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Falvina
Falvina, Hundetrainer
Kategorie: Hundetrainer
Zufriedene Kunden: 574
Erfahrung:  Resozialisierung und Training von Hunden
62514479
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Falvina ist jetzt online.

Unser 14 Mon. alter Beagle/Old English Bulldog-Rüde ist nicht

Kundenfrage

Unser 14 Mon. alter Beagle/Old English Bulldog-Rüde ist nicht bei uns zu halten wenn er einen anderen Hund sieht. Er rennt immer zum anderen Hund, auch über größere Distanzen und will dann rumtoben. Ob wir dann rufen oder weggehen oder uns verstecken, alles egal. der andere Hund ist immer wichtiger. Was machen wir falsch (Leckerlis, od. Spielsachen helfen auch nicht) und was können wir richtig machen?
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Hundetrainer
Experte:  Falvina hat geantwortet vor 4 Jahren.
Hallo

Ihr Hund befindet sich in der Pubertät und die wollen es wissen, sie wollen feststellen, ob Sie ein guter Rudelführer sind und sie entwickeln ihren eigenen Kopf.
Wir Menschen lassen unsere Hunde als Welpen immer von der Leine und alles selbst erkunden und nach ein paar Monaten wundern wir uns, dass sie nicht mehr zu uns kommen.
So ein Spaziergang enthält unheimlich viele Möglichkeiten, unseren Hunden die Führungsqualitäten von uns Menschen zu beweisen.
Allerdings haben Hund/Mensch zwei Ansichten eines Spaziergangs.
Für uns stellt er eine entspannte Tätigkeit dar, bei der wir einen klaren Kopf bekommen können, für einen Hund dagegen ist es die Hauptaktivität in seinem Tagesablauf.
Unser Spaziergang soll Ihnen die Jagd ersetzten und dieses Bedürfnis ist noch immer ganz fest in Ihren Genen verankert.
Sie müssen wohl oder übel wieder mit der Leine Laufen, denn Ihr Hund weiß jetzt, dass sie keine Kontrolle über ihn haben, wenn er ohne Leine ist.
Stellen Sie sicher, dass Ihr Hund beim verlassen der Wohnung schon ruhig ist.

Warten Sie zur Not mit dem anleinen bis er wirklich entspannt ist.

Sie müssen dafür sorgen, dass Ihr Hund nicht vor Ihnen läuft an der Leine, auch wenn er ruhig läuft müssen Sie immer zusehen, das er am Anfang, so lange er in der Lernphase ist, neben oder hinter Ihnen läuft.

Wenn er vor will, weil er etwas gesehen hat, blockieren Sie ihn mit ihrem Körper. Setzen Sie sich eine unsichtbare Grenze (z.B. Ihr Bein) und diese darf der Hund nicht überschreiten.
Sie müssen ihn aber blockieren BEVOR er diese Grenze überschreiten kann. Einfach zum Hund drehen, machen Sie sich groß. Sobald er auch nur minimal zurückweicht oder Sie ansieht, entspannen Sie sich wieder.

Falls er sehr unruhig ist, bleiben sie stehen und waten wieder, bis er ruhig ist. Reden Sie nicht und bleiben Sie selbst ruhig. Versuchen Sie die Ruhe zu vermitteln indem Sie dem Hund durch "Nichtstun" signalisieren "hier ist gar nichts los".
Wenn er vor läuft und Sie haben es versäumt, bitte stehen bleiben, nicht nach hinten ziehen, das animiert den Hund nur noch mehr zu ziehen.
Oder Sie drehen einfach kurz um.

Wenn der Hund hinter Ihnen läuft verspürt er irgendwann nicht mehr das Bedürfnis die Lage "kontrollieren" zu wollen, egal ob seine absichern von neugieriger Natur sind.
Allerdings müssen Sie hierbei, wie schon erwähnt, 100% Rudelführer sein und der Hund muss dies auch annehmen.
Achten Sie auch darauf, dass er nicht "fixiert" sobald etwas in seinem Blickfeld ist und er starrt drauf, gleich "korrigieren". Entweder kurz "hey" sagen, und sich dabei vor ihn stellen oder ihn kurz an der Seite (Schulter) anstupsen (schnell, kurz aber markant), so dass er aus der Fixierung gerissen wird und sich auf Sie konzentriert.
Falls er sich nach so einer Begegnung nicht beruhigt, bleiben sie wieder stehen und warten Sie so lange, bis der Hund ruhig wird, seinen Sie geduldig, reden Sie nicht oder versuchen den Hund zu beruhigen.

