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Sit-HappensDE
Sit-HappensDE, Hundeverhaltensberater nSB ®
Kategorie: Hundetrainer
Zufriedene Kunden: 601
Erfahrung:  Hundeverhaltensberater nSB® mit Abschluss und Leiter der Sit Happens - Hundepsychlogischen Beratung. Autor des Ratgebers das Alpha Prinzip - 14 goldene Regeln für Hundehalter.
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Hallo, mein Hund (Rasse: Landseer, weibl., kastr.) ist gegenüber

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo, mein Hund (Rasse: Landseer, weibl., kastr.) ist gegenüber kleineren Hunden als sie, manchmal aggressiv, obwohl die kleineren Hunde keinerlei dominantes oder aggressives Verhalten gegenüber meinem Hund zeigen. Gegenüber größeren oder sehr kleinen Hunden benimmt sie sich immer neutral/nicht aggressiv. Frage: Warum benimmt sie sich so und kann man dagegen etwas unternehmen? Danke XXXXX XXXXX!
Hallo und willkommen hier bei Just Answer. Ich freue mich darauf, Ihre Fragen zum Thema Hund beantworten zu dürfen.

Es kann eine Art von Unsicherheit sein, was man allerdings ohne Begutachtung des Hundes nicht gänzlich sagen.

Egal ob der Hund nun groß oder klein ist, Sie sollten sich mehr Rudelführer positionieren und dem Hund gerade bei kleineren Hunde mehr Führung zeigen und ggfs. ihn einschränken, bei falschen Verhalten.

Alles fängt bereits zu Hause an. Hier gilt es etwas mehr die Randordnung wieder zu verstärken.

Wichtig ist, dass Sie für den Hund als Ressource gelten und sich damit auch als Rudelführer aufstellen.
Ein Hund sollte den Menschen als "Ressource" sehen, denn von ihn bekommt er sein Futter, Wasser, Zuneigung. Einfach alles war er zum überleben braucht. Hat der Hund aber ständig und zu jeder Tages- & Nachtzeit Zugang zu Futter (zu Wasser sollte er immer Zugang haben) oder zu Spielzeug, warum sollte er dann noch auf Sie hören?

Ich möchte hier einmal ein Beispiel geben:
Jemand gibt Ihnen monatlich 3000 Euro fürs Nichtstun. Einfach so. Wie groß wäre Ihre Bereitschaft nach einiger Zeit, weiterhin jeden Tag zu Ihrer Arbeit zu gehen?

Was sollten Sie also daher beachten?



  1. Nichts gibt es mehr "umsonst". Erst tut Ihr Hund etwas für Sie (z. B. bevor er sein Futter bekommt ein Sitz machen).
  2. Keine Zerrspiele
  3. Spielzeug liegt ab sofort zu keiner Zeit mehr nur so frei in der Wohnung rum. Spielzeug ist für den Hund Beute.
  4. Egal durch welche Türen Sie gehen, bei denen Ihr Hund Ihnen folgt, SIE gehen zuerst durch.
  5. Fordert Ihr Hund Sie zum spielen auf oder fordert er etwas anderes ein, wird er von Ihnen konsequent ignoriert.
  6. Jede Spielaufforderung (dabei dürfen Sie dann auch das weg geräumte Spielzeug rausholen) geht nur noch von Ihnen aus. Nach dem Sie gespielt haben, wird das Spielzeug wieder weg geräumt.
  7. Sofa, Bett oder andere erhöhten Liegeplätze sind vorerst, während des Trainings, tabu.
  8. Fressen bekommt Ihr Hund vorerst nur aus seinem Napf, den Sie ihm festhalten oder Sie füttern Ihren Hund direkt aus der Hand. Richten Sie auch feste Fressenszeiten ein zu denen es dann auch immer das Fressen gibt, ansonsten stellen Sie den Futternapf weg.

