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AlexandraHoffmann
AlexandraHoffmann, Diplom
Kategorie: Hundetrainer
Zufriedene Kunden: 70
Erfahrung:  Hundepsychologin, Tierhomöopathin, Bachblütentherapeutin
65696002
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AlexandraHoffmann ist jetzt online.

mein hund bellt, wenn es klingelt, wenn leute auf arbeit in

Kundenfrage

mein hund bellt, wenn es klingelt, wenn leute auf arbeit in mein zimmer kommen, wenn leute die treppe hoch kommen (auch nachts), wenn menschen auf der straße "komisch gehen" und so fort. das ist extrem lästig und macht es unheimlich nervenaufreibend, besuch zu bekommen. und langsam fange ich an, meinen hund zu hassen. meine nerven werden immer dünner.

hab schon allerhand probiert (kein sofa, allgemeine gehorsamsübungen, antibell-sprayhalsband), aber die verbesserung ist minimal bis null.

kira ist schon neun jahre alt und ein pinscher, also ein typischer kläffer. hab sie "gebraucht" seit vier jahren. sie hatte 5 verschiedene vorbesitzer. warum sie immer weggegeben wurde, weiß ich nicht.
ich hab schon versucht zu ergründen, warum sie bellt, ob sie ein angstkläffer ist, aber sie ist eher der stänkertyp, denke ich.
andererseit sieht sie immer sehr leidend aus (große, hilfesuchende pinscheraugen), fordert sehr viel aufmerksamkeit, tut immer sehr leidend, wenn ich sie nicht beachte, winselt bei jedem schritt, den ich mache... was auch irgendwie nervt. man fühlt sich bei jedem schritt bedrängt.

macht es sinn, da was zu machen? was ist der richtige ansatz?

vielleicht kann und sollte ich sie gar nicht so sehr verbiegen, so dass es bei uns passt?
ich überlege oft, sie wegzugeben.
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Hundetrainer
Experte:  AlexandraHoffmann hat geantwortet vor 4 Jahren.

Liebe Hundehalterin, lieber Hundehalter,

ich kann nachvollziehen, dass Sie das Verhalten Ihres Hundes so nicht länger ertragen möchten. Strafe mit einem Sprühhalsband ist hier aber nicht der richtige Weg. Gerade diese Halsbänder wirken meistens nicht bzw. nicht lange. Weniger sensible Hunde gewöhnen sich sehr schnell daran und rechnen dann damit, dass sie eben angesprüht werden und bellen trotzdem weiter und sehr sensible Hunde erleiden ein Trauma und reagieren dann sehr ängstlich auf das Tragen eines Halsbandes oder auch das Anfassen des Halses. Es ist auch möglich, dass sie alle Gegenstände, Personen, etc. die gerade anwesend bzw. sichtbar sind, wenn das Halsband sprüht, mit Angst in Verbindung bringen und dann vor allen diesen Dingen große Angst haben. Hier haben Sie dann gleich das nächste Problem.

Ich rate Ihnen, mit Ihrem Hund folgendermaßen zu trainieren:

Wenn Ihr Hund bellt, wenn es klingelt, er im Treppenhaus oder vor der Tür etwas hört etc. können Sie mit ihm trainieren, dass diese Geräusche völlig unwichtig sind und auch nichts für ihn zu bedeuten haben.

Suchen Sie sich dazu am besten ein paar Trainingspartner, die dann mehrmals täglich bei Ihnen klingeln bzw. sich im Treppenhaus oder vor der Haustür bemerkbar machen. Sie gehen dabei überhaupt nicht auf die Geräusche ein, sondern bleiben sitzen oder gehen Ihrer augenblicklichen Tätigkeit weiter nach. Es ist ja normalerweise so, dass man alles stehen und liegen lässt, wenn jemand kommt und sofort zu Tür läuft.

Der Hund lernt dadurch, dass es etwas ganz Spannendes bedeuet, wenn er draußen vor der Tür etwas hört. Wenn Sie sich davon gar nicht beeindrucken lassen, dann wird die Türklingel mit der Zeit auch bedeuten, dass es sich nicht lohnt nachzusehen,
weil ja doch wieder nichts passiert.