Versuchen Sie immer ruhig und bestimmt aufzutreten, wenn er zu einem Hund hin will, blockieren Sie ihn mit ihrem Körper, so dass er nicht durch kann, nicht reden, falls Blockierung alleine nicht hilft, wieder kurz in die Seite Stupsen. Wichtig ist, dass er ruhig wird, die Lage muss sich erst entspannen, sonst wird es auf Dauer nicht besser und der Hund läuft im gestressten oder unruhigen Stadium weiter und trifft auf den nächsten Hund. Auch wenn wir Menschen denken, dass er ruhig ist, "sehen" viel nicht, dass der Hund trotzdem noch unruhig ist.
Dies äußert sich manchmal durch Hecheln ohne bestimmten Grund, Kratzen, Schütteln oder Gähnen, dies sind aber nur die offensichtlichsten Anzeichen.
Wenn Sie einen anderen Hund sehen verändert sich automatisch Ihr Gemütszustand (nervös, unruhig), man fragt sich unbewusst "was wird jetzt wieder sein" und das merkt ihr Hund und verknüpft automatisch Ihr Verhalten mit dem Objekt, dass Sie gerade ansehen oder eben versuchen nicht anzusehen. Versuchen sie einen selbstbewussten Eindruck zu machen.
Dies müssen Sie aber immer machen, sobald Ihr Hund merkt, dass Sie unachtsam werden, wird er wieder versuchen nach vorne zu "schießen".
Achten Sie bitte unbedingt darauf, dass nie zwei sehr unruhige Hunde zusammenkommen, dass kann u.U. sehr böse enden.
Bitte in solchen Situationen nicht laut werden oder schimpfen denn der Hund nimmt unsere menschliche Wut oder Ärger als negative Energie auf und deutet es als Schwäche, somit macht man womöglich auf Dauer das Vertrauen des Hundes kaputt.
Bitte aber auch nicht streicheln oder versuchen zu beruhigen wenn er aufgebracht, nervös oder unruhig ist somit bestätigen Sie sein Verhalten und er würde einfach immer weiter machen.

Wenn er das mit Leine verstanden hat und ruhig ist, dann können Sie anfangen eine Schleppleine zu verwenden, fangen sie in einer ruhigeren Umgebung mit möglichst wenig Hunden an, dann ist das Erfogserlebnis größer. Aber auch hierbei gilt, lassen sie niemals zwei unruhige Hunde zusammen, denn Hunde aus zwei unterschiedlichen Rudeln "spielen" nicht sondern wollen den Rang abklären, und das endet ganz oft zu einer schlimmen Beisserei.

Lassen Sie ihren Hund laufen und holen sie ihn wieder zurück, bevor die Leine zu ende ist. Reagiert er nicht, geben sie ihm einen Impuls mit der Leine. Bitte nur einmal rufen. Wenn er beim ersten rufen nicht kommt, heranholen.


Falls Sie noch Fragen hierzu haben, bitte auf "dem Experten antworten" drücken und ich antworte gerne kostenlos noch einmal.
Einstweilen viel Erfolg und alles Gute
Paula Ciolacu

