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Falvina
Falvina, Hundetrainer
Kategorie: Hundetrainer
Zufriedene Kunden: 574
Erfahrung:  Resozialisierung und Training von Hunden
62514479
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Falvina ist jetzt online.

Habe drei Boxer, Mutter 6 Jahre, Tochter 11/2 Jahre und einen

Kundenfrage

Habe drei Boxer, Mutter 6 Jahre, Tochter 11/2 Jahre und einen Rüden ebenfalls 11/2 Jahre der Bruder so zu sagen! Haben den Rüden mit 9 Monaten zurück genommen weil die Vorbesitzer ihn fast verhungern ließen. Klappt alles super, fressen, schlafen gemeinsam auch Gassi gehen alle gemeinsam! Ein schönes Rudel aber der Rüde obwohl er sehr viel Auslauf hat, hat einen sehr hohen Beschützerinstinkt! Wenn ich beim Gassi gehen rechtzeitig die Leute kommen sehe mit oder ohne Hund egal hört er sehr gut aber wehe ich sehe es zu spät, dann wird bellend drauf los gerannt er tut zwar nix aber macht erst einmal einen harten, wenn Hunde kommen wird immer gezickt aber nie ernsthaft gebissen! Kann auch auf den Hundeplatz gehen alles super anderes Verhalten! Was kann ich machen? Genau so auf unserem Grundstück kommt Besuch krickt er sich kaum ein man muß erst richtig laut werden! Und so mit steckt er alle anderen Hunde an! Echt nervig! Danke
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Hundetrainer
Experte:  Falvina hat geantwortet vor 4 Jahren.
Hallo

Der Grund warum Ihr Rüde sich auf dem Hundeplatz anders verhält als beim Gassi ist, dass Sie selbst sich auch anders verhalten.
Nicht bewusst, aber anscheinen viel sicherer und nicht angespannt.
Uns selbst fällt es nicht so auf, aber unseren Hunden sehr wohl.


So ein Spaziergang enthält unheimlich viele Möglichkeiten, unseren Hunden die Führungsqualitäten von uns Menschen zu beweisen.
Allerdings haben Hund/Mensch zwei Ansichten eines Spaziergangs.
Für uns stellt er eine entspannte Tätigkeit dar, bei der wir einen klaren Kopf bekommen können, für einen Hund dagegen ist es die Hauptaktivität in seinem Tagesablauf.
Unser Spaziergang soll Ihnen die Jagd ersetzten und dieses Bedürfnis ist noch immer ganz fest in Ihren Genen verankert. Stellen Sie sicher, dass Ihr Hund beim verlassen der Wohnung schon ruhig ist.
Warten Sie zur Not mit dem anleinen bis alle wirklich entspannt sind.

Das hat alles nicht mit Körperkraft zu tun, sondern mit der eigenen Energie und Haltung, sie müssen lernen bestimmt aber ruhig aufzutreten, selbstbewußt, sonst wird ihr Hund immer die Führung übernehmen wollen, weil sie in seinen Augen schwach sind (nicht körperlich sondern mental)

Sie müssen dafür sorgen, dass Ihr Hund nicht vor Ihnen läuft an der Leine, auch wenn er ruhig läuft müssen Sie immer zusehen, das er am Anfang, so lange er in der Lernphase ist, neben oder hinter Ihnen läuft.
Gerade wenn Sie im Rudel laufen ist es sehr wichtig, einfach weil Sie sie nicht mehr unter Kontrolle haben, wenn sie vor laufen.

Trainieren Sie erst einmal wieder mit Leine, nur mit dem Rüden, auch um zu sehen, ob sein Verhalten anders ist, wenn der Rest nicht dabei ist.
Wenn er vor will, weil er etwas gesehen hat, blockieren Sie ihn mit ihrem Körper. Setzen Sie sich eine unsichtbare Grenze (z.B. Ihr Bein) und diese darf der Hund nicht überschreiten.
Sie müssen ihn aber blockieren BEVOR er diese Grenze überschreiten kann. Einfach zum Hund drehen, machen Sie sich groß. Sobald er auch nur minimal zurückweicht oder Sie ansieht, entspannen Sie sich wieder.