Ein anderer Punkt ist der, dass der Hund auf Geräusche reagiert, die dann aufhören, während er noch bellt. Der Hund weiß natürlich nicht, dass Passanten im Treppenhaus sowieso vorbei gegangen wären und nicht deshalb verschwunden sind, weil er gebellt hat. Für ihn sieht es so aus, als hätte er sie mit seinem Bellen vertrieben.

Hier trainieren Sie am besten auch wieder mit Helfern.
Lassen Sie diese vor der Tür, am Gartenzaun etc. vorbeigehen und dort stehen
bleiben. Wenn der Hund bellt, dann bleiben diese Leute stehen und gehen erst
dann weg, wenn er ruhig ist. So kann er lernen, dass er sein Ziel, nämlich das
Vertreiben von "Störenfrieden" nur dann erreicht, wenn er ruhig ist.

Wenn Ihr Hund bellt, wenn er draußen ist, können Sie ihn kommentarlos reinholen, sobald er bellt. Ziehen Sie ihm dafür am besten ein Geschirr und eine lange leichte Leine z. B. dünne Schleppleine an. Wenn er draußen ist und anfängt zu bellen, nehmen Sie ihn kommentarlos an der Leine und bringen ihn ins Haus. Der Spaß im Garten zu sein, ist dann vorbei und er darf nicht anschließend gleich wieder raus, sondern muss mind. eine Stunde warten, bis er wieder nach draußen darf. Ist er dann wieder draußen und bellt erneut, kommt er sofort wieder rein. Sie müssen dann natürlich nicht mit ihm drinnen bleiben, sondern können gerne wieder ohne ihn nach draußen gehen. Bringen Sie ihn bitte ohne mit ihm zu schimpfen oder ihn sonst zu beachten nach drinnen, denn er soll keinerlei Aufmerksamkeit dafür bekommen.

Den meisten Hunden ist es lieber, sie werden geschimpft, denn auch das ist Aufmerksamkeit, als gar nicht beachtet.

Wenn er innerhalb der Wohnung bellt, weil er irgend etwas gehört hat, dann können Sie ihn mit einem Abbruchsignal wie z. B. "aus", "nein" oder was Sie auch immer als Abbruchsignal eingeführt haben, unterbrechen.
Es wird, gerade bei dieser Rasse schwer sein, zu erreichen, dass er gar nicht
reagiert. Wenn er kurz, d. h. ein Mal meldet, dass jemand draußen ist, dann ist
das ok und Sie können ihn dann mit dem Abbruchsignal (was ja bedeutet, "hör mit
dem was du gerade machst, sofort auf") unterbrechen und ihn zu sich rufen, oder
ihn auf seine Decke oder seinen Platz schicken.

Es ist ganz wichtig, dass Sie dem Hund nicht nur sagen, was er nicht machen soll, sondern auch, was er statt dessen machen soll. Wenn Sie nur das unerwünschte Verhalten unterbrechen, dem Hund aber keine Alternative anbieten, wird Ihre Unterbrechnung nicht von langer Dauer sein.

Es ist auch ganz wichtig, dass Sie den Hund sofort loben und sich mit Ihm beschäftigen, wenn er ruhig bleibt, wenn sich draußen etwas tut. Es ist
leider sehr oft so, dass erwünschtes Verhalten als selbstverständlich angesehen
wird und der Hund dafür keinerlei Beachtung und auch keine Bestätigung erfährt.
Bellt er, dann wird dagegen sofort reagiert und er erhält Aufmerksamkeit. Der
Hund lernt so, dass es sich für ihn lohnt, wenn er bellt, denn so wird er
beachtet.