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Alle Ratschläge beruhen auf jahrelanger praktischer Arbeit mit unterschiedlichsten Hund/Mensch Teams. Da jeder Hund bzw. Mensch anders ist und ich mir online kein genaues Gesamtbild machen kann, bitte ich Sie in ganz schwierigen Fällen einen erfahrenen Experten vor Ort aufzusuchen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Unser Hund ist jetzt nicht vor dem Spaziergang der hyperaktive oder nervöse Hund. Wenn er bislang auf dem Weg zum Stadtpark an der Leine gezogen hat, bin ich stehen geblieben und habe gewartet bis er zu mir kommt und bin dann weitergegangen bis er wieder anfing zu ziehen. Am Anfang habe ich auch mit Richtungswechsel gearbeitet. Wenn er im Park ohne Leine läuft, rufe ich ihn immer wieder zu mir mit 'hier' und dann kommt er auch. Dann gibt's ein Leckerli und ich lobe ihn. Das funktioniert wie gesagt, bis er einen anderen Hund sieht. Das fixieren, wie sie beschreiben, macht er auch überhaupt, also auch bei Menschen, aber da läuft er dann Gott sei Dank nicht hin. Ich habe es bislang als Aufmerksamkeit eingestuft, aber evtl. Ist es ja schon so ein Kontrollgehabe: Wer befindet sich noch in meinem Stadtpark? Wie kann ich ihn dann aber sein körperliches Bedürfnis nach sich auspowern geben? Das geht ja nun an der Leine gar nicht. Eine Schleppleine haben wir ja noch aus der Welpenzeit, aber Sie empfahlen ja jetzt erstmal wieder mit der normalen Leine zu arbeiten. Dann bliebe ja nur das Spielen mit ihm im Garten mit der Reizangel, oder gibt es noch bessere Möglichkeiten? Er sitzt 2x am Tag für 3-4 Std. In einer großen Hundebox, wenn wir bei der Arbeit sind. Mittags bin ich 1/2 Std zu Hause und geh dann mit ihm eine 3/4 Std. Raus. Daher war mein Bestreben immer, ihn so zu trainieren, dass er abrufbar ist,mdamit er sich auslaufen kann. Durch das aber immer wieder vorkommende Weglaufen zu anderen Hunden, bin ich eben dann doch überfordert. Wie kann ich ihm also sein körperliches Bedürfnis nach ausreichend rennen, laufen geben? Er ist übrigens ein ganz sensibler, freundlicher Hund, aber, wie Sie schon richtig beurteilt haben, immer am Austesten. Vieln Dank für Ihre kompetente Beratung
Experte:  Falvina hat geantwortet vor 4 Jahren.
Hallo

Nun, das weit verbreitete Gerücht, dass Hunde alleine ohne Leine rennen dürfen damit Sie glücklich sind, ist leider eben nur ein Gerücht.
Denn dann passiert leider genau dass, womit sie ein Problem haben: er kommt nicht, wenn er machen darf was er will.

Wenn Sie mit ihm jeden Tag, mit Leine, einen zügigen Schritt laufen, ist es für ihn sehr anstrengend.
Wie schon gesagt, Gassi soll das jagen ersetzen und im Rudel dürften die Hunde auch nicht alles machen, sonst würden sie ja nichts zu essen finden. Das haben die Hunde noch in den Genen.

Laufen Sie ca 15min mit Leine zügig, heißt: nicht stehen bleiben wenn er es will, sie gehen einfach weiter, aber zügig.

Wenn er dann diese 15 min schön gelaufen ist, dann können sie ihn ja zur Belohnung kurz von der Leine lassen. Rufen Sie ihn aber immer wieder zu sich.
Falls Sie die Möglichkeit haben, üben Sie Hundebegegnungen, vielleicht mit Freunden, aber die Hund müssen ruhig sein und dürfen nicht vor laufen. Sie müssen die Hunde zusammenbringen, nicht umgekehrt.
Es ist bitte ganz wichtig, dass er ruhig bleibt, auch wenn er einen anderen Hund sieht.

Wenn er permanent das tun darf, was er will ist er nicht unbedingt ausgelastet und wenn dann nur für kurze Zeit. Fordert man sie aber auch geistig, hält er auch länger.

Gehen Sie vielleicht auch in eine Hundeschule, dort lernen Hunde sich zumindest zu ignorieren.
Gehen Sie vielleicht auch einmal andere Wege und vermeiden Sie bitte Hundewiesen mit vielen Hunden, deren Besitzer nicht auf die Hunde achten sondern sie "spielen" lassen. Das ist sehr gefährlich und wird von den Haltern unterschätzt bis was passiert.
Hier in Nürnberg haben wird fast einmal die Woche Vorfälle.

Machen Sie ihm generell das Gassi gehen etwas spannend, z.B. Spielchen oder kleine Jogging Einheiten.

Ohne Leinentraining wird es leider nicht funktionieren, denn er muss erst wissen, dass Sie das A und O sind, dann sind Hunde auch zuverlässig abrufbar.
Klären Sie immer wieder die Rangordnung und Füttern Sie auch mal aus der Hand, er soll sich sein Futter verdienen.

Hundeschulen bieten aber auch Rückruftrainings an, gerade wenn der Beagle sehr durchkommt ist dies fast schon unerlässlich.

Gerne antworte ich noch einmal
Vielen Dank und viel Erfolg einstweilen
Gruß

Gerne antworte i
Experte:  Falvina hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Nutzer

Haben Sie noch Fragen? Ist etwas unklar?
Sie können kostenlos gerne noch einmal nachfragen falls Unklarheiten bestehen.
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Mit freundlichen Grüßen und vielen Dank im Voraus
Paula Ciolacu
Experte:  Falvina hat geantwortet vor 4 Jahren.
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Paula Ciolacu

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