So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Falvina.
Falvina
Falvina, Hundetrainer
Kategorie: Hundetrainer
Zufriedene Kunden: 574
Erfahrung:  Resozialisierung und Training von Hunden
62514479
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Hundetrainer hier ein
Falvina ist jetzt online.

hallo hundetrainer, ich habe vor zwei wochen eine 7 monate

Kundenfrage

hallo hundetrainer,

ich habe vor zwei wochen eine 7 monate alte/junge hündin (schäferhund mischling) aus einem schlechten haushalt geholt. wir (mein mann,ich und drei kinder,6,4,8 monate) haben mit ihr noch das problem,dass sie überhaupt nicht damit klar kommt kommt mal kurz alleine zu bleiben. sie erledigt ihre geschäfte,obwohl wir vorher draussen waren und jault ganz fürchterlich...
können sie mir sagen woran das liegen könnte und was man dagegen tun kann?
lieben gruß
Patricia Hoyer
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Hundetrainer
Experte:  Falvina hat geantwortet vor 5 Jahren.
Hallo

Ein neuer Hund, egal ob Welpe oder erwachsen, muss erst Vertrauen fassen. Gerade bei Hunden aus schlechter Haltung dauert es etwas länger, denn diese haben das Vertrauen in uns Menschen verloren.
Hierbei ist viel Geduld gefragt, aber auch Ruhe.
Setzen Sie Regeln und Grenzen und führen Sie ihren Hund sicher und souverän durch sein neues Leben.
Achten Sie aber auch darauf, dass er Ruhephasen hat und sagen sie den Kindern, dass der Hund auch in Ruhe gelassen werden muss, sonst kann es passieren, dass er hyperaktiv wird.
Hier einige Tipps zum alleine lassen, dies kann sich aber über Monate hinziehen. Da Sie den Hund erst zwei Wochen haben, bitte übergangsweise einen Hundesitter einstellen.


Da für Hunde das Alleinesein unnatürlich ist, können viele Hunde Phobien, Ängste, Zerstörungswut usw. bekommen, die sich (im schlimmsten Fall) zur Aggression ausweiten können.

Als erstes nur von Zimmer zu Zimmer gehen ohne dass der Hund Ihnen hinterher läuft. Falls er das tut:

Nehmen Sie eine Leine und führen den Hund wortlos auf seinen Platz, lassen Sie dann die Leine fallen. Atmen Sie aus, das signalisiert Ruhe, schauen Sie den Hund dabei nicht an, reden Sie nicht bis der Hund ruhig ist.
Wenn dies der Fall ist, gehen sie weg aber behalten Sie den Hund in den Augenwinkeln im Auge, falls er aufsteht blockieren Sie ihn mit ihrem Körper, alles ruhig und ohne Worte.
Falls er zu weit weg ist, wieder Leine nehmen und auf den Platz führen. Der Hund muss seinen Platz mit Entspannung verknüpfen.
So hätten Sie ihn besser unter Kontrolle und Hunde sind es gewöhnt eingeschränkt zu werden , denn das macht Mama auch mit den Welpen.

Falls diese Übungen gut klappen können Sie Ihre Jacke und Schuhe anziehen und so tun als würden Sie gehen.
Wenn er an der Tür wartet, wieder auf seinen Platz führen bis er ruhig ist. Gehen Sie kurz raus aus der Wohnung und wieder rein.

Sie dürfen niemals das Haus verlassen wenn ihr Hund angespannt, nervös unruhig oder dergleichen ist.

Diese Übungen immer machen und die Zeit des Alleineseins immer weiter ausdehnen. Erst nur zwei Minuten, dann fünf usw.
Versuchen Sie ihn richtig müde zu machen bevor Sie das Haus verlassen.

Dies kann natürlich schon länger dauern, es kommt auf den Hund und natürlich auf Sie an.
Bitte nie schimpfen denn das zerstört das vertrauen, dass man sich bei einem neuen Hund sowieso erst aufbauen muss.
Reden Sie nicht beim Verlassen der Wohnung und schauen Sie auch wenn möglich weg (anschauen bedeutet für den Hund: du bist gemeint), reden sie auch bitte nicht wenn sie wieder kommen, keine Begrüßung, vor allem nicht wenn sie dazu neigen sich aufzuregen.
Erst Hallo sagen wenn der Hund ruhig und devot ist.

Wie schon erwähnt: eine schnelle Lösung für Ihr Problem gibt es leider nicht, das kann Wochen oder Monate dauern, bis es soweit ist, dass man den Hund für ein paar Stunden alleine lassen kann.

Lassen Sie dem Hund auch nicht allzu viel Raum, manche Hunde fühlen sich berufen die ganze Wohnung beschützen zu müssen und die meisten sind damit überfordert und entwickeln mit der Zeit immer mehr "Macken".
Vielleicht nur ein Zimmer oder den Flur?