Hört Ihr Hund auf das Abbruchkommando hin nicht auf zu
bellen, können Sie ihn kommentarlos aus dem Zimmer bringen und die Tür hinter
sich zu machen. Er bleibt dann für einige Minuten dort, bis er wieder heraus
gelassen wird. Bellt er auch dann weiter, bleibt er dort, bis er aufhört zu
bellen. In dem Moment, wo er ruhig ist, darf er raus. Fängt er dann wieder an,
kommt er sofort wieder zurück und ist allein. Machen Sie auch das bitte
emotions- und vor allem kommentarlos, denn wenn Sie dem Hund erst erklären,
warum er jetzt raus gebracht wird, dann hat er schon längst wieder vergessen,
warum er gehen musste, wenn er im Nebenzimmer angekommen ist.

Es wird sicherlich einige Wiederholungen brauchen, bis der Hund verstanden hat, dass er immer dann, wenn er bellt aus dem Zimmer gebracht wird und nicht mehr bei Ihnen sein darf. Wenn er das aber verstanden hat, wird er sich sicherlich überlegen, ober nicht doch lieber aufhört zu bellen, nachdem Sie ihn ein Mal mit dem Abbruchsignal unterbrochen haben.

In diesem Fall, lohnt sich das Bellen dann nicht mehr für ihn und er wird es
aufgeben.

Es wird oft empfohlen, ein Schachtel mit Steinen oder
sog. Trainingsdiscs nach dem Hund zu werfen, wenn er bellt. Diese Vorgehensweise
kann zwar dazu führen, dass der Hund sein Bellen einstellt, aber ich finde diese
Methode nicht gut und empfehle sie Ihnen deshalb auch nicht.

Es gibt mehrere Gründe, die dagegen sprechen:

1. Sie erzeugen bei Ihrem Hund mehr oder weniger eine
Angst vor dem Geräusch der Steine in der Schachten oder der Discs. Diese Angst
kann dann leicht generalisieren und überträgt sich auf alle anderen ähnlichen
Geräusche. Sie erreichen damit dann, dass Ihr Hund vor allen möglichen
Geräuschen Angst hat und das ist nicht das Ziel, das Sie erreichen möchten.

2. Wenn Sie mit dieser Form der positiven Strafe
arbeiten, muss die Strafe immer auf jedes Fehlverhalten folgen. Das werden Sie
bestimmt nicht schaffen, denn Sie können den Hund nicht 24 Stunden immer
beaufsichtigen und er wird auch immer mal wieder bellen, wenn Sie nicht sofort
mit der Strafe zur Stelle sind. Wenn die Strafe aber nicht immer folgt, dann
lernt der Hund, dass es auch "gut gehen " kann, er also bellt und den
"Störenfried vertreibt, ohne dass ihm etwas passiert. Das unerwünschte Verhalten
wird so nur noch schwerer zu löschen sein.

3. Die Strafe muss immer spätestens 2 Sekunden nach dem
unerwünschten Verhalten kommen und auch das werden Sie nicht schaffen, denn Sie stehen sicher nicht den ganzen Tag direkt neben ihrem Hund und warten, bis er
bellt.

4. Der Hund wird sehr schnell lernen, dass die Strafe
nur dann folgt, wenn Sie in der Nähe sind. Er lernt dann also, dass er nicht
bellt, wenn Sie neben ihm stehen, aber gefahrlos bellen kann, wenn Sie nicht
direkt bei ihm sind.

Wenn der Hund aber gelernt hat, dass sich Bellen nicht
lohnt, sondern dass er viel mehr davon hat, wenn er ruhig ist, dann wird das
zuverlässiger funktionieren.

Was das Betteln nach Aufmerksamkeit angeht, rate ich Ihnen, dass Sie das konsequent ignorieren. Es wird sicherlich am Anfang etwas stärker werden, denn bisher hatte Ihr Hund immer Erfolg und wird nicht verstehen, warum es jetzt auf einmal nicht mehr klappt. Man nennt das den sog. Löschungstrotz. Wenn Sie aber konsequent bleiben und wirklich jedes fordernde Verhalten igrnorieren, wird es aufgegeben werden.

