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Falvina
Falvina, Hundetrainer
Kategorie: Hundetrainer
Zufriedene Kunden: 574
Erfahrung:  Resozialisierung und Training von Hunden
62514479
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Hallo ihr Lieben! Habe ein Problem: Meine Eltern haben einen

Kundenfrage

Hallo ihr Lieben! Habe ein Problem: Meine Eltern haben einen Boxer (6Jahre alt, Rüde) Paul, der sehr liebevoll, anhänglich und verschmust ist...doch mein Bruder+Freundin haben seit Dez. ein kleinen Sohn Adrian. Als er geboren wurde und wir bei meinen Eltern zum Kaffee waren dürfte er bissl schnuppern und hat auch seine Hand abgeschleckt und meinem Bruder seine Freundin hat keine große Angst gezeigt. Doch nun wird das Baby größer, kann sitzen, komische laute von sich geben und meinem Bruder seine Freundin hat eine wahnsinnige Angst das Paul ihn beißt und somit wird Adrian immer in die Luft gehoben, wenn Paul nur in seine Nähe will seit paar tagen...finde ich darf der Paul plötzlich nicht mehr zu Adrian. 1. kritische Situation: Mein Bruder will sein Sohn in den Kinderwagenlegen, Paul kommt und will am Wagen schnuppern..mein Bruder schiebt ihn weg und sagt ein monotones NEIN PAUL..Pauli kapiert es na klar nicht in diesem Soft Ton und geht wieder zum Wagen, mein Bruder schiebt ihn wieder weg und spricht wieder ein gleichbleibendes NEIN PAUL...PAULI versteht es wieder nicht und läuft wieder zum Wagen. Seine Freundin hat ihn dann wortlos zum dritten mal weggeschoben und Pauli hat nach ihrer hand geschnappt. Sie hat so Angst das was passiert bzw. das Paul beißt...doch wenn man in der Familie nur angst austrahlt überträgt das sich auf den Hund. Pauli hat auch in das Kinderbett (In das Netz) reingebissen in Richtung Adrians Gesicht. Liegt es dran weil er auch nicht versteht warum er von heute auf morgen nicht mal mehr an Wagen darf geschweigedenn am Baby seine Füsse schnuppern und abschlecken und sich freuen schwanzwendelt freuen darf was er bis dato durfte!!! Ich bin meinem Bruder seine Schwester und habe als ich Kind war (12Jahre) einen Boxerrüden bekommen und habe ihn auch komplett erzogen und somit hat er es bei allen anderen Familienmitgliedern auch gemacht...und war einfach unser cooler Charlie. Habe ihn ins Jugenhaus; Feste IMMER mit dabei gehabt. Doch Pauls Erziehung lag nicht mehr in meiner hand, leider!!! denn meine Mama+Papa sind sehr unkonsequent was Pauls Erziehung angeht. Er bekommt vom Tisch, läuft an der Leine nicht Fuß etc...meist wenn ich mit ihm gelaufen bin habe ich trainiert und es ist klar zu erkennen, das PAul ganz klar unterscheidet ob ich mit ihm laufe oder mein Freund, weil da muss er folgen, weil wir zwei in der Familie die dizpliniertesten, konsequenten Familienmitglieder sind. Ich sag halt auch 20 mal Fuß;-) usw. Aber Mama+Papa haben da irgendwie keine Nerven mehr. Und ich habe es kommen sehen, es wird uns jetzt zum Verhängniss. Paul tut sich nicht schwer mit dem Baby...er liebt ihn ja abgöttisch. Aber die Angst meiner Mutter und meiner Schwägerin überträgt sich auf die ganze Familie. Ich sage sehr oft was sie genau jetzt tun sollen, doch aus Angst um den Adrian habe ich keine Chance. Alle wollen das Pauli und Baby sich verstehn. Doch im Moment passiert dadurch das Gegenteil. was soll ich tun??
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Hundetrainer
Experte:  Falvina hat geantwortet vor 4 Jahren.
Hallo

Es hört sich für mich an, als hätte Sie sehr viel Wissen, was Hunde angeht. Leider kann man dies, wie Sie selbst mitbekommen, nicht immer an andere weitergeben.
Sie haben völlig Recht, denn wenn alle vor Pauli Angst haben oder unsicher sind und das Baby in der Nähe ist, kann es sein dass Pauli das Verhalten der Eltern negativ mit dem Baby verknüpft. Er kommt natürlich gar nicht auf die Idee, dass es etwas mit ihm zu tun hat.