 

Gerade wenn Sie kleine Hunde treffen, sollten Sie ein Ausweichtraining machen

 

Wenn Ihnen also ein anderer Hund entgegen kommt, dann weichen Sie diesem in einem grooooßen Bogen aus. Bleiben Sie ruhig und gelassen und gehen normal Ihren Weg weiter und an dem anderen Artgenossen vorbei. Bestätigen Sie jeden Blickkontakt Ihres Hundes in Ihre Richtung mit einem Leckerchen. Verhält er sich ruhig, wird er ebenfalls mit Leckerchen belohnt. Sehen Sie und Ihr Hund bereits in der Fernen einen Hund wird er mit einem Leckerchen bestätigt.
Ihr Hund lernt so zu verknüpfen, dass jedes Mal wenn ein anderer Artgenosse auftraucht, dies sehr positiv für ihn ist, denn es folgt direkt ein Leckerchen. Somit werden andere Artgenossen in den Augen des Hundes ein positiver Kontakt.

Auch wichtig, stellen Sie sich zunächst zwischen dem fremden Hund und ihrem Hund. Überlassen Sie Ihrem Hund nicht das offene Feld, so kommt er schnell auf den Gedanken, Entscheidungen wieder selbst zu treffen. Was bedeuten kann, sein Verhalten schlägt in Aggressionen um oder seine Angst wird tiefgehender bestätigt.

 

Dabei ist auch wichtig, dass Sie immer am Hund bleiben, nicht 1,5m Leinenlänge hinter oder vor ihm. Immer an seiner Seite.

Ziehen seine Aufmerksamkeit gänzlich auf sich, dass er erst gar nicht so viel Gelegenheit bekommt, sich in die Situation hineinzusteigern. Ab und an bleiben Sie dann stehen und öffnen die Sicht auf den anderen Artgenossen, er soll sich ja schon mit diesen auseinander setzen, aber nach Ihren Regeln. Fiept er oder wird aggressiv, legt sich in die Leine oder schießt nach vor, dann stellen Sie sich vor ihn und laufen auch mal frontal in ihn hinein und zwingen ihn ein paar Schritte zurückzugehen. Sobald er Blickkontakt wieder zu Ihnen aufnimmt, sofort loben!! und Sicht wieder öffnen.


Wenn Sie dies ein paar Wochen geübt und trainiert haben, können Sie die großen Bögen wieder verringern. Verringern Sie aber die Bögen lieber nur um 10cm als direkt um 2 Meter und im Anschluss wieder in einem unerwünschten Verhalten zu stecken.
Für jedes brave und ruhige Verhalten wird Ihr Hund gelobt und bekommt ein Leckerchen.


Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage beantworten. Bei Rückfragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. Bestehen keine weiteren Fragen mehr, so bitte ich Sie um Bewertung der Antwort, damit meine Arbeit bezahlt werden kann.

Mit freundlichen Grüßen,

Sascha Berninger
Sit Happens - Hundepsychologische Beratung
www.sit-happens.de


Hinweis zur Online-Beratung:
Bitte haben Sie Verständis dafür, dass eine Online-Beratung keine individuelle Beratung ersetzt. Da ich als Hundetrainer & Verhaltensberater mir kein Gesamtbild des Hundes, des Halters & dessen Umgebung machen kann, kann ich Ihre Frage nur allgemein bezogen beantworten.
Wenn Sie keine Fragen mehr haben, bewerten Sie bitte meine Antwort, damit meine Arbeit bezahlt werden kann. Ich stehe Ihnen gern bei Rückfragen zur Verfügung.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Hallo, erstmal danke für die schnelle Antwort.


Bezüglich dem strengen Gehen an der 1.5m langen Leine:


1 Was halten Sie davon, den Hund frei laufen zu lassen, natürlich mit Beisskorb.


Ich gehe immer mit "Halti" spatzieren, da ich sie sonst schwer unter Kontrolle habe, falls sie plötzlich einen Hund sieht, der ihr nicht gefällt. Wenn ich dann nicht aufpasse, würde sie mich auch zB über eine Straße ziehen trotz Halti. (Mein Hund hat ~65kg, ich 60kg)


2 Hätten Sie weitere Tipps um den Hund bei Gehen an der Leine unter Kontrolle zu halten.


Danke vielmals!