Ab sofort bestimmen nur Sie, wann es Zuwendung gibt. Das bedeutet, dass alle Aktivitäten von Ihnen ausgehen. Rufen Sie den Hund zu sich und spielen Sie mit ihm, streicheln Sie ihn etc... Bevor der Hund das Ganze von sich aus beendet, beenden Sie es. Also dann, wenn der Hund also noch weiter machen möchte. Wenn Sie ein Spiel oder Kuscheln anbieten und der Hund lehnt das Angebot ab, dann ist das ok. Er wird nicht dazu gezwungen, aber wenn er dann einige Minuten später kommt und Aufmerksamkeit möchte, dann haben Sie keine Zeit. Bieten Sie erst einige Zeit später wieder Kontakt an.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen. Sollten Sie noch Frage haben, oder etwas nicht verstehen oder nachvollziehen können, fragen Sie gerne nochmal nach. Ich antworte selbstverständlich so lange, bis Sie zufrieden sind.

Mit freundlichen Grüßen

Alexandra Hoffmann

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
hallo frau hoffmann,

danke für die ausführliche antwort!


wenn ich mit ihr trainiere, dass menschen die treppe hockommen, dann lernt sie, dass es überhaupt nicht spannend ist. ok. ich verstehe das so, dass die leute auf der treppen und die, die dann wirklich klingeln, zwei verschiedene paar schuhe sind. weil wenn dann wirklich besuch kommt, dann ist das sehr wohl megaspannend für sie. da muss ich ja an die tür gehen und kann nicht ignorieren. würde ich gar nichts machen (im moment binde ich sie in reichweite ihres körbchens in ihrer ecke fest und habe ihr halt das sprayhalsband umgebunden), würde sie völlig ausflippen und wild hysterisch in höchsten tönen bellen an der tür. ist die person fremd, würde sie sie in die hose/ ins bein knippern/ schnappen. ist die person bekannt, würde sie einen wilden begrüßungseiertanz hinlegen, auf den schoß der person hüpfen und diese in beschlag nehmen -> halt irgendwie die chefin mimen (auch bei der fremden person endet sie recht schnell auf deren schoß, weil "oh, die ist ja sooo süüüß!")


in diesen momenten bin ich wirklich froh, das sprayhalsband zu haben, weil ihr ego ist so groß, die kriegt garantiert kein trauma, aber das gesprühe, das nervt sie schon.


ein weiteres thema: urlaub. wenn ich sie zu meinen eltern/ oma gebe, ist meist jeder fortschritt dahin, weil da darf sie ALLES. meine bitte, sie zb nicht beim essen zu füttern, wird ignoriert "ach lass sie doch, die arme"


wo ich beim nächsten thema bin: generell das einbinden anderer leute. soll ich JEDEM erklären, warum ich was wie mache? warum ich sie zb gerade wegsperre? selbst wenn ich es tue, verstehen es die meisten nicht und labern mich blöd voll "ein hund muss bellen", " och, lass sie doch auf den schoß", "die arme, die guckt doch so süß!"


ihre anderen tipps zum zb thema aufmerksamkeit finde ich gut und nachvollziehbar, außer eins noch: wenns sie in der wohnung relativ grundlos bellt, also weil sie irgendwas gehört hat, dann ist doch das abbruchsignal wieder eine art aufmerksamkeit.


ich finde, der ansatz muss aus der ecke kommen: sie muss denken: "ich bin keine alfatier, ich hab gar nichts zu melden, keine sau interessierts, wenn ich belle, mein frauchen klärt das schon"

davon ist sie meilen entfernt.


gibt es nicht noch methoden, sie "klein zu kriegen"?


Experte:  AlexandraHoffmann hat geantwortet vor 4 Jahren.

Liebe Hundehalterin,

ich kann Ihre Gedanken gut nachvollziehen.

Wirkliche Besucher und Dummy Besucher sind nicht zwei verschiedene Paar Schuhe. Im Moment bedeutet jedes Geräusch und jeder Besucher dass Ihre Hündin auf 180 ist und sich total aufregt. Wenn Sie aber durch Training gelernt hat, dass alle diese Geräusche total langweilig sind, weil höchstwahrscheinlich nicht passiert, dann wird sie sich von Anfang an nicht so aufregen. Sie bleibt also ansprechbar. Im Training, müssen die Dummybesucher die Zahl der echten Besucher bei Weitem überwiegen. Die Hündin soll also lernen, dass es sich absolut nicht lohnt sich aufzuregen. Wenn sie nach - ich denke mal ca. 3 bis 4 Wochen gelernt hat dass sich das Theater nicht lohnt und nicht mehr reagiert bzw. nur noch sehr wenig, dann ist ihre Erwartungshaltung eine andere.