Ihn Aber irgendwo hin zu schieben, das versteht er natürlich nicht, denn das ist keine klare Ansage.

Ihre Eltern müssen die Rangordnung richtigstellen, damit Pauli erst gar nicht auf die Idee kommt, dass das Baby eine Gefahr für ihn sein könnte.
Am besten, man geht viel mit Kinderwagen und Hund spazieren, so dass der Hund neben oder gar hinter dem Wagen ist.
So lernt er (im Rudellaufen) dass das Baby ein Teil des Rudels ist. Man muss aber an der Leine laufen und er das natürlich nicht ziehen.
Falls er nicht schön läuft muss man natürlich üben.

Hier noch einige Tipps für die Eltern und die Rangordnung klar zu stellen:


Man muss sich klar werden, dass eine geordnete Rudelstruktur als überlebenslebensnotwendig in einem Hund verankert ist. Eine unklare und
schwammige Rangordnung stresst einen Hund und kann sein Seelenheil bedrohen.

• -schränken Sie den Hund auch im Haus ein, er soll nicht die ganz Wohnung für sich beanspruchen können. Fordern Sie auch mal Ruhe ein, schicken Sie ihn auf seinen Platz, oder führen Sie ihn Wortlos da hin:

Nehmen Sie eine Leine und führen den Hund wortlos auf seinen Platz, lassen Sie dann die Leine fallen. Atmen Sie aus, das signalisiert Ruhe, schauen Sie den Hund dabei nicht an, reden Sie nicht bis der Hund ruhig ist.Wenn dies der Fall ist, gehen sie weg aber behalten Sie den Hund in den Augenwinkeln im Auge, falls er auf steht blockieren Sie ihn mit ihrem Körper, alles ruhig und ohne Worte.Sie können dies auch ohne Leine machen, allerdings gibt diese ihnen mehr Kontrolle, aber es muss nicht unbedingt sein.
Drehen Sie sich seitlich weg, bleiben aber stehen, sehen Sie den Hund nicht dabei an, sonst wird er automatisch wahrscheinlich aufstehen und zu Ihnen kommen.Das blockieren machen Sie so lange, bis er sich hinlegt, was jeder Hund nach einer Zeit tut. Nun können Sie weggehen, wenn er ihnen nachläuft, wieder von vorne.Diese Einschränkung im Haus ist für einen Hund ganz normal, denn das kennen sie noch von Mama, im Rudel dürfen Hunde auch nicht überall rumlaufen und alles tun was sie wollen.

Das machen sie bitte auch immer, falls er ihnen permanent nachläuft, denn das kann zu einem Kontrollzwang werden.