Falls er sehr unruhig ist, bleiben sie stehen und waten wieder, bis er ruhig ist. Reden Sie nicht und bleiben Sie selbst ruhig. Versuchen Sie die Ruhe zu vermitteln indem Sie dem Hund durch "Nichtstun" signalisieren "hier ist gar nichts los".
Wenn er vor läuft und Sie haben es versäumt, bitte stehen bleiben, nicht nach hinten ziehen, das animiert den Hund nur noch mehr zu ziehen.
Wenn der Hund hinter Ihnen läuft verspürt er irgendwann nicht mehr das Bedürfnis die Lage "kontrollieren" zu wollen, egal ob seine absichern von neugieriger Natur sind.
Allerdings müssen Sie hierbei, wie schon erwähnt, 100% Rudelführer sein und der Hund muss dies auch annehmen.
Achten Sie auch darauf, dass er nicht "fixiert" sobald etwas in seinem Blickfeld ist und er starrt drauf, gleich "korrigieren". Entweder kurz "hey" sagen, und sich dabei vor ihn stellen oder ihn kurz an der Seite (Schulter) anstupsen (schnell, kurz aber markant), so dass er aus der Fixierung gerissen wird und sich auf Sie konzentriert.
Falls er sich nach so einer Begegnung nicht beruhigt, bleiben sie wieder stehen und warten Sie so lange, bis der Hund ruhig wird, seinen Sie geduldig, reden Sie nicht oder versuchen den Hund zu beruhigen.
Nie einen unruhigen Hund streicheln und loben.
Aber auch hier ist Timing gefragt, denn wie Sie schon schreiben, wenn Sie nicht schnell genug sind, übernimmt er einfach. Sie müssen ihm aber durch solche Übungen begreiflich machen, dass es nicht sein Job ist.
Bitte nie versuchen den Hund in so einer Situation zu beruhigen oder zu schimpfen, in beiden Fällen bestätigen sie sein Verhalten und es würde von mal zu mal schlimmer werden.
Versuchen Sie immer ruhig und bestimmt aufzutreten, wenn er zu einem Hund hin will, blockieren Sie ihn mit ihrem Körper, so dass er nicht durch kann, nicht reden, falls Blockierung alleine nicht hilft, wieder kurz in die Seite Stupsen. Wichtig ist, dass er ruhig wird, die Lage muss sich erst entspannen, sonst wird es auf Dauer nicht besser und der Hund läuft im gestressten oder unruhigen Stadium weiter und trifft auf den nächsten Hund.

Wenn Sie einen anderen Hund sehen verändert sich automatisch Ihr Gemütszustand (nervös, unruhig), man fragt sich unbewusst "was wird jetzt wieder sein" und das merkt ihr Hund und verknüpft automatisch Ihr Verhalten mit dem Objekt, dass Sie gerade ansehen oder eben versuchen nicht anzusehen. Versuchen sie einen selbstbewussten Eindruck zu machen.
Dies müssen Sie aber immer machen, sobald Ihr Hund merkt, dass Sie unachtsam werden, wird er wieder versuchen nach vorne zu "schießen".
Achten Sie bitte unbedingt darauf, dass nie zwei sehr unruhige Hunde zusammenkommen, dass kann u.U. sehr böse enden.
Bitte in solchen Situationen nicht laut werden oder schimpfen denn der Hund nimmt unsere menschliche Wut oder Ärger als negative Energie auf und deutet es als Schwäche, somit macht man womöglich auf Dauer das Vertrauen des Hundes kaputt.