Wenn die Besucher - also sowohl die echten als auch die Dummies die Hündin nur dann beachten, wenn sie ruhig ist, dann besteht kein Unterschied. Um es noch deutlicher zu machen, können Sie der Hündin ein Mal ein Abbruchsignal geben, wenn wirklich Besuch kommt. Hört sie auf, darf sie bleiben. Hört sie nicht auf, komt sie kommentarlos in einen anderen Raum und darf auch nicht sehen, wer kommt.

Parallel dazu trainieren Sie mit der Hündin ein Alternativverhalten, dass sie zeigen soll, wenn es klingelt bzw. sie etwas hört. Sie schicken Sie auf ihren Platz bzw. bringen sie dort hin. Da Ihre Hündin immer und überall dabei sein möchte und um jeden Preis Aufmerksamkeit bekommen möchte, ist es die schlimmste Strafe, wenn sie isoliert wird und nicht kommen darf bzw. nicht beachtet wird. Wenn auch das nicht reicht, dann kommt sie eben in einen anderen Raum und bekommt gar nicht mit was gerade passiert.

Erst wenn sie ruhig ist, dann wird sie beachtet und bekommt was sie möchte. Sie schränken Ihre Hündin dabei gewaltig ein und beweisen auch, dass Sie das Sagen haben. Sie entscheiden auch, ob und wann die Hündin wieder beachtet wird bzw. ob und wann sie den Besuch begrüßen darf. Hier zeigen Sie Führungsanspruch, denn die Hündin muss sich das Privileg, den Besuch zu begrüßen verdienen, indem sie sich so verhält, wie Sie das möchten, nämlich nicht Bellen.

Sollte die Hündin sich in ihrem Bellen schon so festgefahren hat, dass Sie es nicht abwarten können, bis sie mal kurz still ist, können Sie einen kleinen Trick anwenden. Binden Sie die Hündin an ihrem Platz fest und tun Sie so, als ob sie am Boden (ca. 50 cm von der Hündin entfernt) etwas ganz Tolles gefunden haben. Übertreiben Sie hier ruhig maßlos und machen Sie ein ordentliches Theater. Sehen Sie die Hündin dabei nicht an und beachten Sie auch sonst nicht. Die meisten Hunde werden dann neugierig und wollen auch sehen, wass es Spannendes am Boden gibt. Sie wird ihr Bellen dann unterbrechen und Ihnen Ihre Aufmerksamkeit zuwenden. Genau diesen Moment müssen Sie dann nutzen um sie zu loben und mit Aufmerksamkeit zu belohnen. Wenn Sie das mehrmals gemacht haben, dann wird sie verstehen, dass sie bekommt was sie möchte, wenn sie still ist.

Der zweite Punkt, den Sie beschreiben, ist leider weit verbreitet und auch sehr lästig. Es hilft hier wirklich nichts anderes, als jeden Besucher aufzufordern, den Hund konsequent nicht zu beachten. Jede Zuwendung, wenn sie bellt bedeutet für Sie, dass Sie ganz von vorne anfangen mit dem Training und es immer länger dauern wird, bis Sie es weg bekommen. Das ist dann vergleichbar mit einem Spieler, der an einem Spielautomaten spielt. Es ist klar, dass man nicht beim ersten Mal gewinnt und selbst nach einem Gewinn wird man nicht gleich wieder gewinnen. Es wird aber trotzdem weiter gespielt, in der Hoffnung, beim nächsten Mal gewinnt man vielleicht. Genau das ist es bei Ihrer Hündin dann auch.

So schwer es fällt, Sie müssen sich hier entscheiden, ob Sie Ihren Besuchern nachgeben möchten, oder ob Sie der Hündin ein anderes Verhalten beibringen möchten. Auch wenn Sie die Hündin bei Ihren Eltern haben, dann müssen diese sich an das Training halten, oder Sie fangen wieder bei Null an.