Wenn Sie später einen Aggressiven-Problemhund haben möchten, dann nur zu, dann lassen Sie Ihren Hund weiter freilaufen (mit oder ohne Maulkorb).

Was soll denn dadurch Ihr Hund lernen? Der jenige der die Führung und den Weg vorgibt sind SIE nicht Ihr Hund. Wenn Sie Ihren Hund freilaufen lassen, wird Ihr Hund nur noch mehr lernen eigenständiger zu werden und vor allem ENTSCHEIDUNGEN selber zu treffen.Dadurch schaden Sie Ihrer Stellung als Rudelführer erheblich und irgendwann wird Ihr Hund bei Ihnen überhaupt nicht mehr abfragen und selber die Situationen klären. Was verheerende Folgen haben kann.

Ein Unsichererhund braucht Führung und darf nicht allein gelassen werden.
Es ist kein strenges laufen an einer 1,5m Leine. Sie müssen einfach nur am Hund bleiben, denn nur so können Sie die Führung übernehmen und ihn ggf. einschränken wenn er sein unerwünschtes Verhalten zeigt. Wenn der Hund 1,5m vor Ihnen läuft, wie wollen Sie ihn da auf sich beziehen?

Ich würde die bereits beschriebene Ausweichvariante trainieren mit Ihrem Hund, so lernt er offener zu werden und Ihnen wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Arbeiten Sie bitte auch an Ihrer Bindung zum Hund. Werden Sie aufregender und spanndender. Das heißt, machen Sie Nasensuchspiele draußen und im Haus, gehen Sie auf Spaziergängen einfach mal abseits von Waldwegen und Querfeldein über Stock und Stein. So etwas macht Sie für den Hund wieder interessanter und er hat mehr Augen auf Sie gerichtet, was Ihnen wiederum dabei hilft, die Führung zu übernehmen in den Situationen wo Sie Artgenossen begegnen.

Wenn Sie es richtig machen und alle Augen auf Ihren Hund richten, sobald Sie einen fremden Artgenossen erblicken, dann werden Sie ihn ganz schnell die Führung abnehmen können. Achten Sie auf das kleinste Anzeichen in der Körpersprache Ihres Hundes, was auf Stress hinweißt. Wird er steif, fängt er das Züngeln an, gehen die Ohren nach vorn, wedelt er mit der Rute (das bedeutet niemals Freude) oder formt sich die Rute zu einem "Skorpionstachel"? Dann schränken Sie Ihren Hund ein in dem Sie es knallen lassen in Form von, in den Hund frontal reinrennen, sich groß machen, ihn zwingen ein paar Schritte zurück zu gehen und wenn er Blickkontakt zu Ihnen aufnimmt ihn über Futter nicht über die Stimme loben und die Sicht auf den Artgenossen wieder freigegeben. Will er wieder rüber, dann rennen Sie erneut in den Hund rein. Das wird die ersten paar Male oft geschehen müssen, er wird aber nach einigen Malen kapieren, dass Sie es nicht mehr wollen und sein Verhalten nicht mehr dulden und sich laaaaaaaangsam zurücknehmen. Nur muss das Training konsequent über Monate hin trainiert werden, damit er wieder lernt Ihnen Vertrauen schenken zu können.

Ich denke Sie sollten mit einem qualifizierten Hundetherapeuten vor Ort arbeiten, der den Hund begutachten und dann mit Ihnen und Hund trainieren kann und vor allem eingreifen kann wenn er eine falsche Führung sieht bzw. den Punkt erkennt wo der Hund bereits eingeschränkt werden müsste.
Leider habe ich nur einen Kontakt für Österreich, jedoch kann sie Ihnen sicherlich weiterhelfen bzw. einen Therapeuten in Ihrer Nähe empfehlen.

Eine hochqualifizierte Therapeutin hätte Sie in Frau Brigitte Kann, Mobil: +43 (0)699 11 72 86 94 aus Tirol gefunden.



Mit freundlichen Grüßen,

Sascha Berninger
Sit Happens - Hundepsychologische Beratung
www.sit-happens.de
Sit-HappensDE und weitere Experten für Hundetrainer sind bereit, Ihnen zu helfen.