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Falvina
Falvina, Hundetrainer
Kategorie: Hundetrainer
Zufriedene Kunden: 574
Erfahrung:  Resozialisierung und Training von Hunden
62514479
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Falvina ist jetzt online.

Ich habe seit 4 Monaten eine ca. 8-jährige dreibeinige Hündin

Kundenfrage

Ich habe seit 4 Monaten eine ca. 8-jährige dreibeinige Hündin (ca. 40 cm hoch) aus Rumänien, die sehr unberechenbar ist, wenn ein Fremder in mein Haus kommt. Sie hat schon des öfteren gezwickt und ich mache mir Sorgen, da ich noch kleinere Enkelkinder habe, die Sie auch ab und an anfletscht. Bin Heilpraktikerin, die bioenergetisch arbeitet und habe sie getestet. Angst spielt eine große Rolle bei ihr. Aber auch Dominanz ist vorhanden. Behandle sie homöopatisch, aber bis jetzt ohne Erfolg. Vielleicht mache ich in meinem Verhalten zu ihr auch etwas falsch. Wäre über Ihre Fachmeinung sehr dankbar.
Vielen Dank,XXXXX
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Hundetrainer
Experte:  Falvina hat geantwortet vor 4 Jahren.
Hallo und guten Tag

Bei unsicheren und ängstlichen Hunden ist es unheimlich wichtig, sie sicher und souverän durch Leben zu führen.
Klare Regeln und Grenzen sowie eine klare Rudelstruktur sind hierbei unerlässlich, auch wenn man manchmal Mitleid mit ihnen hat.

Man muss sich klar werden, dass eine geordnete Rudelstruktur als überlebenslebensnotwendig in einem Hund verankert ist. Eine unklare und
schwammige Rangordnung stresst einen Hund und kann sein Seelenheil bedrohen. Hund wollen nicht die Macht haben und Dominanz wird immer falsch ausgelegt, Fakt ist aber, wenn der Hund aus seiner Sicht denkt, dass Sie ihn nicht führen können und Sicherheit geben, wird er immer versuchen dies irgendwie auszugleichen.
Stellen Sie unbedingt klar, dass Sie der (Rudel)Führer sind. Dies hat nichts mit Macht oder Alpha zu tun, sondern ist eine Mischung aus Vertrauen und Respekt mit gegenseitigen Rechten und Pflichten. Der Hund weiß, dass Sie kein Hund sind, dennoch müssen klare Regeln und Grenzen gesetzt und Sicherheit vermittelt werden.

• -schränken Sie den Hund auch im Haus ein, er soll nicht die ganz Wohnung für sich beanspruchen können. Fordern Sie auch mal Ruhe ein, schicken Sie ihn auf seinen Platz, oder führen Sie ihn Wortlos da hin:

Nehmen Sie eine Leine und führen den Hund wortlos auf seinen Platz, lassen Sie dann die Leine fallen. Atmen Sie aus, das signalisiert Ruhe, schauen Sie den Hund dabei nicht an, reden Sie nicht bis der Hund ruhig ist.Wenn dies der Fall ist, gehen sie weg aber behalten Sie den Hund in den Augenwinkeln im Auge, falls er auf steht blockieren Sie ihn mit ihrem Körper, alles ruhig und ohne Worte. Sie können dies auch ohne Leine machen, allerdings gibt diese ihnen mehr Kontrolle, aber es muss nicht unbedingt sein.
Drehen Sie sich seitlich weg, bleiben aber stehen, sehen Sie den Hund nicht dabei an, sonst wird er automatisch wahrscheinlich aufstehen und zu Ihnen kommen. Das blockieren machen Sie so lange, bis er sich hinlegt, was jeder Hund nach einer Zeit tut. Nun können Sie weggehen, wenn er ihnen nachläuft, wieder von vorne. Diese Einschränkung im Haus ist für einen Hund ganz normal, denn das kennen sie noch von Mama, im Rudel dürfen Hunde auch nicht überall rumlaufen und alles tun was sie wollen.

Das machen sie bitte auch immer, falls er ihnen permanent nachläuft, denn das kann zu einem Kontrollzwang werden.

