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Dr.M.Wörner-Lange
Dr.M.Wörner-Lange, Tierärztin für Verhaltenstherapie
Kategorie: Hundetrainer
Zufriedene Kunden: 7111
Erfahrung:  prakt. Tierärztin, Verhaltenstraining und -Therapie
57206590
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Dr.M.Wörner-Lange ist jetzt online.

Hallo, Ich habe 2 Zwetna Bolonka Hündinnen. 3,8 und 1,3 Jahre.

Kundenfrage

Hallo,
Ich habe 2 Zwetna Bolonka Hündinnen. 3,8 und 1,3 Jahre. Beide sind sehr lieb und leicht zu erziehen. Bei unserer kleinen haben wir aber dennoch ein Problem. Sobald sie einen Hund sieht fängt sie an zu bellen. Kommt der Hund dann näher geht sie auf ihn zu und bellt sehr intensiv. Bei einem mehr beim anderen weniger. Wir verstehen das nicht, denn sie hat in ihrem Hundeleben noch keine schlechten Erfahrungen gemacht mit anderen Hunden. Sie kommt auch aus einer liebevollen Zucht. Die Elterntiere waren auch sehr lieb.
Ich habe dann mal einen Tip bekommen, eine Wasserspritze mitzunehmen und beim bellen gezielt einzusetzen. Nicht alle Menschen reagieren dann positiv auf die Anwendung und man muss sich dann noch beschimpfen lassen.
Wenn ich nur wüsste, wie ich unserer kleinen das abgewöhnen könnte und wissen würde, woher dieses verhalten kommt......
Haben Sie einen Rat für mich?
Liebe Grüße XXXXX XXXXX
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Hundetrainer
Experte:  Dr.M.Wörner-Lange hat geantwortet vor 5 Jahren.

Lieber Nutzer,
sehr häufig fühlen sich verständlicher Weise grad kleinere Hunde durch andere Hunde, die Ihnen entgegenkommen
durch deren Blicke (Fixieren gilt unter Hunden als Bedrohung) oder auch deren Körpersprache (z.B.gerade auf den kleinen Hund zugehen, sich groß machen, anstarren) verunsichert und versuchen dann mit bellen (gegendrohen) den anderen auf Abstand zu halten. Kleine Hunde werden von Großen gerne auf diese Weise gemobbt. Je sensibler ein kleiner Hund ist, umso eher fühlt er sich bedroht und verteidigt sich und sein Rudel z.B. durch bellen. (Diese subtilen Signale besonders der anderen Hunde werden von uns Menschen oft garnicht wahrgenommen.)
Auf das Bellen wird natürlich auch der andere Hund zumindest mit Körpersignalen reagieren und so wird es schnell zu einem Teufelskreis.
Zusätzlich fühlt Ihre Kleine sich ja noch bestätigt, den anderen vertrieben zu haben...denn er geht ja weg.
Wir Menschen sprechen dann oft noch beruhigend auf unseren Hund ein- das kann ein Hund leider nur als Bestätigung seines Verhaltens verstehen.
Auch die Wasserspritze ist problematisch- zum einen wirken Strafen nie dauerhaft und machen die Probleme eher schlimmer, zum anderen kann es passieren, dass die Kleine das unangenehme Wasser auch noch mit dem Hund verknüpft den sie gerade anbellt-wieder ein Grund, noch mehr zu bellen.
Dauerhaft erreichen Sie eine Lösung des Problems nur, indem Sie eine neue Verknüpfung im Kopf Ihrer Hündin in Bezug auf andere Hunde einüben:

Über ein Training der Desesibilisierung und Gegenkonditionierung können Sie mit Geduld diese neue, positive Verknüpfung im Kopf Ihrer Hündinwie folgt bewirken:

-anfangs auf möglichst grosse Entfernung zu andereren Hunden BEVOR sie bellt, (sonst belohnen Sie das Bellen) steiff wird, fixiert o.ä.
- über Spiel/Spielzeug oder Lecker auf sich konzentrieren, am besten anfangs schon beim Beginn des Spazierganges- sie soll dort, wo Hunde sind, am Beginn des Trainings garnicht viel auf eigene Gedanken kommen und bellen.
Bleibt sie auf Sie konzentriert, bekommt sie im Vorbeigehen die Belohnung: Das Spielzeug oder Superlecker, z.B. Hundeleberwurst aus der Tube (gibts im Tierhandel)
Damit es klappen kann,muss
anfangs die Entfernung zu anderen Hunde vermutlich auf der Straße mind.5-10m betragen, sodass sie sich nicht aufregt und auf SIE und das Spiel/Spielzeug und Lecker konzentriert bleibt (Dazu müssen Sie anfangs evtl zurückgehen, in einen Eingang, Sichtschutz suchen etc.)
Es wäre gut, wenn Sie zu Beginn dort üben könnten, wo nicht gleich sehr viele Hunde sind- damit es nicht zu einer Reizüberflutung kommt- und am Besten anfangs auch mit ihr ohne die andere Hündin, dann geht es schneller.
Klappt es, können Sie dann langsam die Entfernung verringern-solange sie ruhig auf SIE konzentriert bleibt.
Durch dies Training entsteht im Kopf der Hündin langsam eine andere,positive Verknüpfung:
Was sie bisher aufgeregt hat, verschafft ihr jetzt beim Anblick von Artgenossen ein, entspanntes angenehmes Gefühl an Ihrer Seite und in ihrem Kopf werden andere Hunde positiv belegt.

Diese Umkonditionierung hat geklappt, wenn sie sich beim Anblick anderer Hunde zu Ihnen umdreht anstatt zu bellen- dann können Sie auch anfangen, die Belohnung langsam zu reduzieren.

Dreht sie doch noch mal wieder ab, blockieren Sie sie mit dem Körper, stellen sich vor sie und fixieren sie, sagen laut NEIN-und gehen erst weiter, wenn der Hund sich beruhigt hat und sitzt.
So lernt sie schnell gleichzeitig, dass es nur weiter geht und für sie angenehm wird, wenn sie ruhig bleibt.
Die Veränderung ihres Verhaltens wird einige Wochen intensive Arbeit bedeuten-aber dann hält es auch!
Brauchen Sie noch Unterstützung durch einen qualifizierten Therapeuten vor Ort,- manchml ist es einfacher, wenn man diese Übngen direkt einmal gezeigt bekommt-helfe ich gerne bei der Suche über Ihre PZ.
Viel Erfolg und ales Gute!
Dr.m.Wörner-Lange
Tierärztin und Verhaltenstrainerin/therapeutin
www.problem-tier.de
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Experte:  Dr.M.Wörner-Lange hat geantwortet vor 5 Jahren.
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