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Falvina
Falvina, Hundetrainer
Kategorie: Hundetrainer
Zufriedene Kunden: 574
Erfahrung:  Resozialisierung und Training von Hunden
62514479
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Falvina ist jetzt online.

Hallo! Ich habe (bzw. mein Freund, mit dem ich den Haushalt

Kundenfrage

Hallo!
Ich habe (bzw. mein Freund, mit dem ich den Haushalt und Hunde teile) eine sehr unsichere Hündin (belgischer Schäferhund), die aus schlechter Haltung mit 8 Monaten zu meinem Freund kam. Damals hat sie gebissen und hat sich kaum anfassen lassen, was zum Glück besser geweorden ist. Inzwischen ist sie 5 jahre. Sie schnappt nicht mehr, jedenfalls nicht nach H/F, reagiert jedoch im Gelände nach wie vor sehr verunsichert, wenn man sie zu sehr "los lässt". Schnappt nach radfahren, Spaziergängern, hetzt auch schon mal Joggern hinterher, reagiert auf andere Hunde sowieso sehr agressiv. Inzwischen habe auch ich dazugelernt und weiß auch besser mit ihr umzugehen. Wir trainieren gerade Gehorsam. Sitz, platz, ranrufen, bei fuß, bleib klappen ziemlich gut. Ich weiß nun auch, wie wichtig es ist, dass ich mich ihr gegenüber permanent überordnen muss und sie ziemlich eng geführt werden muss. (sollte jeder Hund, ich weiß). Wenn das der Fall ist, ist spazieren mit ihr auch weitgehend unproblematisch. Kostet halt nur viel Konzentration aber es ist inzwischen sehr erfolgreich. Nun meine Frage, wie kann ich ihr Selbstbewusstsein noch verbessern, dass sie sich noch sicherer fühlt und nicht das gefühl bekommt, sie müsste permanent die Situationen regeln? Sollte ich noch mehr an der Rangordnung arbeiten?
Und, sie ist sehr klug und muss kognitiv stark gefordert werden. Wie kann ich ihr im Gelände gerecht werden? Stöckchen verstecken und suchen lassen ist schon langweilig... Haben Sie tipps für spannende Köpfchenspiele mit Bewegung?
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Hundetrainer
Experte:  Falvina hat geantwortet vor 4 Jahren.
Hallo

Sie haben es schon selbst richtig erkannt:
Damit der Hund nicht immer meint, er müsse selbst die Situation regeln, müssen Sie dem Hund vermitteln können, das Sie (und Freund) der Rudelführer sind und das immer und überall.
In Ihrem Falls muss der Hund nicht unbedingt selbstsicherer werden, sondern Sie denn einen unsicheren Hund muss man sicher und selbstbewusst führen, sonst werden diese noch unsicherer, übernehmen die Führung und sind damit sehr überfordert, äußert sich durch Aggression, Bellen, schnappen, Hyperaktivität.

Hier einige Tipps noch um die Rangordnung zu stärken:

-schränken Sie den Hund auch im Haus ein, er soll nicht die ganz Wohnung für sich beanspruchen können. Nehmen Sie eine Leine und führen den Hund wortlos auf seinen Platz, lassen Sie dann die Leine fallen. Atmen Sie aus, das signalisiert Ruhe, schauen Sie den Hund dabei nicht an, reden Sie nicht bis der Hund ruhig ist.
Wenn dies der Fall ist, gehen sie weg aber behalten Sie den Hund in den Augenwinkeln im Auge, falls er auf steht blockieren Sie ihn mit ihrem Körper, alles ruhig und ohne Worte.
Sie können dies auch ohne Leine machen, allerdings gibt diese ihnen mehr Kontrolle, aber es muss nicht unbedingt sein.
Drehen Sie sich seitlich weg, bleiben aber stehen, sehen Sie den Hund nicht dabei an, sonst wird er automatisch wahrscheinlich aufstehen und zu Ihnen kommen.
Das blockieren machen Sie so lange, bis er sich hinlegt, was jeder Hund nach einer Zeit tut. Nun können Sie weggehen, wenn er ihnen nachläuft, wieder von vorne.
Diese Einschränkung im Haus ist für einen Hund ganz normal, denn das kennen sie noch von Mama, im Rudel dürfen Hunde auch nicht überall rumlaufen und alles tun was sie wollen.
Mit dem Spielen am Abend wie es genauso gemacht.
Er darf generell nichts einfordern, das ist sehr wichtig, gerade weil er ja in der Pubertät ist oder noch reinkommt. Da gilt es klare Grenzen und Regeln aufzustellen und einzuhalten.