• -Sie gehen immer zuerst los (zumindest in der Anfangsphase), beim Gassi, durch Türen usw., achten Sie darauf, dass Ihr Hund bereit ist, heißt er darf nicht anderweitig beschäftigt sein mit Schüffeln und dergleichen. Falls dem so ist, kurz dafür sorgen, dass Sie seine Aufmerksamkeit haben.
• -aufs Sofa/Bett darf er nur NACH Einladung Ihrerseits und muss, wenn Sie dies verlangen auch wieder runter (ohne Ziehen und Zwang)
• Der Grundsatz ist, dass jedes Rudelmitglied nach Status und
Aufgabenspektrum im Rudel über Liege- und Aufenthaltsplätze verfügt.
Je wichtiger der einzelne für das Rudel ist, desto zentraler und übersichtlicher
ist sein Liegeplatz – von dort aus hat er alles im Blick und kann jederzeit ordnend eingreifen. Richten Sie ihm einen Platz ein, wo er nicht komplett alles im Blick hat, bzw gleich handeln kann, wenn etwas passiert, also nicht in Fluren, neben Haustüren usw. Am besten da, wo am wenigsten los ist.
• -füttern Sie aus der Hand, falls Sie dies nicht wollen, mischen sie das Futter kurz mit Ihrer Hand durch, dann mit das Futter Ihren Geruch an. Füttern Sie nur wenn der Hund ruhig ist, zur Not warten bis die Aufregung vorbei ist. Nicht reden, einfach nur warten.
• Lassen Sie ihn für sein Futter „arbeiten“, fordern Sie z.B. Ruhe ein, wenn er sich unruhig verhält, das ist schon „arbeiten“ für den Hund.
• - alle Spiele beginnen und beenden Sie, wird er zu wild, sofort beenden.
• -Interaktionen gehen immer von Ihnen aus, nicht vom Hund, er darf nicht alleine entscheiden
• -falls er anfängt, wieder Ruhe einfordern, dann dürfen Sie anfangen oder ihn streicheln, loben.
• - viele Unterordnungsübungen oder Spiele machen Spaß und stärken Ihre Bindung-gehen Sie zusammen spazieren, an der Leine, lassen sie den Hund nicht alles machen was er will. Er muss mit ihnen laufen, schnuppern oder markieren ist erst einmal Tabu, nur wenn sie es wollen.
• -Streicheleinheiten nur noch wenn er ruhig und entspannt ist, nicht einfach so den Hund "kuscheln" das ist für Hund nicht natürlich. Schicken Sie ihn weg, wenn er es einfordert.
• -Sie müssen unbedingt in der Situation konsequent sein. Ein Sitz ist ein Sitz und nicht erst nach dem fünften mal (Beispiel)
• .-Wichtig ist, dass sie ruhig aber bestimmt auftreten, werden Sie in Situationen zu hektisch, wird Ihr Hund Sie bestenfalls ignorieren. Falls Sie merken, Sie werden ärgerlich oder nervös, stehenbleiben, durchatmen.
• -Sie dürfen nicht unsicher wirken und gar zurückschrecken, das nimmt er als Schwäche auf und kann noch schlimmer werden, behaupten Sie ihren Platz.
• setzen Sie Regeln und Grenzen, die Sie dann auch bitte einhalten, ein Hund braucht sie sonst kann es sein, dass er welche aufstellen will.

Diese Übungen werden sich, bei richtiger Anwendung, auch draußen als nützlich erweisen, denn Sie dienen dazu, dass der Hund Respekt vor Ihnen bekommt.

Lassen Sie ihr nichts durchgehen, was Sie nicht wollen, sonst lernt Sie nur, dass Sie alles darf und eignet sich so mit der Zeit noch mehr "Macken" an.

Falls sich das Benehmen bessert, dürfen Sie gerne die Zügel etwas lockern.

Achten Sie bitte auch darauf, dass Ihre Enkelkinder ihr nicht zu Nahe kommen, sie zeigt ja ganz deutlich, dass sie das nicht will. Bitten Sie ihre Enkel wenn möglich, nicht frontal auf den Hund zuzugehen, ihn niemals von oben auf den Rücken zu streicheln und ihn nicht zu lange anzusehen. Kinder "glotzen" recht gerne und alle oben genannten Situationen sind Drohungen für einen Hund.

Wenn Sie merken, dass Ihr Hund unsicher ist oder angst hat, bitte aber auch nicht streicheln und beruhigen wollen, damit bestätigen Sie ihre Angst und man macht es unbewusst schlimmer.

Machen Sie auch immer wieder die oben genannte Platzübung, auch bei Besuch. Vielleicht am Anfang ohne "echten" Besuch, vielleicht hilft Ihnen jemand, der einfach nur klingelt und reinkommt.

Falls Sie noch Fragen hierzu haben, bitte auf "dem Experten antworten" drücken und ich antworte gerne kostenlos noch einmal

Vielen Dank und Grüße
Paula Ciolacu
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Alle Ratschläge beruhen auf jahrelanger praktischer Arbeit mit unterschiedlichsten Hund/Mensch Teams und werden sich bei richtiger Anwendung zu 98% als erfolgreich erweisen. Da jeder Hund bzw. Mensch anders ist und ich mir online kein genaues Gesamtbild machen kann, bitte ich Sie in ganz schwierigen Fällen einen erfahrenen Experten vor Ort aufzusuchen.
Bitte bewerten sie die Arbeit erst, wenn keine Verständigungsfragen bestehen.

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