So wie Sie es beschreiben, ist das Sprayhalsband mittlerweile für die Hündin schon zu einem Signal für Belohnung geworden. Es stört sie zwar, hilft aber überhaupt nichts, weil sie gelernt hat, dass sie sofort vom Besuch bemittleidet wird und dann doch bekommt was sie will. Der einzige Weg sie "klein zu kriegen" wie Sie schreiben, ist, dass sie für erwünschtes Verhalten damit belohnt wird, was sie möchte und für unerwünschtes Verhalten keinerlei Belohnung und Zuwendung bekommt.

Hieran muss sich wirklich JEDER halten.

Es ist richtig, dass ein Abbruchsignal eine Aufmerksamkeit ist. Es ist aber meiner Meinung nach fair, wenn man Strafen (und auch das Wegsperren ist eine Strafe - denn es wird ihr etwas Angenehmes, nämlich Ihre Aufmerksamkeit bzw. die Erlaubnis im Raum bleiben zu dürfen, entzogen) vorher ankündigt. Die Hündin hat so die Chance, die Strafe zu vermeiden, wenn sie auf Ihr Abbruchsignal aufhört zu Bellen. Hört sie nicht auf, bekommt sie eine Auszeit und kann bei der nächsten Gelegenheit ihre Chance nutzen, es besser zu machen und die Auszeit zu vermeiden.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage damit beantworten. Falls nicht, fragen Sie gerne noch einmal nach.

Mit freundlichen Grüßen

Alexandra Hoffmann

AlexandraHoffmann, Diplom
Kategorie: Hundetrainer
Zufriedene Kunden: 70
Erfahrung: Hundepsychologin, Tierhomöopathin, Bachblütentherapeutin
AlexandraHoffmann und weitere Experten für Hundetrainer sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
vielen dank für ihre fantastische antwort!


vieles habe ich erst jetzt richtig verstanden, zb welches mächtige werkzeug das wegsperren oder isolieren (natürlich nicht permanent) ist und wie gut ich mit zuwendung oder fehlender zuwendung arbeiten kann.


auch habe ich verstanden, warum das sprayhalsband schlecht ist: im grunde will ich einen entspannten hund, der cool bleibt, wenn es klingelt. das sprühen aber erzeugt negative gefühle, angst und verhindert, dass sie sich entspannt.

da mein hund aber wirklich gerne bellt (jeder grund ist ein guter grund zu bellen, auch wenn sie entspannt ist), werde ich es noch eine weile benutzen, da es auch von all meinen versuchen bisher am besten wirkte (es kam falsch rüber, dass es für sie eine belohnung ist, weil sie bemitleidet wird). auch schlägt es nur noch kaum an, heißt, sie bellt wirklich weniger, wenn sie es trägt. allerdings wieder mehr, wenn sie es nicht trägt.

schauen sie sich doch mal diese bewertungen an:



der tipp mit dem gegenstand auf dem boden 50cm entfernt ist toll und auch, dass es fair ist, vor dem zb wegsperren ein abbruchsignal zu geben.


wie ich es meinen eltern verklickere, weiß ich noch nicht. vielleicht drucke ich denen einfach diesen dialog aus und dann verstehen sie es vielleicht.



vielen dank für ihr aufmerksames lesen und ihre tollen und verständlichen tipps!
Experte:  AlexandraHoffmann hat geantwortet vor 4 Jahren.

Liebe Hundehalterin,

vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Ich freue mich, wenn ich Ihnen helfen konnte und wünsche Ihnen viel Erfolg beim Training.

Was Ihre Eltern angeht, kann es helfen, wenn Sie erst mal eine Weile mit Ihrer Hündin trainieren und Ihren Eltern dann einen Unterschied präsentieren können. So werden Sie sich bestimmt auch dafür entscheiden, dass das ruhigere Verhalten angenehmer ist und Sie unterstützen.

Viele Grüße

Alexandra Hoffmann

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