-Sie gehen immer zuerst los, beim Gassi, durch Türen usw.
blockieren wenn er raus will

-aufs Sofa/Bett darf er nur NACH Einladung Ihrerseits und muss, wenn Sie dies verlangen auch wieder runter (ohne Ziehen und Zwang

-füttern Sie aus der Hand, falls Sie dies nicht wollen, mischen sie das Futter kurz mit Ihrer Hand durch, dann mit das Futter Ihren Geruch an.
Füttern Sie nur wenn der Hund ruhig ist, zur Not warten bis die Aufregung vorbei ist. Nicht reden, einfach nur warten.

- alle Spiele beginnen und beenden Sie, wird er zu wild, sofort beenden.

-Interaktionen gehen immer von Ihnen aus, nicht vom Hund, er darf nicht alleine entscheiden.
-falls er anfängt, wieder Ruhe einfordern, dann dürfen Sie anfangen oder ihn streicheln, loben.
- viele Unterordnungsübungen oder Spiele machen Spaß und stärken Ihre Bindung
-gehen Sie zusammen spazieren, an der Leine, lassen sie den Hund nicht alles machen was er will. Er muss mit ihnen laufen, schnuppern oder markieren ist erstmal Tabu, nur wenn sie es wollen.
-Sie dürfen nicht unsicher wirken und gar zurückschrecken, das nimmt er als Schwäche auf und kann noch schlimmer werden, behaupten Sie ihren Platz.
-Streicheleinheiten nur noch wenn er ruhig und entspannt ist, nicht einfach so den Hund "kuscheln" das ist für Hund nicht natürlich. Schicken Sie ihn weg, wenn er es einfordert.

Um einen Hund beim Spaziergang auszulasten ist nichts weiter notwendig als: "Sie mit Hund an der Leine zügig laufen"
Unser Gassi soll den Hunden das Jagen ersetzen, wir Menschen lassen aber Hund immer laufen wo sie wollen. Das ist aber unnatürlich für den Hund und er lernt nur: ich kann alles tun was ich will ohne Leine.
Also: Hund anleinen und richtig gehen: nicht Schnüffeln, nicht stehen bleiben, es wird da hin gegangen wo Sie hinwollen. Zur Belohnung gibt es nach ca 15 min eine Schnüffel-Pipi-Pause.
Im Rudel dürften die anderen Hund auch nicht immer alles machen sonst würden sie ja kein Essen finden.
Dieses Verhalten ist noch in den Genen unsere Haushunde verankert und das richtige laufen erfordert Konzentration.
Lassen Sie ihn nicht vor laufen sondern neben Ihnen oder hinter ihnen, dann braucht er auch wieder die Situation nicht kontrollieren, falls was kommt. Als Alternative natürlich auch joggen oder Rad fahren, damit die Energie raus geht :-)

Es gibt auch tolle Bücher mit Tricks die man unterwegs einbauen kann (vielleicht mit Clicker), aber das braucht es beim Gassi nicht, denn richtiges Laufen an der Leine Erfordert schon sehr viel Energie.

Wie gesagt, ein Rudelführer muss man immer sein denn wenn Sie es nur zu 80% sind, dann wird der Hund die anderen 20% auffüllen und das Resultat gefällt uns Menschen meisten nicht.

Falls Sie noch Fragen hierzu haben, bitte auf "dem Experten antworten" drücken und ich antworte gerne kostenlos noch einmal

Vielen Dank und Grüße
Paula Ciolacu

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Alle Ratschläge beruhen auf jahrelanger praktischer Arbeit mit unterschiedlichsten Hund/Mensch Teams. Da jeder Hund bzw. Mensch anders ist und ich mir online kein genaues Gesamtbild machen kann, bitte ich Sie in ganz schwierigen Fällen einen erfahrenen Experten vor Ort aufzusuchen.


Experte:  Falvina hat geantwortet vor 4 Jahren.
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Paula Ciolacu
Experte:  Falvina hat geantwortet vor 4 Jahren.
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Paula Ciolacu
Experte:  Falvina hat geantwortet vor 4 Jahren.
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