts gibt es mehr "umsonst". Erst tut Ihr Hund etwas für Sie (z. B. bevor er sein Futter bekommt ein Sitz machen).
  2. Keine Zerrspiele
  3. Spielzeug liegt ab sofort zu keiner Zeit mehr nur so frei in der Wohnung rum. Spielzeug ist für den Hund Beute.
  4. Egal durch welche Türen Sie gehen, bei denen Ihr Hund Ihnen folgt, SIE gehen zuerst durch.
  5. Fordert Ihr Hund Sie zum spielen auf oder fordert er etwas anderes ein, wird er von Ihnen konsequent ignoriert.
  6. Jede Spielaufforderung (dabei dürfen Sie dann auch das weg geräumte Spielzeug rausholen) geht nur noch von Ihnen aus. Nach dem Sie gespielt haben, wird das Spielzeug wieder weg geräumt.
  7. Sofa, Bett oder andere erhöhten Liegeplätze sind vorerst, während des Trainings, tabu.
  8. Fressen bekommt Ihr Hund vorerst nur aus seinem Napf, den Sie ihm festhalten oder Sie füttern Ihren Hund direkt aus der Hand. Richten Sie auch feste Fressenszeiten ein zu denen es dann auch immer das Fressen gibt, ansonsten stellen Sie den Futternapf weg.

 

 

WEnn Sie nun an Grundstücken langlaufen, wo sich Hunde aufhalten, sollten Sie erst einmal auf eine gewisse Distanz zum Grundstück gehen und das Leinenführigkeitstraining vertiefen.

 

Wenn Ihnen also ein anderer Hund entgegen kommt, dann weichen Sie diesem in einem grooooßen Bogen aus. Bleiben Sie ruhig und gelassen und gehen normal Ihren Weg weiter und an dem anderen Artgenossen vorbei. Bestätigen Sie jeden Blickkontakt Ihres Hundes in Ihre Richtung mit einem Leckerchen. Verhält er sich ruhig, wird er ebenfalls mit Leckerchen belohnt. Sehen Sie und Ihr Hund bereits in der Fernen einen Hund wird er mit einem Leckerchen bestätigt.
Ihr Hund lernt so zu verknüpfen, dass jedes Mal wenn ein anderer Artgenosse auftraucht, dies sehr positiv für ihn ist, denn es folgt direkt ein Leckerchen. Somit werden andere Artgenossen in den Augen des Hundes ein positiver Kontakt.

Auch wichtig, stellen Sie sich zunächst zwischen dem fremden Hund und ihrem Hund. Überlassen Sie Ihrem Hund nicht das offene Feld, so kommt er schnell auf den Gedanken, Entscheidungen wieder selbst zu treffen. Was bedeuten kann, sein Verhalten schlägt in Aggressionen um oder seine Angst wird tiefgehender bestätigt.

 

Es ist wichtig, dass Sie die Leine ausschließlich als Sicherung benutzen, niemals zur Korrektur. Daher nehmen Sie zunächst die Leine hinter Ihren Rücken.

Des weiteren sollten Sie über den Futtertrieb des Hundes arbeiten, damit dieser sich selbst für richtiges Verhalten bestätigen kann.
Setzen Sie Futter passiv ein, dass heißt Ihre Futterhand ist stehts gefüllt (FLeischwurst, Käse, gekochtes Hühnchen eignen sich hervorragend dazu), hängt an Ihrem linken Bein herunter und Sie gehen zusammen einen Schritt.

Dadurch das Futter passiv eingesetzt wird, konditioniert sich der Hund für Richtiges Verhalten selbst, so dass Ihr Training hinter her ohne Futter funktioniert.
Wichtig ist, dass Sie ausschließlich zusammen mit Ihrem Hund gehen.