Für manche Hunde ist es auch sinnvoll sie an eine Box zu gewöhnen, das ersetzt ihnen die Höhle und sie fühlen sich geborgen. Dies aber auch ganz langsam in kleinen Schritten üben, so dass sich der Hund in der Box wohl fühlt und gerne reingeht.
Das Prinzip ist das gleiche wie auf den Platz führen, dabei aber die Box offen lassen, wenn der Hund ruhig ist, können Sie ihm einen Kauknochen geben.

Was das lösen in der Wohnung angeht:
Hunde machen ihr Geschäft oft da, wo sie sich wohl fühlen. Da ihm alles noch etwas unbekannt draußen scheint, löst er sich in der Wohnung, die ihm wohl nicht mehr allzu "gruselig" erscheint.

Gehen Sie zügig Gassi, bleiben Sie nicht stehen, wenn es der Hund will, zumindest nicht alle paar Meter. Laufen Sie mit ihrem Hund einen Flotten Schritt. Zusammen Laufen fördert erstens das Rudelverhalten und zweitens löst es nach einiger Zeit Stress und Anspannungen und die Hund machen dann draußen.

Wenn ihr Hund Vertrauen zu Ihnen und der Familie gefasst hat und er Sie respektiert, wird sich das Verhalten von alleine bessern, so lange er weiß wo sein Platz ist.

Falls Sie noch Fragen hierzu haben, bitte auf "dem Experten antworten" drücken und ich antworte gerne kostenlos noch einmal.
Einstweilen viel Erfolg und alles Gute.
Mit freundlichen Grüßen
Paula Ciolacu

Alle Ratschläge beruhen auf jahrelanger praktischer Arbeit mit unterschiedlichsten Hund/Mensch Teams. Da jeder Hund bzw. Mensch anders ist und ich mir online kein genaues Gesamtbild machen kann, bitte ich Sie in ganz schwierigen Fällen einen erfahrenen Experten vor Ort aufzusuchen.
Falvina und weitere Experten für Hundetrainer sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
also,unser hund hat glaub ich schon sehr viel vertrauen. in den zwei wochen hat sie schon gelernt, keine anderen leute oder kinder mehr anzubellen, sie ist mittlerweile stubenrein und läuft auch gut an der leine (ich glaube sie kannte die leinenführung nicht)

das "geschäfte" erledigen tut sie nur, wenn ich sie alleine lasse oder halt vor freude wenn ich wieder komme...
hört das mit der zwit von alleine auf. ich bestrafe sie dafür nämlich nicht, weil ich nicht weiß wieso sie das macht. ist es nur ein versehen oder angst?
Experte:  Falvina hat geantwortet vor 5 Jahren.
Wenn Sie gehen ist es mehr Trennungsangst, daher nie einen unruhigen, nervösen Hund alleine lassen. Wenn Hunde Angst haben, machen Sie auch ihr Geschäft. Wie gesagt, für einen Hund ist es unnatürlich alleine zu sein, weil sie ohne den Schutz des Rudels angreifbar sind. Ihr Hund weiß ja nicht, dass ihm in der Wohnung nichts passiert.

Wenn Sie wieder kommen ist die Freude wohl so hoch, dass sie "Freudenwissi" macht. Hier hilft am besten, den Hund zu ignorieren beim Reinkommen. Nicht Streicheln, nicht ansprechen, ja nicht einmal ansehen.
Gehen Sie beim Heimkommen wortlos ins Haus, so als würde der Hund nicht existieren, dann hört das Pipi machen beim Heimkommen bald auf.
Bitten Sie auch die Kinder den Hund zu ignorieren, sonst ist es für den Hund wieder zu viel Stress und er empfindet ihr Weggehen noch mehr als Strafe.

Das Alleinesein einfach immer weiter in kleinen Schritten üben, so dass sie sich langsam daran gewöhnen kann.
Wie gesagt, zwei Wochen sind noch keine lange Zeit und es kann sich noch Monate hin ziehen.
Achten Sie bitte darauf, dass ihr Hund nicht zu lange alleine ist, so lange er noch nicht gelernt hat alleine zu sein, denn wenn er zu viel Stress hat während Ihrer Abwesenheit, kann sich sein Verhalten noch verschlimmern bis hin zur Aggression (im schlimmsten Fall).

Dass Sie sich nicht bestrafen ist sehr gut, das würde sie nämlich nicht verstehen und das Vertrauen würde wieder darunter leiden.

Viel Erfolg und alles Gute
Mit freundlichen Grüßen
Paula Ciolacu

Ähnliche Fragen in der Kategorie Hundetrainer