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Hautaerztin
Hautaerztin, Ärztin
Kategorie: Hautkrankheiten
Zufriedene Kunden: 831
Erfahrung:  Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten
59970358
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Hautaerztin ist jetzt online.

Guten Tag, Vor 7 Wochen war ich bei minus 3 °C für drei Stunden

Kundenfrage

Guten Tag,
Vor 7 Wochen war ich bei minus 3 °C für drei Stunden draußen mit wenig Bewegung. Füße waren sehr kalt danach. 10 Tage Gelenkschmerzen. Blut nach 1 Woche untersucht. Alles ok, auch Rheumafaktor. Habe dann zwei Wochen später bei minus 6° draußen mit Bewegung was gemacht, relativ warm bekleidet, aber für meine Vorerkrankung wohl doch zu wenig. Dann zu heisses Fussbad. Dann eine Woche später in der Sauna auch eine Strecke barfuss auf eiskaltem Boden draußen gegangen. Jetzt ist es so, dass ich oft schlecht schlafe, Schmerzen, fühlt sich ein bisschen an wie Rheuma, geht auch in die Armgelenke, teilweise schmerzhaftes Stechen, vor allem in Ruhestellung. Termin beim Neurologen und beim Internisten steht an. Ein Orthopäde/Rheumatologe hat Ibo 600 verschrieben, nehme ich derzeit noch. Bin sehr empfindlich gegen zugige Luft und trage warme Unterwäsche. Meine Frage: Kann die Haut selbst vollkommen außer Gleichgewicht geraten sein? Nevenenden? Welche Untersuchung wäre angebracht? Ist eine Entzündung wahrscheinlich? Soll ich es dann mit Cortison versuchen, was der Orthopäde als nächstes vorschlagen wird?
Ich möchte noch sagen, dass ich schlank und sportlich bin und diese lange Dauer mich sehr einschränkt und langsam die Psyche ins Spiel kommt. Vielen Dank XXXXX XXXXX für ihre Hinweise.
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Hautkrankheiten
Experte:  Hautaerztin hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte Ratsuchende,

 

aus Ihrer Schilderung geht hervor, daß Sie die Kälte nicht vertragen, sich aber gleichzeitig immer wieder bei körperlichen Betätigungen der Kälte aussetzen.

 

Offenbar nimmt Ihr Körper Ihnen das jetzt übel.

 

Was ich Ihrer Schilderung entnehmen kann, ist, daß Sie vor allem Gelenkbeschwerden haben. Welche Probleme haben Sie an der Haut? Sie fragten ja, ob diese aus dem Gleichgewicht gekommen ist. Gibt es an der Haut Schmerzen (wenn ja, wo) oder Verfärbungen im Sinne von Erfrierungen?

 

Sinnvoll wäre auch zu wissen, wie alt Sie sind, männlich oder weiblich und welche sonstigen Erkrankungen Sie haben.

 

Ich sehe verschiedene Möglichkeiten:

 

Es könnte durch die Kälte eine entzündlicher Gelenkprozeß im weiteren Sinne immunbedingt in Gang gekommen sein. Rheuma gehört dazu. Man hört sehr oft von Rheumatikern, daß Sie Kälte nicht vertragen. Wenn bei Ihnen Rheuma ausgeschlossen werden kann, sollte auch andere entzündliche Gelenkerkrankungen gedacht werden, die sich jetzt erstmals entwickeln, z.B. eine Schuppenflechte an den Gelenken. Diese kann der Rheumatologe diagnostizieren mit gezielten Fragen, Blutuntersuchungen (HLAB27) und bildgebenden Verfahren. Nächtliche Schmerzen sowie Ruheschmerz, der sich bei Bewegung bessert, sind charakteristisch für die Schuppenflechte der Gelenke.

 

Weiter wäre eine Ultraschalluntersuchung der Arterien anzuraten, je nachdem wie Ihre Haut aussieht und wo sie schmerzt. Es kann z.B. sein, wenn Sie älter sind, daß ein gewisses Maß einer Arteriosklerose besteht, die sich bisher noch nicht mit Symptomen bemerkbar gemacht hat. Durch die Kälteeinwirkung kann dies gekippt sein, da die Kälte dafür sorgt, daß die Gefäße sich zusätzlich zusammenziehen.

 

Moment bitte, ich schreibe im nächsten Feld weiter.

 

Mit freundlichen Grüßen Dr. A. Hoffmann

Hautaerztin, Ärztin
Kategorie: Hautkrankheiten
Zufriedene Kunden: 831
Erfahrung: Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten
Hautaerztin und weitere Experten für Hautkrankheiten sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  Hautaerztin hat geantwortet vor 4 Jahren.

Eine weitere sinnvolle Untersuchung ist die Bestimmung der Kälteagglutinine im Blut. Dies sind sogenannte Autoantikörper gegen die roten Blutkörperchen, die bei niedrigen Temperaturen zu einer Verklumpung oder auch Zerstörung der roten Blutkörperchen führen können, mit entsprechenden Symptomen. Eine bestimmt Art von Kälteagglutininen kann erhöht sein bei Autoimmunerkrankungen. Letztere können oft jahrelang "schwelen" als Neigung ohne Symptomatik oder nur mit geringer Symptomtik. Es wäre aber denkbar, daß sie aktiviert werden durch Kälteeinwirkung. Bei der Autoimmunerkrankung "Lupus" hat man des öfteren als erstes Symptom Gelenkbeschwerden.