Wenn Ihr Hund die ersten Lernschritte erfolgreich absolviert hat, nehmen Sie die Leine nach vorne und fangen an die Futterhand langsam für wenige Schritte hoch zu halten. (Immer mal wieder auf der Höhe des anderen Artgenossen) Der Hund motiviert sich durch diese Erwartungshaltung ständig selbst um das neu erlernte Verhalten zeigen zu können, denn nur das führt zur Triebbefriedigung.

 

Verhält sich Ihr Hund ruhig, wird er wieder mit Futter bestätigt, springt er an der Leine bzw. legt sich in die Leine um zum ARtgenossen zu kommen, dann sein Sie schneller, rennen hoch zu Ihrem Hund und dann frontal in den Hund hinein. Machen Sie sich dabei groß, sagen Sie nichts und drängen Sie ihn mit Ihrer Körpersprache zurück, so dass er ein paar Schritte nach Hinten gehen muss.

 

In dem Moment wo er Blickkontakt zu Ihnen aufnimmt, bestätigen sein Verhalten wieder mit Futter und öffenen die Sicht auf den anderen Artgenossen wieder und gehen Ihren Weg weiter. Wiederholen Sie das in den Hund hineinlaufen, sofern er sich wieder in die LEine legen sollte, bellt oder ähnliches.



Wenn Sie dies ein paar Wochen geübt und trainiert haben, können Sie die großen Bögen wieder verringern. Verringern Sie aber die Bögen lieber nur um 10cm als direkt um 2 Meter und im Anschluss wieder in einem unerwünschten Verhalten zu stecken.
Für jedes brave und ruhige Verhalten wird Ihr Hund gelobt und bekommt ein Leckerchen.


Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage beantworten. Bei Rückfragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. Bestehen keine weiteren Fragen mehr, so bitte ich Sie um Bewertung der Antwort, damit meine Arbeit bezahlt werden kann.

Mit freundlichen Grüßen,

Sascha Berninger
Sit Happens - Hundepsychologische Beratung
www.sit-happens.de


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Bitte haben Sie Verständis dafür, dass eine Online-Beratung keine individuelle Beratung ersetzt. Da ich als Hundetrainer & Verhaltensberater mir kein Gesamtbild des Hundes, des Halters & dessen Umgebung machen kann, kann ich Ihre Frage nur allgemein bezogen beantworten.
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Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Danke, XXXXX XXXXX schon sehr hilfreich! ich werde das so versuchen! wobei ihm in den Momenten die Leckerlies völlig egal sind, und was mache ich, wenn er bei Motorrädern durchstartet? Dieses Verhalten ist auch relativ neu und völlig unerklärlich, da er keinerlei negative Erfahrungen gemacht hat
Wenn er im Moment keine Leckerchen nehmen kann, dann ist das ok. Loben Sie ihn, durch klopfen der Seite (Schulter). Gehen Sie im Anschluss etwas in die Bewegung mit ihm. Laufen so wie auch Futter bauen Stress ab.

Bei Motorräder machen Sie das gleiche mit der Leinenführigkeit. Ihr Hund sollte nicht an der Straßenseite laufen sondern Sie. Bieten Sie ihm passiv (Futterhand ans Knie halten) Futter an. Wenn Sie merken, dass er zu angespannt ist, wenn sich ein Motorrad nähert, dann tippen Sie ihn im laufen mit Ihrer Hacke an seinem Hinterlauf an, er wird höchst wahrscheinlich kurz von seinem Verhalten abgehalten, loben Sie ihn bei Blickkontakt mit Futter oder Klopfen.
Nützt das nichts, dann kurz seine Sicht blockieren, in dem Sie in ihn hineinlaufen oder sich kurz davor stellen.

Danach wieder loben und wie gewohnt weiter laufen.

Das mit den Motorrädern und Rollern, wird sich in einigen Wochen wieder legen. Das sind so Phasen die der Hund durchmacht.

Mit freundlichen Grüßen,

Sascha Berninger
Sit Happens - Hundepsychologische Beratung
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