• -Sie gehen immer zuerst los, beim Gassi, durch Türen usw.
• -aufs Sofa/Bett darf er nur NACH Einladung Ihrerseits und muss, wenn Sie dies verlangen auch wieder runter (ohne Ziehen und Zwang
• Der Grundsatz ist, dass jedes Rudelmitglied nach Status und
Aufgabenspektrum im Rudel über Liege- und Aufenthaltsplätze verfügt.
Je wichtiger der einzelne für das Rudel ist, desto zentraler und übersichtlicher
ist sein Liegeplatz – von dort aus hat er alles im Blick und kann jederzeit ordnend eingreifen. Richten Sie ihm einen Platz ein, wo er nicht komplett alles im Blick hat, bzw gleich handeln kann, wenn etwas passiert, also nicht in Fluren, neben Haustüren usw. Am besten da, wo am wenigsten los ist.
• -füttern Sie aus der Hand, falls Sie dies nicht wollen, mischen sie das Futter kurz mit Ihrer Hand durch, dann mit das Futter Ihren Geruch an.Füttern Sie nur wenn der Hund ruhig ist, zur Not warten bis die Aufregung vorbei ist. Nicht reden, einfach nur warten.
• Lassen Sie ihn für sein Futter „arbeiten“, fordern Sie z.B. Ruhe ein, wenn er sich unruhig verhält, das ist schon „arbeiten“ für den Hund.
• - alle Spiele beginnen und beenden Sie, wird er zu wild, sofort beenden.
• -Interaktionen gehen immer von Ihnen aus, nicht vom Hund, er darf nicht alleine entscheiden.
• -falls er anfängt, wieder Ruhe einfordern, dann dürfen Sie anfangen oder ihn streicheln, loben.
• - viele Unterordnungsübungen oder Spiele machen Spaß und stärken Ihre Bindung-gehen Sie zusammen spazieren, an der Leine, lassen sie den Hund nicht alles machen was er will. Er muss mit ihnen laufen, schnuppern oder markieren ist erstmal Tabu, nur wenn sie es wollen.
• -Streicheleinheiten nur noch wenn er ruhig und entspannt ist, nicht einfach so den Hund "kuscheln" das ist für Hund nicht natürlich. Schicken Sie ihn weg, wenn er es einfordert.
• -Sie müssen unbedingt in der Situation konsequent sein. Ein Sitz ist ein Sitz und nicht erst nach dem fünften mal (Beispiel)
• .-Wichtig ist, dass sie ruhig aber bestimmt auftreten, werden Sie in Situationen zu hektisch, wird Ihr Hund Sie bestenfalls ignorieren.Falls Sie merken, Sie werden ärgerlich oder nervös, stehenbleiben, durchatmen.
• -Sie dürfen nicht unsicher wirken und gar zurückschrecken, das nimmt er als Schwäche auf und kann noch schlimmer werden, behaupten Sie ihren Platz.
• setzen Sie Regeln und Grenzen, die Sie dann auch bitte einhalten, ein Hund braucht sie sonst kann es sein, dass er welche aufstellen will.

Diese Übungen werden sich, bei richtiger Anwendung, auch draußen als nützlich erweisen, denn Sie dienen dazu, dass der Hund Respekt vor Ihnen bekommt.

Lassen Sie generell das Baby mit dem Hund nicht alleine, denn Babys machen unkontrollierte Bewegungen, und starren den Hund an, dadurch fühlen sich viele Hunde bedroht.
Aber lassen Sie den Hund dennoch am Familienleben teilhaben, das erfordert natürlich Vertrauen.
Der Hund spürt das Misstrauen und reagiert darauf.
Wenn die Familie nicht vertrauen kann, wird es nicht funktionieren und kann sogar noch schlimmer werden.

Wenn das Baby spielt, können Sie die oben genannte Platzübung machen, bitte ohne Worte.Bei richtiger Anwendung lernt der Hund sehr schnell.
WEnn er ruhig liegen bleibt, dann können Sie ihm einen Knochen oder dergleichen geben, dann verknüpft er es angenehm, aber nur belohnen, wenn er ruhig ist.

Aber Ihre Lage ist schwer, das Sie selbst schreiben, dass alle ziemlich inkonsequent sind und das muss man schon sein. Eine souveräne Führung ist sehr wichtig für den Hund.

Wenn nicht alle in der Familie an einem Strang ziehen, ist es fast unmöglich etwas zu ändern

Falls Sie noch Fragen hierzu haben, bitte auf "dem Experten antworten" drücken und ich antworte gerne kostenlos noch einmal

Vielen Dank und Grüße
Paula Ciolacu


Alle Ratschläge beruhen auf jahrelanger praktischer Arbeit mit unterschiedlichsten Hund/Mensch Teams. Da jeder Hund bzw. Mensch anders ist und ich mir online kein genaues Gesamtbild machen kann, bitte ich Sie in ganz schwierigen Fällen einen erfahrenen Experten vor Ort aufzusuchen
Experte:  Falvina hat geantwortet vor 4 Jahren.
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Experte:  Falvina hat geantwortet vor 4 Jahren.
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Experte:  Falvina hat geantwortet vor 4 Jahren.
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