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Dr.M.Wörner-Lange
Dr.M.Wörner-Lange, Tierärztin für Verhaltenstherapie
Kategorie: Hundetrainer
Zufriedene Kunden: 6823
Erfahrung:  prakt. Tierärztin, Verhaltenstraining und -Therapie
57206590
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Dr.M.Wörner-Lange ist jetzt online.

hallo, ich habe einen 6 jahre alten rüden und weiß nicht mehr

Kundenfrage

hallo, ich habe einen 6 jahre alten rüden und weiß nicht mehr weiter.
Er hasst fremde menschen und auch sonst alles was sich bewegt, wenn jemand im hausflur
die treppen rauf und runter geht, wenn jemand klingelt oder sonst irgendwas hört fängt er sofort an zubellen und hört erst auf sobald alles wieder ruhig ist, er bellt sogar wenn ich selbst die treppen hoch komme oder bei besuch den er kennt seid er ein welpe ist. wenn er alleine ist heuelt er und bellt die ganze zeit bis jemand nach hause kommt. ich weiß nicht mehr was ich tun soll das raus gehn mit ihm ist die hölle wenn viel draußen los ist.
ich hoffe sie könn mir helfen.

mfg alex
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Hundetrainer
Experte:  Dr.M.Wörner-Lange hat geantwortet vor 3 Jahren.

Hallo,
in vielen Fällen hat ein so starkes Aggressionsverhalten medizinische Gründe -zum Beispiel eine Schildrüsenunterfunktion- dann können Tabletten gut helfen.
Zusätzlich zu den folgenden Trainingstipps ist es meist sinnvoll, ein Präparat zu geben, dass die Aggressionsbereitschaft hemmt: z.B. Fluoxetin- es muss allerdings vom Tierarzt verschrieben werden.
Dazu hilft folgendes Training:
Er muss fremde HUnde und Menschen ganz neu positiv verknüpfen,
folgendes Verhaltenstraining hilft dabei am besten:
Wenn andere Hunde/Menschen auftauchen,
konzentrieren Sie ihn - solange er noch ruhig ist- über Spielzeug oder Lecker auf sich,
 anfangs auf eine SO große Entfernung, dass Ihr Hund noch keine Aggression zeigt.
 Am Besten schon anfangen, bevor sie die Wohnung vwerlassen. Zieht er sehr, hilft ein Halti (Kopfhalfter) - dann ist er viel besser kontrollierbar.

So lernt er, andere Hunde/Menschen (erstmal auf Abstand) mit etwas 
angenehmen (LEcker, Spielzeug) zu verknüpfen, anstatt gleich Aggressiv zu reagieren -und ist gleichzeitig abgelenkt. Hunde verknüpfen immer, was gleichzeitig passiert-und verallgemeineren dann das Gelernte.

Evtl müssen Sie dafür zurückgehen, in einen Eingang, hinter ein Auto.
In vielen kleinen Schritten über viele Wochen geübt, kann die
 Entfernung bei Hunde/Menschenbegnungen dann langsam verkleinert werden,denn es kommt zu einer Umkonditionierung 
im Kopf Ihres Hundes- was ihn bisher geängstigt und erregt hat-verschafft ihm jetzt in Ihrer
Gegenwart Entspannung und ein angenehmes Gefühl anstatt Aggression.
Diese "Umerziehung" Klappt eigentlich immer-mit 
viel Ruhe und natürlich Geduld.
Hat er sich schon "Hochgefahren", hilft nur weggehen, umdrehen, Ruhe bewähren,
Verhalten ignorieren -und neu trainieren s.o.
Eine schnelle Lösung gibt es leider nicht-bis er andere Hunde/Menschen durch dies Training duldet, wird einige Wochen dauern, aber dann hält es auch- die genannten Medikamente helfen dabei sehr.

Hier einige wichtige Trainingstipps zum Allein bleiben:

- immer nur einen müden Hund allein lassen
-niemals zurückkommen wenn der Hund noch
 bellt-warten bis er leise ist, sonst ist es für ihn eine Verstärkung seines Verhaltens.


- Üben Sie in kleinen Schritten-anfangs Minuten- wenn Sie noch in der Wohnung sind- das er auf seinem Hundeplatz bleibt, wenn Sie es möchten.(notfalls vorübergehend anbinden). Geben Sie ihm dazu einen Kauknochen
und geben Sie ihn wieder frei, solange er noch ruhig ist.
Als Belohnung ein Superlecker und den Knochen wegpacken.
So lernt er, ruhig auf seinem Platz zu bleiben und zu entspannen-erstmal in Ihrer Gegenwart.
Klappt das, können Sie bei der nächsten Übung kurz das Zimmer verlassen und sofort wieder zurückkommen, solange er noch ruhig auf seinem Platz liegt.
So können Sie langsam die Zeitdauer Ihrer Abwesenheit ausbauen.
Erst in ein amderes Zimmer gehen, dann auf den Flur, in den Keller etc.
Zusätzlich hilft folgende Übung:
- Weggehrituale üben ohne wirklich wegzugehn: also Schlüssel, Tasche, Jacke
 nehmen als wolle man weggehen - und doch dableiben.
 So werden diese Handlungen nicht zu einem Angstsignal der bevorstehenden
Trennung.


Leider gibt es keine schnelle Lösung, je langsamer Sie
 vorgehen und je geringer anfangs die Zeit der Trennung ist, um so schneller
 haben sie langfristig Erfolg.


Für die Übergangszeit würde ich raten den Hund einen Hundesitter zu engagieren
 falls Sie Stunden weg müssen- oder eine Hundestagesstätte zu versuchen, viele
 Hunde gehen sehr gern dorthin.

Denn erst wenn Ihr Hund durch die Übungen eine Stunde ruhig allein
bleibt (das kann Wochen dauern) können Sie in größeren Zeitabständen (wieder nur langsam steigern)
wegbleiben.
In vielen Fällen ist es sinnvoll, den Hund an eine große Hundebox über Futter zu gewöhnen. Die meisten Hunde sehen darin schnell "ihre" Höhle und gehen gern hinein- und bleiben dann-natürlich sollten Sie müde sein- auch ruhiger in der Box als in der ganzen Wohnung und außerdem kann er so auch keinen besuch angreifen.


In jedem Fall wäre es wichtig, ihm nicht die ganze Wohnung zu überlassen, wenn Sie weggegehen: je mehr er rumlaufen kann, umso erregter wird er.
Unterstützend helfen Bachblüten Rescuetropfen: 5mal täglich 4 Stück - oder immer 1/2 Stunde vor dem Allein lassen. Auch hier würede das Fluoxetin helfen könne, den Hund herunterzufahren- zusätzlich natürlich zum Training.

Viel Erfolg!
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Dr.m.Wörner-Lange
Tierärztin und Verhaltenstherapie
www.problem-tier.de

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