Beim Gassi ohne Leine auch das Gleiche, vorausgesetzt dass mit der Leine klappt: Hunde sollten nie alleine einen anderen "Begrüßen" denn das ist ein "Abchecken des Feindes", sozusagen, außer man kennt sich.
Aber auch da ist Vorsicht geboten, denn wie gesagt, kommen zwei unruhige Hunde zusammen, kann eine böse Beißerei zustande kommen.
Wenn Sie einen anderen Hund sehen und ihr Hund ist frei, müssen Sie ihn zu sich rufen und Sie müssen zusammen zu dem anderen Hund und dessen Halter gehen, falls der andere Hund auch ohne Leine ist, müssten Sie sich zwischen Ihrem Hund und den Hund der kommt stellen, so begreift ihr Hund mit der Zeit: mein Herrchen hat alles im Griff und ich muss nichts machen.

Beim Bellen im Garten verhält es sich ähnlich.
Falls die Hunde alleine in den Garten dürfen, werden Sie nichts ausrichten können, wenn sie aber immer dabei sind müssen sie sie einschränken in ihren Bewegungen:

Nehmen Sie eine Leine und führen den Hund wortlos auf einen Platz, z.B. Terrassse, lassen Sie dann die Leine fallen. Atmen Sie aus, das signalisiert Ruhe, schauen Sie den Hund dabei nicht an, reden Sie nicht bis der Hund ruhig ist.Wenn dies der Fall ist, gehen sie weg aber behalten Sie den Hund in den Augenwinkeln im Auge, falls er auf steht blockieren Sie ihn mit ihrem Körper, alles ruhig und ohne Worte.Sie können dies auch ohne Leine machen, allerdings gibt diese ihnen mehr Kontrolle, aber es muss nicht unbedingt sein.
Drehen Sie sich seitlich weg, bleiben aber stehen, sehen Sie den Hund nicht dabei an, sonst wird er automatisch wahrscheinlich aufstehen und zu Ihnen kommen.Das blockieren machen Sie so lange, bis er sich hinlegt, was jeder Hund nach einer Zeit tut. Nun können Sie weggehen, wenn er ihnen nachläuft, wieder von vorne.Diese Einschränkung im Haus ist für einen Hund ganz normal, denn das kennen sie noch von Mama, im Rudel dürfen Hunde auch nicht überall rumlaufen und alles tun was sie wollen.
Das müssen Sie mit allen Hunden machen.
Beobachten sie die Hunde, einer von denen ist ja der Ranghöchste.
Das ist meistens der ruhigste und unauffälligste, den augenscheinlich kein Wässerchen trüben kann.
Sie müssen herausfinden, wer der Rudelchef ist und dieser sendet meistens den anderen die Signale zur "Attacke".
Meistens genügt es, wenn man sich den zur Brust nimmt :-)
Dann werden die anderen folgen

Als alternative zu diversen Seminaren über Rudelhaltung kann ich ihnen
"Rudelharmonie" von Anita Balser (Amazon) empfehlen.
Da lernt man auch ein bisschen was die einzelnen Charaktere im Rudel angeht.
Manche Hundetrainer bieten auch Seminare zur Rudelhaltung an, Sie haben ja schon Erfahrung damit, aber solche Trainer zeigen einem noch diverse "Signale" auf die man achten sollte.

Falls Sie noch Fragen hierzu haben, bitte auf "dem Experten antworten" drücken und ich antworte gerne kostenlos noch einmal.
Einstweilen viel Erfolg und alles Gute
Paula Ciolacu

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Alle Ratschläge beruhen auf jahrelanger praktischer Arbeit mit unterschiedlichsten Hund/Mensch Teams. Da jeder Hund bzw. Mensch anders ist und ich mir online kein genaues Gesamtbild machen kann, bitte ich Sie in ganz schwierigen Fällen einen erfahrenen Experten vor Ort aufzusuchen
Experte:  Falvina hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Nutzer

Haben Sie noch Fragen? Ist etwas unklar?
Sie können kostenlos gerne noch einmal nachfragen falls Unklarheiten bestehen.
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Mit freundlichen Grüßen und vielen Dank im Voraus
Paula Ciolacu
Experte:  Falvina hat geantwortet vor 4 Jahren.
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