Um eine Autoimmunerkrankung zu diagnostizieren, ist die Bestimmung der Autoantikörper (ANA, ENA) im Blut wichtig.

Bei Autoimmunerkrankungen ist oft auch die Psyche sehr empfindlich.

 

Daneben gibt es auch eine Kälteallergie an der Haut, die sich meist mit Quaddelbildung und Schwellungen äußert, auch Juckreiz. Diese kann mit antiallergischen Tabletten und - wenn nötig - Cortison behandelt werden. Sie wird nicht über Laborbefunde nachgewiesen, sondern über die Symptome und ggf. Testungen an der Haut.

 

Was die Nerven betrifft: sie können geschädigt sein durch Erfrierungen. Sie können aber auch im Rahmen einer Autoimmunerkrankung oder Arteriosklerose schmerzen.

 

Cortison würde helfen bei Autoimmunerkrankungen, bei entzündlich-immunologisch bedingten Gelenkentzündungen, bei Arteriosklerose nicht.

Insofern kann die Wirkung von Cortison indirekt zur Diagnosestellung mit herangezogen werden.

Die genannten Möglichkeiten sollten aber vorher abgeklärt werden.

 

Autoimmunerkrankungen werden vom Rheumatologen betreut, auch vom Hautarzt, wenn es Hautveränderungen gibt.

 

Was meinen Sie mit "empfindlich gegen zugige Luft"?

 

Mit freundlichen Grüßen Dr. A. Hoffmann

________________________________________________________________________

 

Bitte nicht vergessen, eine hilfreiche Antwort mit dem Grünen Button "AKZEPTIEREN" zu kennzeichnen! Sonst kann mich das Honorar nicht erreichen, das bei Ihnen abgebucht wurde. Danke.

_________________________________________________________________________

 

Diese Antwort ersetzt nicht die Konsultation beim Arzt vor Ort.

 

 

 

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte Frau Dr. Hoffmann,

 

zunächst vielen Dank für die Hinweise. Ein paar Antworten: ich bin weiblich, 43 Jahre alt, war nie krank. Hatte allerdings vor 4 Monaten eine Nabelbruch-OP und hatte da in den ersten Wochen mit Nervenschmerzen bei geringster Belastung zu tun. Verschwand wieder. Ist es möglich, dass die Nerven von daher noch in Mitleidenschaft gezogen sind?

 

Hautveränderungen gibt es meiner Meinung nach nicht. Die Hausäztin hat vor 3 Wochen die Beine optisch untersucht und damit Venenentzündung ausgeschlossen.

 

WEnn ein Fenster geöffnet wird zieht es an den Beinen und ich muss gehen, auch jetzt bei 10 Grad plus.

 

Ich selbst denke, dass die Nerven geschädigt sind. Wie kann man die wieder aufbauen? Zu schaffen macht mir auch das Schwitzen nachts.

 

Ich vermute, zuerst sollte der Neurologe seine Tests machen und dann könnte man eine Cortison-Therapie einleiten, wenn ein paar andere Dinge getestet wurden, wie Sie schreiben.

 

Ihre Anmerkungen werde ich verfolgen, vielleicht wollen Sie mir abschließend noch ein paar Worte schreiben, würde mich freuen.

 

Gruß

Birgit S.

Experte:  Hautaerztin hat geantwortet vor 4 Jahren.
Danke für das Feedback. Ich antworte gleich. MfG Dr. A. Hoffmann
Experte:  Hautaerztin hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte Ratsuchende,

 

die Nerven können einige Monate brauchen um sich zu regenerieren nach Hautschnitten im Rahmen einer OP. Insofern ist es gut möglich, daß Sie von daher noch Probleme haben. Allerdings bezieht sich dies nur auf die von der OP betroffenen Region.

 

Zum Aufbau der Nerven empfiehlt man als einfachste Maßnahme Vitamin B-Komplex, erhältlich in der Apotheke. Wenn Sie größere Probleme haben, möchte ich Ihnen folgendes Buch empfehlen:

Sigrid Nesterenko: So therapieren Sie Polyneuropathie ganzheitlich und effektiv. s. www.polyneuropathie-24.de. Auch wenn Sie keine Polyneuropathie haben, finden Sie in dem Buch viele Tipps zur Regeneration und Stärkung der Nerven.

 

Was das nächtliche Schwitzen angeht: dies sollte schon abgeklärt werden. Es stehen Ihnen ja ohnehin umfassende Untersuchungen bevor, dabei wird auch das Blutbild kontrolliert. Vielleicht haben Sie dies auch im Rahmen früher Wechseljahresbeschwerden.?

 

Die Haut ist also in Ordnung. Dann bleiben Ihnen: Rheumatologe, Neurologe und Internist/Angiologe hinsichtlich der Beurteilung der Arterien (das sind die Gefäße, die das frische Blut bringen, im Gegensatz dazu transportieren die Venen das verbrauchte Blut ab, das sind zwei verschiedene Dinge!). Aufgrund Ihres Alters vermute ich aber, daß die Arteriosklerose keine entscheidende Rolle spielen wird.

Die Reaktion der Beine auf geöffnete Fenster bestätigt, daß Sie mit der Kälte nicht zurechtkommen.

 

Sie haben recht, nach Möglichkeit soll die Diagnostik vor der Therapie stehen.

 

Alles Gute und freundliche Grüße Dr. A. Hoffmann

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